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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 7 (1854) · p. Seite 27

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
7 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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87 schlüpfen könnt. Da standen plötzlich drei Reiter vor ihm mit blanken Schwertern, die bei seinem Mähen auS einem Seitengebüsch »stier über die Straße sprengten. Sie hielten ihm die Schwerter entgegen, und riefen ihm ein donnerndes: „Halt!" zu . . er sprang zum Tode erschrocken zurück. Der. welcher der Anführer dfr Trei zu sein schien, musterte unfern Pilger sehr ernst eine geraume Zei:. Dann ries er auS: „Er ist eS!" j Die beiden anderen Reiter sprangen von den Pferden, und faßten den armen Wanderer, der sich nicht im Geringsten wehrt«, an beiden Armen. So hielten und sühnen Jjie ihn dicht vor den Anführer. „Du heißt Benjamitz?" frug er in strengem Tone. Der Pilger schwieg, siiinend, ob, er be. jähen oder leugnen solle. Allein schnell erwägend, daß man ihn ja doch zu kennen scheine, »nd l daß bann willige- Bekenntniß sein Schicksal nur erleichtern könne, sagte er, als der Reiter die Frage noch einmal wiederholt hatte, offenmüthig: ,;3a!" — ,,‘Jlun; so sage selbst, wie Du weiter heißt, damit ich sicher sei." — Auch jetzt antwortete der Watiderer willig: „Ben Jonah." — Aber noch nicht zufrieden, rief Jener: „Weiter!" — Und der Pilger schloß: „di Tudela." — „So ist'- gut." Und schnell riß ihm der einender abgeseffenen Reiter Schwert und Dolch auS dem Gürjel, daß'er nur noch das Schreibegeräkh darin behielt, der; andere nölbigte ihn auf sein Roß und setzte sich hinter ihn. .Der Anführer gab rin Signal mit dem silbernen! Hörnchen. daS ihm um den Hals hing, und alsbald nährten sich auö der Ebene mehrere Reitertruppen, die auf vnschwdenen Wegen postirt gewesen.' Sie schloffen sich den vorigen Rei» lern an, und nun ging eS im Galopp i nach der Stadt zu. Der Gefangene sah, daß man ihn erwartet hatte. Man mußte sogar sehr genau unterrichtet sein. Wadies zu bedeuten habe, konnte er sich freilich glicht enträthfeln. Eine Ehrenwache zu feierlichem Empfang schien eS nun gar nicht ....! A!S die Schaar in die.Nähe beS StairtthoreS gekom. -men. lenkte sie links ab und verfolgte rirtt dichtbeschattete Allee, die um einen großen -Theil der Stadt führte. Da mit Einem Male hielt sie vor einem verschlossenen Thorr in einer ihohen Mauer still, der Anführer blies auf seidaß Thor öffnete sich und ließ die Reiter in einen weiten gepflasterten ^ang ein, d«st schwarzvunkel wie die Nacht war. Abermals öffnete sich ein Thor, und ein breiter Kiesweg nahm sie auf. der misten durch einen Park führte. Am Ende des WegeS hielten dle Reiter an, eine Pforte öffnete sich auf dreimaliges Klopfen. Der Anführer faß ab, nöthigie Benjamin ben Jonah von Tudela abzusteigkv. führte ihn in daS HauS, in ein glänzend erleuchtetes und geschmücktes Zimmer, verlietz dann dieses, ohne ein Wort zu sprechen, und schloß die Thüre hinter sich zu ... . Benjamin, nachdem er daS Zimmer lange besichtigt und die kostbaren Teppiche, Vorhänge und Ampeln bewundert hakte, ließ sich, auf einem der schwellenden, üppigen Divane nieder. Aber rasch sprang er.auf, denn in einer Nische bemerkte er jetzt erst ein frpgales Abend, mahl, von dem er eine tüchtige Zahl Schnitte Weißbrod und eingemachte Früchte voll Eifer-verzehrte. Dann legte er sich abermals nieder und dachte über sine sonderbare Lage nach. Wie lange? wiffen wir nicht, denn allgemach schloffen sich seine Augeir, er schlief «ln, poch lange von den sonderbarsten Trmrmgebilden umgaukelt!. Anfragen und Antworten. 51. Vr. $■*. in N. ES' ist.sch^i häufig behauptet worben, daß aut jüdischen Quellen nachgnviesen werden könne, daß der Fre.iiyaürer.orb«n arsfIden salo«, monischen Tempel zurück»sübren sei —• da ich nun mit einer Arbeit beschäftigt mn, welche: von jdiesem Nachweise Notiz nehmen müßte, bitte mich darüber zu belehren/ — '' - . Antwort. ES thut-''mir. leid, dies, Belehrung nicht geben zu kßnnen. ' Ich-bin nicht Freimaurer, kenne daher weder dessen Inhalt, noch Erremonien/ noch Traditionen, und darf daher schwerlich ein maßgebendes Urrhejl fallen. So viel ich weiß, har mun -insenderd»m Orden der E ssä e r alS ein. Mittelglütz anfrhen wollen. Eine begründetere Meinung könnte Herr'sPrev. vr/ Salo.mon in Hamburg, abgeben, welcher <in.tüchtiger Freimaurer n ist, wenigsten- Hal er Reden, die er in der' Loge gehalten, herauSgegebsiv Wir sind gerb tthötig. Nöjhere-hier- » über — wenn m «mziebrnrer Fo^m in ht- „jüdische ‘ Volksblatt" a'ufzunehmen. 1 : -; > 52. 2Ü. in R. Ein Bruder vow-mir.-achtzehn Jahre alt, welcher da- Abiturientrir-Grämen bereitst bestanden Hot, gedenkt die nabe gelegene Univerfit-t B-nn zu beziehen, um jüdische Theologie und nebenbei Philologie zu studiren. Da für die jüdische Theologie keim besondere Facultät besteht, so-bitte ich Sie, msr gütigst mitthejlen zu wollen, welche Vorlesungen überhaupt dersei ^e'zur Erreichung seines ZieseS hören muß, ^vnh welch: Sie ihm für das erste Semester zu belegen rather^. — Seine hebräischen Studien muß 4r auf Privatwege!zr betreiben suchen, und würden Sie mjch sehr verbindest wenn Sie auch in dieser Beziehung mir mik'Jhrrm gesstsinten Rathe an Hand gehen wollten. i | Antwort. Jbre Anfrage besteht auS dreien Punkten. Erstens: .waS hat ein jüdischer Theologe auf einer Uni- - versuät zu suchen? Er hat.tzaselbst 1) phtliosophische, 2) philologifche^s) solche theologische- VScipliivrn zu stodiren, welche alS nichr forma leidem jüdischen sind christlichen Theologen nützlich sind, wobei ^türl^ch von der' christlichen Färbung abgesehen werden Muß. Dtr jüdische Theologe muß daher hören: Philosophica, isiie Logik, Psychologie, Metaphysik. Aesthettk, Physik und einige all-. gemeinere naturwissenschaftliche SoQcgiaj Phllol^gica. sowobl einige klassische,.! als insond'e^S orrentalist wobei rp sich aber nicht zu sehr in'S Arabische;' Syrische u. s. st. verlieren darf, wenn er prakrischer^Tbeolog werden will; endlich Theologica: Homiletik, Eregese, Kirchengeschichter-- — Fragen Sie nun zw eite ns ^welche Collvgtia er im ersten Semester hören soll, so kommt dieslüstilich gar sehr auf die Beschaffenheit und den' Gang d^r speciellen Universität selbst an,- aber; philosophische Eperelopadie. Logik, Physik, Einleitunq in di< klassischen Alirrthümer und Literamr, ein..KelMaicum nebst eregetisthem Eolleg möchten wohl die anzurathendsten sein. — Endlich drid»-

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