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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 5 (1854) · p. Seite 19

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
5 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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19 r (Samuel Ha-Lrvi war aber als Naghid. d. h. Fürst aller Juden, feit dem Jahre 4787 (1027) angestellt worden. Er that den Israeliten Spaniens, deij Landes Maghreb, .Afrika'S, AegyptenS. SicilienS und bi< zur hohen Schule Babylons und der heiligen Stadt GujeS. Er ließ von seinen Gütern Alle genießen, welche in diesen Ländern sich mit heiligen Stuvien beschästtgten. er kaufte viele Eremplare der heiligen Schriften und von der Mischna und dem Talmud, welche auch einen Schriften bilden, und er verwendete Theil der heiligen sein Geld für alle Diejenigen, welche in ganz Spanien rnd in den Ländern, die wir erwähnt haben. daS Studium deS Gesetzezu ihrem Berufe machten. Er hatte SljreiberX^lthe die Mischna und den Talmud abschriebeniund er gatzbleAbschriften den Schülern zum Geschenk. welche/nicht die Mittel hatten, solche zu kaufen. fei eS auf /den hohen Schulen Spaniens, sei es in den andern Ländern, welche wir erwähnt haben. Außerdem lieferte er jed-e- Jabr Olivenöl für die Synagogen Jerusalems, und verbreitete sehr den Unterricht. Er starb sehr alt in glücklichem Greisenalter. nachdem er vier Kronen verdient hatte, die der Wissenschaft, di, der weltlichen Größe, die de/ LevitiSmuS und die deS guten Rufe-, aber über' Allem standen seine guten Werke. Er starb im Jahre 48l5 (1055s Sein Sohn R. Joseph ha-^Levi. der Naqhid, nahm sein« Stelle «in. Bon allen guten Eigenschaften seines PaterS fehlte ihm keine, nur war er nicht so bescheiden wie sein Vater, weil er im Reichthume groß geworden war, und weil er keine Bedrückung in seiner Jugend ge, tragen hatte. Sein Herz überhob fich bis zur Uebelthat. und da er die Eifersucht der maurischen Anführer gereizt barte, wurde er am Sabbath. dem 9, Tebetb deS JabreS 4827 (30. Tecember 1066) mit der jüdischen Gemeinde Gränada's und mit Allen, die uuS fernem Lande gekommen waren, um Zeugen seine- Unterrichtes und seiner Größe zu sein, getövtet. Man legte Trauer um ihn in jedem Lande und in jeder Stadt an!. . . Nach seinem Tode wurden seine Bücher und anderen kostbarm Sachen zerstreut und verbreiteten fich überall; und die Schüler, die er gebildet hatte, wurden-die Rabbinen Spanien« und die Führer de- Jahrhundert-." Notizen des Tages. In Berlin wohnten 1839^ 6028 Juden, 1850: 9946, jetzt über 13,000. DaS preußische Ministerium hat enrschieden. daß jüdische Skadlverordncte bei der Wahl der Provinziallandtagsabgeordneten nicht mitwäblen dürften. Der oberste Mevizi^l-> Direktor der Heilanstalten bei der französischen ArmeMn^r Krim ist ein Jude. Vr. Michael Levy. * W ' In Rordameuika ist im Jahre 5614 ein Jude, Herr Bmjamin, zum Senator, ein andrer. Herr Eoh». zum Repräsentanten gewählt worden;' der amerikanische Gesandte in Spanien. Soul«, ist «in.Jude, und der Agent der amerikanischen Regierung in Brüssel, Belmonl, ebenfalls. — In demselben Jahre find 8000 Juden dort eingewanvert. Anfragen und Autvortem. 50. D. O. in D. Welche Beziehung j hat da-Kaddisch zu den Verstorbenen?'— Wäre enicht angemeffe- «er. wenn an die stelle deallgemeinen LobsprucheS ein Gebet träte, wie wir ebei HaScorath Nrschamoth haben? - ' ' ' DaS Kaddifch ist uralt; schon der Sifa gedenkt desselben (8ol. 21*9,), es nzard eine slThende Foemel. die am Schluffe der haggdischen 'Vorträge reckiri wurde, um seibige stetmir einem Lobe de- Höchsten zu ibeendigen (s. Zunz S. 372.k . Sitp eigentlich ali^obsprach gilt, steht man daraus, daß ,S ja vielfach vom Vorbeftr. thejlS halb, theilvermehrt (>2prn) beim öffent ichen Gottesdienst recitirt wird. Eine Beziehung zu den Verstorbenen har rS inhaltlich allerdings Nicht, urd daher wird im '-iTi auf dem GotteSdcker daS Kaddisch mit ^>21 gebetet,. waS iheilweise der Hamburger Tempel für die Leidtragenden immer angenommen, und in welchem die „Erneuerung der Welt und die Belebung der Todlen" vorkommt. Jnveß dadurch, daß 1«-SMrgoge daS Kaddifch in den Mund der Leidtragenden ausdrücklich gelegt, bat sie ihm die Beziehung zp tiefen gegeben, und kein Leidtragender wird <i im Trauerjahr und an der Jahi-zeit sagen, ohne de.ö Todteni zu gedenken, in dcffen Andenken, er es sagt. Damit ist Ider schön« Zweck erreicht. Warum man nun aber dieft- ^kahdifch von den jedes metaphyfipofitiv, um auS« Verluste auS der geflossen ans»- Leidtragerden sagen läßt? Negativ, irm sche Togna gerate hierbei zu vermeiden, zusprechet, daß wir. auch die härtesten' göttlichen Welttegierung. hen und darum mitten im Schmerze Gotte- Hand kindlich verehren. Bleiken wir also b«i Dem, wadje Synagoge — und zwa: sehr sinnig — und. die Zeit geheiligt haben! Daein besondere- Gebet betrifft, nun so bete doch Jed>r astseinem Herzen! Sonderbare Zeit, die sich beklagt, »aß ihr Gebete „vorgeschrieben" Ifrirn, und doch sür jedeneue yder veränderte Äedfirfniß rtwa-^ Neue- oder Vkländertevorgeschrieben habqn will! Die Pharisäer. Gar mancher Nichlisraelit glaubt audem Eifer de- Stisrerder christlichen Religion gegen die Pharisäer schließen zu dürfen, alob alle Pbarisär;r Heuchler gewe. sen seien. Dem ist nicht also. Die Pharisäer (von ex absondern) waren eine Serie, die abgesondert vom Volke in Heiligkeit lebte, sich durch einen frommen Lebenswandel und strenge- Halten der Cerqmonieen au-zeichnere. Daß eunter dieser Secte auch solche gab. welche unter dam Deckmantel' der Religion ibre selbstsüchtigen Zwecke verfolgten und bei äußerlicher Frömmigkeit heimlich ein lasterhafte- Leben führten, -wie auch heut zu Tage solche Heuchler keine Seltenheit sind, ist leider auch wahr. Aber die Rabbinen wußten wohl Heuchelei h-n - wahrhafter Frömmigkeit Zu unterscheiden und sprachen gegen jene oft ihren Tadel auS. Ja, sie «ftrlarvttn die Heuchler, indem sie eine Eharakterikik von ihnen gaben, die heute »och interessant ist, untz^ie wir den geehrten Lefiern de- Volk-- blatteS miizukheilen. unS nicht enthalten können. In Nass.

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