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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 2 (1854) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
2 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 7 (sequence 3)
Language
German
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7 beglückwünschende Adresse der Israeliten Frankfurtam Main zur Lesung. Bevor wir jedoch zum „großen Eanhedrin ' selbst gelangen, müssen wir noch einen besondern Gegenstand aus der Sitzung vom 5. Februar 1807 b^rvorheben. Zn derselben dielt Avigdor, Deputirter deir See, Alpen und Secretär der Versammlung, eine merkwürdige Rede, an welche sich ein besonderer Antrag schloß, beide würdig der Nachwelt überliefert zu werden. Wir skizziren daraus Folgende-: „Meine Herren. Jsraal ist während vieler Jahrhunderte verfolgt, eist in einem Zustande der Erniedrigung und Demülhigung gehalten worben. Sie müssen den Muth haben, die Ursache dieser schrecklichen Lage■ auftusuchen. und bizum entferntesten Altertbum zurückgehend, dürfen Sie nicht fürchten, die Gründe zu bezeichnen, der Welt verringert, die Fortschritte der Einsicht werdTa sie vollendtLrnichLen. , Ich schlage Ihnen, meine Her» ren, vor, zu bnchlteßea:^ j „Die Abgeordneten deftanzösischeu Reiche- und detkönigreich- Italien zur hebräischen Synode, durchdrungen von der Dankbarkeit für die^Wohlithaten der christlichen Geistlichkeit in den. vergangenen ^Iahrhunhert^n zu Gunsten der Israeliten der verschiedenen Staaten Europa'-) voller Anerkennung.für die Aufnahme, welche verschiedene Päpste und mehrere andere Geistliche in verschiedenen Zeiten den Israeliten verschiedener Länder, al- W Barbarei, die Vorurtheile und die Unwissenheit vereiniür die Juden verfolgten und au» dem Schooße der Gesellschaft vertrieben. zu Theil werden ließen) beschließen, daß der Ausdruck dieser Gefühle in"dem Protokoll dieser Sitzung niedergelegch werde, Hamit W auf weite Haffen, verachten und verfolgen machten Menschen, I immer zum-, authentischen Zeugnis der Daakbarkeir der deren Ursprung sich in die Nacht def Jahrhunderte ver- Israeliten dieser BersaMmlong für hie Wohl Haien bleibe, liert, und auS deren Gesetzgebung aste Völker der Erde geschöpft haben. Aegypter, Griechen! und Römer baben den Gesetzen Mosiö entlehnt. Die ^modernen Nationen haben sie zur Grundlage ihrer Religion gemacht. Und nichtsdestoweniger haben diese verschiedenen Völker nach einander und gleicher Wkise die Israeliten gehaßt, verachtet und verfolgt. Woher stammt nun diese fast allgemeine Uebereinstimmung der Völker gegen uns? Müssen wir die llrsache unsrer Religion oder uns selbst zuschreiben? Aber ,nach dem allgemeinen Peständniß ist unsre ' Religion göttlich, und waS unS betrifft, waS man auch sage, wir find von keiner anderen Na Menschen. Wo ist also die Ursache zelten und so beständigen Hasses? Eurem Ursprung, suchet sie nicht in Eure nicht in EurenSitten. Euer Ursprung re terlhum hinauf; Eure Gesetze tragen den keit degroßen Gottes, der ibr Urheber ist; und Eure Privatlugenden. selbst nach vielen Jahrhunderten der Leiden und deS Unglücks, sind noch bhute ein lebendige- Zeugniß für die Reinheit Eurer Sitte«. Die Ursache jene- Haffes der Nationen gegen ünS st Anfangin der Unwissenheit der ersten Jahrhunderte, dann in der tur, alS die andren dieseso eingewur« Suchet sie nicht in n Gesetzen, suchet sie cht in vahöchste Al» tempelderGerechtigwtlche die vorangegangenen .Geschlechter von den Geistlichen verschiedener Länder .Eüropa's empfang« haben; beschließen außerdLZ»' daß die Abschrift NeseS Protokolls Sr. Ereellenz dem Minister der Eu re übersendet werde.' Del Anttag .wurde mit Beifgll angenommen und zum Beschluß der Versammlung erhoben. Ist dienicht ein ganz «genrhümlicher 2forgang, nie da gewesen und fpohl schwerlich sich wiederholend? JBtad würden w i r Jjt j t ju. einem solchen Anträge' sagen können? Dagroße Sanhedrin sollte nun eröfnet werde«, unsre Versammlung j^spendina dahl r ihre 7 rbeilen. ’ «Schlich folgt.) Anfragen und Antwortet. 48. uZb 49. G. H. in 1) Hb bin Schächter und Lehrer hier am Orte und zahlt,dje Gemeinde mit mir nur. 9 Männer; ipüre eS zi^S nicht erlaubt Gottesdienst und am Sabbalh 'Thörah-Vo öffentlichen lesungen zu Eifersucht, einem allen Zeiten angehörigen Laster, end- - halten, indem Pie,häßliche'Andacht leider ni^hr von bester lich in dem zirv Gewohnheit gew »rdenen Dorur- ' Art ist? theil der Menschen gelegen." Der Redner weist die- 2) Drei Merlen hiesiger Umgegeckd.wohnen unsre nun weitläusig auder Geschichte nas, Er führt dann Glaubeo-genossen.' die. än den hohes Festtags, al- Neueine große Reihe christlicher Geistlichen! an, jahr und Versöhnung-fest, hierherkomme,, um dem Gorwelche .,die Verfolgungen verboten, die Duldung bekannt, die brüderliche Liebe gepredigt baben." „Das Volk Israel," fährt er fort, „har nipmalS Mittel und Gelegenheit gehabt, seine Dankbarkeit auSzusprschen. Jetzt ist sie gekommen. Beeilen wir unS, diese Merkwürdige Sfit Zu benutzen und den schuldigen Tribut der Dankbar- &rJaW<n* Beweisen wir der Vielt, daß wir alle dte MDgangenen Leiden vergessen haben, und daß die guten Thoten allein unauslöschliche Spurien kn unsren Herzen kaffen. Hoffen wir von den Geistlichen unsrer Zeitgenossen, daß sie durch ihren heilsamen Einfluß auf die Christen, dieses sanfte Gefühl der Brüderlichkeit pflegen werden, welche- Gott in die Herzen aller Menschen gelegt hat, und welchedie Moral jeder Religion einflößen sollte. resdieustmit beizuwohnrn, die Reise hierher ist aber großer Lass und Gefahr ausgesetzt, indem dieselbe Familie haben, dann müssen sie ganz auS ihrer Wirrhschaft forlgehen, können diefelRn nicht zu Hasse ihr Gebet ver-, richten? > . Wir. beantworten beide Fragen mft Eiinem Male. Aber, lieber Herr* G. H. in L., ,waS ist das für ein Widerspruch: sä 1. Körpern Sie die Aufhebung!deS Minjan- Gesetzel (die Zahl 10), weil die häuSlrche Audacht sehr ungenügend sei, unh. sä 2-- fordern''fSir, baß einzeln wohnende Juhdn zü Hause sollen bereu können, fllso sich mit der häuslichen Andacht-cheftiedigen? ... Um auf >zwei zuerst zu antworten, so ist in dringenden Fällen, überall, wo Gefahr vorhanden.ist, daS Beten zu H«rse stets Schon hat der Unterricht die Macht ver Vorunbeile in! erlaubt gewesen; andrerseits bitte ich ja den Leute» das . l i ’ ' - * ' •’ I ~ >•

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