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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 51 (1854) · p. Seite 202

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
51 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 202 (sequence 2)
Language
German
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rvr indem sie itzimerfort aber, sestbie hierdurch ü — Wie al er sein leS ande- Min SchilderNng tikel brach« hie und da aafgahen. traS ne aufgeben mußten, ttn. wa sie. irgend festbalten kennte»? Und so durch alle Perio en und Krisen hindurch. und so noch heute. Sk lche Per pective eröffnet der Hamburger schon einen emeinfsmen Ebarakrer der „Nation!" lnfang und sein Schluß, so auch Nie» Er nftll hier die Anführung und einzelner Charakrerzüg,, welche her erste Arentwas nen.— aber welche.nichtige Enlgegnungen schüft er dl herbei! Weil im rönüschen Reiche Zclaver beschnitten wurden, soll die gemeinsame Abstimmung der Juden alterirt sriiz^alS ob die Ealzsimb d s Meer S von der Aufnahme einiger Flüsse wesentlich reränderr würde. Kann rer Herr wirklich behaupten. da s die I den für einander kein Jnkereffe haben — lasse e: doch i lorgen in Hamburg eine« marokkanischen Inder verung ücken. ob sich nicht dessen gerade die Hamburger Zuden innehmen — womit. daS große Inter,ffe für 1 ie varer ändiscken Nicht-GlaubenSgenoffen gar nicht auSgei chlossen st. so wenig wie ich darum, weil ich mich für m inen N cbbar an der Wand rnrereffire, - mich nicht auch für mei wr- Bruder in Amerika interessieren kann! Unk so fikv fast alle einzelnen Gegenbemerkungen kleine Auen idmen.! ie noch lange keine Gegenbeweise sind! Weil polnis wvJüng inge. wenn ne den Zchubetsk'^Kaftan) auszie! en, in >tx Regel das ganze Gesetz bei Seite werfen, soll die ..Nckion^ nicht autoritarsglnubig sein, sie, die z. ras Ge,tz rer Mazzoth am Pessach von Ae« gvpken mtt nach N w-Svdnev und Adelaide genommen. Weil Favai en bei len Juden mit unterlaufen, .soll der Wttz nicht u ihren Eigembümlichkeiten gehören, wahrend der ganze Talmud brS Erzeugntß des Witzes ist — natürlich Witz nichr bl 's im gewöhnlichen Sinne der Possenreißerei q knommei. Allein, das sind keine ehrlichen Gegenbeweise. )as sind selbst nur Witze. . . Uebriger S schein allerdings der Begriff ..Charakter" in diesem $ treue ii ch nicht ganz klar zu sein. Wir können, nicht m rer Cbc uftri mit ursprüngliche Eigenchümlichkeiren. di ver S amm mit auf die Wels gebracht, verstehen. sonb rn waS stch ihm im Laufe rers Zeittn angr» bildet bat. aS Wer der Geschichte, dio Wirkung .»er großen Ejnsiüsik, welche in ven.Berbällniffen »nd der Stellung entbot en war« i. Uno diese Geschichte und diese Einflüsse n arm fü - die Judkn ziemlich überall gleich. Eharakterzü^ e. welst e durch die ganze Geschichte dieses Grammes r ichen. werden darum sicher als gemeinsamer Cba alter he^-ichnel werden können. Warum, wenn wir i r der 3 chrift vym r*r rrp er („ein hannäckiges Bo Ik-) lese denken wir noch beute an die gegenwärtigen Juden, wie an die Israeliten., die sich-Mo schehn wivei setzten? Haben ne kies, nicht eben so gut Nebuckadnez zar wie Darjawesch, Titus wie Justinian, den Päpsten wi den M ffionären. den Casare» wie dem geringsten Dorfschulze» den Rabbinen wie den Schochtim erwiesen? erwiesen m Kuren wie im Schlimmen? Warum bezeichnen sich i och heute die Juden als 'eri-712?w. Leute (d. h „Du hast uns erwählt'*). indem sie im Guten wie im Bösen damit die Eelbstschatzung bezeichnen, >ie der Jude sich,- einer Mission, seinen Gaben, seinen Bedtrsteiffrsi und Le »enSansprüchen, sowie gegemh/iltg auch feieren Leis nagen und den Anforderungen an stch selbst widmet, und ihre ganze Geschichte giebt unS vre Beweise für diesen Charakterzvg. und wie sie eS verstanden haben. sich diese Selbstschätzunq^rbensogut in den Zeiten allgemeiner Verachtung — da rbar es die natürliche Neaction —- wie in der heutigen Zeit zu bewahren, wo ver Blick in da« menschengeschlechtliche Universum diese Selbstschätzung sehr herabstimmen könnte, auch theoretisch im Lehrgebäude des Judentbums sie sich zurechizulegen? Ich glaube nicht, daß der Hamb. Corresp. wird selbst die chinesischen Juden hiervon ausnehmen können. Daedle Gleichniß vom Pomiren während der Seetabu lassen wir unserm Gegner allerdings gelten, aber muß der Seefahrer darum keinen Ebarauer haben, weil er vvmin und dies wieder vorübergeht? Auch wir Juden haben vorübergebend Eigenschaften gehabt, die durch die Verhältnisse gegeben waren und nicht in dem Charakier unseres Stammes lagen, z. B. die Feigheit und Waffenscheu der vorletzten Jahrhunderte. Aber diese Eigenschaft. wie sie so leicht erklärlich, so obersiächlich war sie auch, denn auch damals erwieö der Jude renihmeingebornen Mutb, feine unerschütterliche Srandbafngkeit un» auibörlich in tausend Vorkommnissen des Lebens und allen seinen Verfolgern gegenüber. Wie schnell verschwand diese Eigenschaft, schneller noch als das Vomiren der Seefabrer — aber ist damit auch gegeben, daß nicht dennoch wirkliche Eharakterzüge vorhanden seien, die nichr schwinden? WaS auch unser Freund sagt, wenn schon TaciruS den Juden ihre Aufopferungsfähigkeit für einander Nachsagt, wenn fie von allen Nicht-Juden anerkannt wird, wenn ^in tausend Thatfachen noch heute lebt, so mag immerhin von Zeit zu Zeit dieser Charakterzug durch gewisse feindliche Einflüsse geschwächt, paralvsirt scheinen, wahr ist er dennoch; nun, vielleicht hat auch die andere Welt jetzt an dieser Tugend gewonnen,- so daß unser Maaß nicht «ehr vorleuchtet? Nein, Herr Revacteur! in habe mich an vielen Orten erkundigt, und — nicht Einer mißbilligte den ersten Aufsatz, über den Hamburger Artikel schüttelte man aber den Kopf. Mögen diese Zeilen ElwaS zur weitern Beleuchtung deS interessanten Gegenstandes beitragen. Ich schließe mit der Ansicht: die ganze Geschichte ver Juden lsetzk einen bedeutenden und conseguemen Charakter' voraus und läßt sich allein auS ihm erklären, und, umgekehrt eine solche Geschichte, wie die Juden gehabt, mußte einen Charakter heran- und auSbilven, er mußte da. sein, selbst wenn wir ihn nichr erkennen könnte«. Anfragen und Antworten. 45. Eine Ungenannte in Br. Lieber Herr Redacreur! Sie geben so Bielen Antwort, entscheiden Sie auch einmal in meiner Angelegenheit. Meine Eltern wollen mich an einen braven, begüterten, aber ältlichen Mann verheirathen, zu dem ich keine Zuneigung empfinde, soll ich ethun? Antwort. LiebeS Mädchen! Sie ftagen verdammt kurz, viel zu kurz, um irr solcher Herzensangelegenheit gut antworten zu können. Da hätte ich z. B. die Gegenfrage: stehen Sie noch in den Flügeljahren 18—20, oder begrüßten Sie schon daS ernstere Alter von 28—30? Io»

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