Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 51 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Volksblatt Zur Belehrung und Anlerhattung aus jüdischem HrrauSgegebe« von Gebiete! sRo. 31. 1834.1 Raddiner Vr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Bon kit'tr trfetusi «o0tRtti«t> «nt Ru«««. G,«0 trt Aadrflutia* 1 Zbir. «itrikljlt-ri!, 7% R«r. Mt. fnd'bonMnnftn. tttftMuer nn» 3fciuBattjrrtiiitn<n ntfewt* t'tfttflunntn n».. - |l.<3»tirß.4.©*(rUL| Die Tage, die kommen! Die Zeit, wo der Glaube in den Herzen der Menschen lebte, mir einer Kran und Wärme lebte„ daß et daS ganze Dasein durchglühete und beherrschte — da» war auch die Zeit wahrhafter Buße; damals brach die Zerknirschung durch alle Zaune der Selbstsucht, durch alle Damme der Hoffarr, und warf den Menschen auf da» Knie, und führte die Faust gegen die eigene Brust. Wir leben äußerlicher; der Gedanke an Gott kehret wohl dann und wann in der Seele der jetzigen Menschen ein. aber ist nicht heimisch darinnen, füllt sie nicht auS. ist nicht rer Herrscher in ihrem Reiche; wir kenstbn die Bestimmung oe» Menschen, aber wir sind nicht ergriffen und geleitet davon; wir schauen die Höhe, die wir ersdeben sollen, aber unser Gang ist gemächlich rjnd wir scheuen die Hindernisse, s . Aber gerade darum ^dürfen wir der anregenheu. weckenden, herausgreifenden Zeiten -um so mebr; darum um so wichtiger sind die Mittel, welche die Religion ua» bietet, um zu unserm Gotte zurückzukebren auS der Ferne, in die »tr gerathen find; darum um so bereitwilliger müssen wir ihre« Ruse folge», daß wir Etwa». Etwa» wiedergewinnen von den Schauern der Andacht, von her Glutb der Empfindung, von der Hingebung und Deurüthigung, daß wir Etwas von Umkehr, Sühne. Buße. Heiligung, Verklärung erlangen. ... Sehet da. eS kommen solche Tage . . . gehen wir ihuen willig und ernst entgegen! . j Und doch Cloralter der Juden. Herr Redakteur! Der einfache, bescheidene Aufsatz über ..den jüdische« Charakter" in No. 4$. dieses Bl. hat eine scharfe Entgegnung in No. 48. gefunden, welche jeden „Judencharafter" adleuynet. Vielleicht hat der erst gena,nt« Artikel eben nur üby diese» Gegenstand anregen wollen, und so ist die dadurch entstandene Polemik ganz an ihrem Platze. Gestatte» Sie daher auch mir. «ich gegen Ähren Hamburger Eorrespondenten auSzu» sprechen. Denn der Letztere gesagt hätte: viele dvn den Eharakterzügen. die fie aufgezählt haben, treffen blo» auf die Juden gewisser Länder, wenn er überhaupt ausgesprochen: der Charakter der Juden detailliri sich in den einzelnen Länderstnchen gar seht, und polnische und deutsche.und englische Juden u. f. f. sind im Charakter den — so könnte man sicherlich fein W^rt ■ 11 höchst erschie- (Nrie-ver l. DaS. Verdienst bei Betrachtung unsere»!. Gegenständeruf diesen wesentlichen Punkt aufmerksam gemacht zu hal en, gebührt ihm überhaupt. Gehr er aber »vn weitet, und spricht deshalb den Juden jeden gemefnftmen K larakrer ab, und behauptet, weil die Juden dei einzelnen Länder verschiedene charakteristische Züge Hab«! darum cjiebl eo kpinen AllgeweincharUkter der Juden —i sa springt der zu weit, und verfällt in den entgegengesetzten als den. den er bekämpft. Er könnte eben fo er wlr Fehl«'. jui auf die. Derfchiedenbeiren de? Bewohner von Stadt ur d Land, Städten auf die Verschiedenheiten der Bewobner einzelner ja auf die Besonderheiten aller einzeln« Mensch en aufmerksam machen, und damit jeden VolkSj» und > SlaMmcharakter und die charakteristischen Eigi^ntbümllchke Menschennauir überhaupt leugnen wollen. Aber licht so. D-S Allgemeine schließt daS Einzeln^ da- Einzelne da- Allgemeine nicht au-.- j Drei Dinge nehmen, neben vielens Wahren. ioaS unser Hamb. Freund fügt, gegen die Richtigkeit fq irr Behauptung ein. Zuerst sein An fang, der alle Physiognomie dejüdischen Stammeleugnet >— wenn a »ch diese in den einzelnen Länderstrichen variirr, wie diebei anderen großen Racen und Stämmen nicht minder er Fall «st — während die ganze'Welt die» anerkennt, „ährend Wkdal in der. Wüste Sahara und Hattmchnn in toustau» tinohel die Juden von den Araber« uftv Türk, n aufgenaueste unterscheidet, und mich jeder Christ bei» Ein, steig« in den Waggon oder. Postwagen als Ä iveL. erkennt und begrüßt, bevor «ch noch den Mund ae fgethn», oder mich hin- und herbewegi habe'. AlSdann sein fl chluß, d«n da widerspricht er sich in glänzender Weile selbst, indem er z. D. von gemeinsamen Anlagen, ao h mehr von der „Schmiegsamkeit," die sich inj der „Rati» au»-- gebildet" habe, sedet. Diese Schmiegßamknit. ist ste aber etwa» Andere», als ein, also gemeinsamer Ehars!terz»ßk Und setzt diese Schmiegsamkeit nicht n»thv «dig «uch eine große Zähigkeit voraus, denn Schchiegjamkeu st eben »M.die leichte Annahme der Formen inm g ge^en«» Vedingungen wir starkem Festhalten he< nnern Wesens so daß dieeb« weder bricht, noch rrißtl Und z eht iui nicht durch die ganze Geschichte verj Jn ten al» ein Hch meinsamer Cbarakierzug? Haben st,! fit nicht dn»»ch; trotz der Zerst-rnng ihre» Staates in da» r-»tstl e Reß» tzmübergereneti haben fie nicht dadurch ihre fl ÄMi trotz der Vernichtung ihre» Eulru» zu Üe« hrr» »ttstrMAtz