Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 50 (1854) · p. Seite 198

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
50 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 198 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/4908862-5999329-6000648--0310-4909075
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1-8 11)01. gar Qad t? den vor ein zarte melk B« bat unt fr if der tr na die nid l fäll nie wa voi -^o i o^e t ei schn das Be Ml! ge Kit ver mkü nit s sich der tül uni Ke r hole ^er wanlchr le i »an be r nr r tie 8ls v den. re En^ tU I Grabe vielen linder Knab< > zur dir. en den damalt Oberv-r um. n ne "i chdem ft kaiür e um t gem viele yi rem Liebste für d, gesprv dir. Aber ibr k. und Zurre handelt - V" sei. chwunr^n er er unr unv in ,ätU i n nur Ter hatte ft Nb« ji! auds Guns?IU< & de n unv 'tr, und o, bidir war es Aug wcns einen o viel Und >va itternacht d und S, und dm Fuße nf? . hatte ,«n Haiti. orchen. nur verlangt, bi-- es sich zeigt, daß er es sten kann, . chaS will der hier um Mitter- Still. sag' ich, stehst Du nicht,, daß er auf seines Vater- und feiner Mutter knieet, die fahren-schnell hinter einander starben und neben aben wurden, und den'stillen Bendit. das en, als Waise hinterließen . . 1 aber esoll Hinterlassenschaft gehört haben, als dieser stille erfuhr's man nicht, denn Bendit S «Eltern Detter Baruch zum Vormund ibm eingesetzt, gab rS noch kein DormundsckaftSgerickt und mundschaftSgericht, wenigstens für. Zudenkinsich kein Mensch kümmerte, am wenigsten, aiien waren. Und' der Vormund batte -sich. veräußert, und angezeigt, gar er ihn bei zudie Sachen und daS Häuschen löste Summe dem Aabbiner n Knaben bekümm«, a!S daß ammentreyen' um das Peffaeh herum srug, lllazzeklöße er schon gegessen? . . . dxnn diese Herrn Vormund, dem dicken jBetler Baruch. aur Erden, loch ja', er bezahlte die ärmliche Knaben von dem Kelde, van welchem wir und daS daher ^mmer mehr zusammeo- Si Ni t I Ul ntit wußte metr. Als die Mutter fühlte, e auch nabe sei, rief ne drn Knaben an ibr eigte ibm^unilk ihrem Kopskiffen ein Kästchen — venn mit solchen baue Bendil'ö Vater indem ne ihm sagte, daß er „reicher Eltern Aber^selbiges Kästchen war nach dem Tode . Tb ,S „Detter Baruch",' zu sich genomein Änrrer. wußte der zehnjährige Knabe- :a er aufwuchs, behielt er daS Gebeimniß für emand wußte, was der „stille Bendit" wußte, Nöiben an das Zuwelenlästchen. dachte, und so stiller ward. ... e Bendit war still Lurch die Schule gegangen, chls als notbkürsug hebräisch bereu gelernt. Ein beginnen, dielt ibn'Niemand.an, und er sich licht. Dafür beschäftigte er sich "eifrig, Anke- und Freundliches zu kbun: tyan .könnte ibn l-uchen, Boten kaufen. Kranke warten, Nächte Torte brflamn, für nohItbäeige^Verörne die Niren. zu Zabrmarkkezeit invkn Läden Wach, solche Geschäfte mehr. Ts et nur wenig bedies Wenige ebne zu sorgen erhielt, so lebte sein zwanzigste- Zabr hinaus. Der stille nicht groß «nd nicht hübsch, gber fein reines, gewann- Zedermann« Gunst, da eS Jedem Tu ngr willst, lieb' ich Dich! und. unter sübfchen Mund hatte kr auch, denn es wobnre Nüte daillm herum. mm.kletterte dieser „stille Bendit" jetzt um über die Mauer, während der Vollmond mit Volke kämpfte, über die Mauer deS Gottes« rändelte strauchelnd über die Gräber, bis daß der Gruft seiner frühverlvruin Eltern nie- Sttll . . . Bendit, trotz dem er der stille och die Gewohnheit, Alles,. waSer auf dem vor sich bin zu murmeln — und wenn wir reiten wir'S gleittHören ... er fSnqtfchon an... ü:er „Vater . . Mutter . . . seid nicht böse, daß ich Euch störe in der Nacht in Eurem Schlafe . . Menschen sagen. matt müßte sich fürchten, NackiS aut den „guten Ort" zu gehen . . . wie kann man sich fürchten zu Vater und Mutter zu gkben, sei'» Tag, sei'S Nacht . . . aber wenn man S Herz bat voll Leides., wobin soll man gehen, wenn nicht zu Vater und Mutter ... und warum ich gerade jetzt komme? . . weil ich kluge Leute Jwbe sagen hören: trenn man die Nacht um Vollmond aus den „guten Ort" gehr, kann man erfahren. waS man thun soll — venn die Meißim (Todlen) steigen da auS ihren Gräbern heraus, und -unterhalten sich von dem. waS sie hinter vem Vokkang gesehen — und wohl würde ich mich erschrecken, wenn andre Meißim kämen . . aber vor Vater und Mutter erschrecke ich nie, denn ich habe Euch nicht vergessen und kenne Euck, und wenn ich hundert Zabre alt würde ... Aber mir drückt es daS Herz ab. wie es mir jetzt gebt, und ich will eS Euch verzählen. Vaterunv Mutterleb. wie eS mir geht ... ach. liebe Eltern, bei der Mubme Frahte. wo ich nun zwölf Zabre in Kost bin, feit Zbr gestorben seid i„aus Euch sei Friede!"), ist noch eine Waise, die noch länger bei ihr ist. und als ich bingeihan ward, war sie ein kleines Mädchen von acht Jahren, Zitttken beißt sie. Ach, und die war immer sehr gut gegen mich, und ich gegen sie, und wir spielten im* mer mit einander, und je älter-wir wurden, desto besser ward sie gegen mich, und legte mir immer zum SchabbeS die weiße Wasche recht sauber bin, und sorgt für mein Essen und Trinken, wenn die Mubme nicht ju Hause ist. und stickt meine alten Sachen.immer wieder zurecht, und . . . kurz, was soll ich Euch sagen, im Himmel bat man gewiß schon davon gesprochen, denn da werden die Ehen doch beschlossen, und Zhr wißt es schon, waich Euch sagen will . . . aber sagen will ich es doch-neu» lichst habe ich gewacht bei einem schweren unv armen Kranken, und alS ich um zwei Uhr NachkS nach Hause komme, ist's Ziktcken ausgeblieben, unv bat mir ^Kaffee gekocht, daß ich mich erauicke . . . und.da bin ich ibr vor Freude mm den-HalS gefallen, und wir haben uns versprochen, unS zu beirathetz, weil wir uns gar zu sehr lieb haben .... Nun aber kommt daS Schlimme nach ... bin ick gegangen den andern Morgen zum Vetter Daruck, und Hab' ihm gesagt, waS ick thun wjll . . . eS kam mir sehr schwer an — aber ich kuckte nach der Wayd, und da könnt' ich'S sagen . . Aber der Detter Baruch schlug eine häßliche Lacke aus. und sagte: Meinetwegen, stiller Bendit. heirath*»das Jiktchen oder wen Du willst — aber das muß ich Dir sagen: Dein Geld ist alle,-Tu hast ,S jetzt rein aufgegeffen, und zum Eeman mußt Tu sehen, von waS Du weiter leben willst. Du bist groß und stark, nu steh zu, wie Du fertig wirst, und Dein Vormund bin ich auch nicht mehr .... Könnt Zhr denken, wie ich bin 'rausgekommen . . . und bald darauf war Eeman um, und er hat Muhme Frahde nichts bezahlt, und Muhme Frahde gab mir einen Monat umsonst, und der Monat ist auch rum, und da mußt' ich auS dem Häuft; da wollte Jittchen mir immer etwas zustrcken, aber ich nahm.'- nicht, und seit zwei Tagen Hab' ich schon nichtgegessen, denn betteln kann ich nicht, und haben thu' ich nichts ... Da Hab' ick mich ausgemacht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.