Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 50 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Volksblatt. Zur Belehrung und Unterhaltung auf jüdischem Gebiete. Herau<ge-eßen von i' Rabbiner Vr. Ludwig Phitippson in Magdeburg. ' -—*-. rM v 1 Lvn di«r«r gtilsckrtft ,rt^«i»I «»ck«»tlich NI» R»»»er. »,«>< kr» A«tzr< r-4 I» , a [9cof aO. 1854 ] «»««■•' ll.Mrg. I.Wuskt«!.] Was da kommt! ES nahen sich wieder die erhabenen Festtage unsrer GlaubenSgemeinde. >ene geheiligten Tage, welche, vor fass viertehalb Jahrtausenden eingesetzt, noch heule ihre unendliche Bedeutung, aber auch i!>re bindende jtcafc bewahrt haben, welche bereitüber duiwe« auf eiaanversolgenbe Geschlechter zu ihrem Gone exhnbe», im' Wahren. Rechten, Guten befestigten, dahin zurllckführten^ und so viele Millionen Seelen vor dem Derß»ken in den Schlamm de- Leben» wahrten. . . . Heilig« Tage, die jetzt idie jene Wallfahrt»f)ste find, an welchen die Mannen Israels zu dem Tempel auf der Höbe MorijahS pilgm«, um sich in dor Feier Gotte» wieder zu Einer großen Ration, der Trägerin der Gotte-idee und Gotte»- lehre, zu vereinen und zu erheben . . . noch stehet ihr va, geheiligt in den Augen aller der Unfrigen, so daß nur die fernab bleiben, welche sich schon ganz perloren von Gott und seiner Verkündigung! Alle, alle kommen und suchen, den Play in den Bethäusern Israel» und »a» Wort de» Herr« zur rechreu Stuuve und Va» Fest de» He^m. . . . Go lasset uns uni freudigem Ernste Dem entgegengehen, wa» da,kommt. Die Religion bietet Euch die Hand: stoßt iu nicht zurück; sie erhebt ihren sanüev, lockenden Rus: verschließet Ohr und Herz ibm nicht; min! stetst keine strafende Herrscherin auf dem Richlerrbrone um kaltem, goldenem Zepter und geschliffenein, scharfem SchlverU- — ste ist »ichr da» rächende Gespenst, da» an Dein nächtlich - Vager tritt, Tich bcrauaznschrecken au» Deinem Schlafe — ste ist nur die sauste Hlrrin, welch, m'tt ibrcr süßen FriedeuSstiunue die auSei!»anderirrende Heerde zusammeurust, und ihre sanfteste Melodie auhedt, wenn der Stur« anwächst, oder die Glttkh de» Tage» verschiedenen Schatten suchen läßt . . . wie oder von wan» neu Lu auch kömmst., st, empfängt Dick, ste weiset Dich nicht au» ihrer Hürde, und — wenn Du nicht kömmst, hat ste keine» Fluch,, sondern nur eine Thväne für Dich .... Denn sie bedarf ja Deiner nicht, sonder« nur Du ihrer! ... ■+- Uud siehe, die Feste, die da kommen, sie sollen Dich ja doch nur geschickt mache» für da», wa» da kommt.. Kommt Dir ein rege», männliche» Leben voll Schaffen» und Wirten», so sollst Du geschickt werben» mit »traft e» zu voÜsühren un» mitten im Gewühle Liebe und Recht zu üben, Gotte» eingedenk. Kommt Dir eine Zukunft »oll Leide» und Enttäuschung, voll Entsagen» und Tragen». so sollst Du geschickt werden, »»-dauernd e» zu Epde zu dulden, Gotte» gewiß und zuversichtlich. Daß Du in der Versuchung bestehest, daß Du in Iden Wechselsällen de» Leben» noch im letzten Winkel ^Deiner Seele einen schöben Vorralh an Kraft, Muth, Gottvertraueo, Lieb« und Recht-gefühl habest — Dir selbst unbewußt — daß Du mit starker Hand unkt starkem Geist überall irdische» und überirdische- Reich vereinigt sesthaltsi, — besonnen, furchllo» — da» sollst Du Dir an den. Tag)« zurüsten, die kommen! ... » Jüdische Mährchen*) Da» KränNetd. Wie doch die Wolken am mitternächtlichen Himmel jagen. »aß sie schier den Mond verdecken j > Immer wieder treibt sein«! oberherrliche Macht st, au» einander; aber kau« schabt er stch friudiphirend um, al» schätz abermals neue graue und weiße beranstürmen, und zwischen Erde und Mond ibre kalten, teuften WLnde^stchttbnn. Dazu rauschen di, Pappeln gewaltig und bttlgen>'flch tüf vor dem mästigen Blasen deSWiffke». und dephahk Uhrerrhain^ läßt weithin-sein Klirren und .Knistern!»nd Schauern vernehmen. Kurz, Alle» ist aufgeregt in bse nächtlichen Rar kur, trotz dem Allell'gern schlaf,n. möchte, und doch lange noch kein Sturm und kein Untergang . Siehe, wo» für ein Mänulei» klettjr 1 dorr übes die Mauer, die den iüdlschen Gottesacker, ^-au» der Ewigkeit" »ver „Hqu» der Welt" (vrv ri-2) d «annt. umgttbt? Jetzt ist er glücklich^darüber: der llsichtd bricht gerade durch, und bet. dessen hell« len Strahlen sch int er nchei^sttnen Weg zu nebniki'., Er gebt durch Gräber und über Gräber; er'strauchelt, rafft sich wieder!a is, da scheint er .rn sei e» Ziele angelangr. . . . Wa» da» kür ein brrzhafte» Mannt« in, um Mitternacht. wenn der Vollmond »m° flBcltrn und Winden kämpft, über btt Gotl^SZkermauxr zn klettern und über die Gräber zu wandeln . . . und doch ist e» nusi „der stille (Benedikt) . . » Der „mir ©fnbi(f‘ der gutherzig, Jüligling, 'der kein Kind bmidigk^ der Allen ') Iu de» Jadrgänge» «822 o»d «SÄ der Ast». Ztg. de» Judrnth. habe« wir acht MSHrche» gegedesi.i welch« sehr grüße» ' Vetfall ermeten. Ans »tebertzotm Hnffordernng steh«, wir itcht i m, nach etnlge in dies«, Slam noaznllgan. . M «jesiaerton. jL