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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 48 (1854) · p. Seite 191

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
48 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 191 (sequence 3)
Language
German
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191 Länder gilt, und ganz lustig ihre Siddurtvr und Machsorim k. alS: „Gebete rer Juden" in dw Welt schicken*). Nein, die Hesammrbsit der Juden hat nicht» gemein mit einander, alö ihre Thora, über die sie wiederum zahl» lose verschiedene Ideen haben. Nicht einmal die Gotte»- ivee ist allen gemeinsam, Dank den Kabbalisten, uud nicht einmal der unerhörte, beispiellose Geistesvruck de» Rabbi« niSmuS ist eS. Dank den Philosophen einerseits und den Ehassidäern andererseits, der Karäer gar nicht zu gedenken. ' Giebt e» nicht ganze Provinzen von Juden, bei deren Nennung wir hier oben an nicht», al» an wucherische Erpressung. - an Uebervortheilung. an Unrechtlichkeit denken? Fällt e» aber in Berlin, in Eonstaniinopel» in Frankfurt, in Breslau, in Hautburg, in Surinam u. s. w. Jemandem ein. bei jüdischen Geschäftsleuten eo ipso eine specielle Unrechtlichkcit,zu vermulhen? . Wir hier zu ihnde z. D. sittv stolz auf unsere Ehen, auf unsere Familien u. s. w. Haben-wir aber nicht in Osten ein weil größere» Ländergebiet, wo fast mehr Scheidungen vorfallen, als (5h,n geschlossen werden? Wo es' zur Regel gehört, daß der Ehemann im 20sten Jahr die ihm im 15len angelraute Frau ..sitzen läßt?" Und mangelt es un» wiederum an Gegenden, wo wegen de» unmoralische» Mairikelwesen» die Keuschheit vieler Jungfrauen eine zwciselbafte' ist? In deutsch-jüdischen Häusern nimmt meiste die Frau die ihr gebührende Ehrenstellung ein; welche Stellung hat sie aber in Klcinpvlen. wo sie da» Geschäft allein betreibt, während der Gemahl „lernt," welche im Orient, wo in einigen Gegenden noch Polygamie vorhanden ist, wo dem Weibe da» Lksen'und Beken-Lernen religionsgesetzlich verboten ist? welche überall da, wo noch rabbinische Richterstühle stehen, und wo die Frau also nicht von ihren Eltern erbt, wenn sie Brüderhat. und wo ihr Zeugniß kein Zeugniß ist? Eine ächte polnische Rabbinerfrau ervreistet sich ja noch beule nicht, am gewöhnlichen Wochentage mit ihrem Manne zu Tische zu sitzen! Die Juden find arbeitsam, und wahrlich: was ist alle Handarbeit gegen da» saure Brod de» Landhaufirer». der lahm und blödsinnig werden müßte, wenn er nicht den Sabbarh feierte. Aber da haben wir gerade jetzt daS Erempel, daß man in Asien eine große Kolonie von Juden zusammentreiben will, denen, da» Wort Arbeit noch ein Fluch scheinen soll. Die Juden haben Witz? d. h. Wörter-Witz. Und das ganz natürlich. da wohl ^ei keinem Volke Wörter und Buchstaben so lang eine s^hohe Rolle gespielt haben, als bei choen. Aber auch djese niedere Gattung bat sich meist nur in den nördlichem Ländern Europa'» entwickelt; bei den orientalischen und südeuropäischen Juden ist wenig davon bekannt; auch haben sie die spanische Sprache auf weil geistlosere Weise corrumpirt und vermengt al» unsere Vorfahren die deutsch«. Wenn wir höher hinauf steigen: ist denn da» ein Witz, wenn ein verzickter Nasiräer einen jesaianischen Der» mißversteht und vom *) Ho phtlosovhitt auch Mancher »der da» Hchankela bei« Gebet »»d weiß nicht, daß die» in keiner pottugiefische» Sonzöge je stattfand, uud bei deu Orientalen, di« kreuzbeintg ans sseu fitzen, gewiß nicht. „Prediger in der Wüste" redet, uni» die» Lalembourg bi» auf den heutigen Tag rausendmch abgeritten wird? Oder wen» Menschen täglich 100 Gegrnsspr-che hrrsagen, blo» weil einmal irgend Jemand Ifeaf anstatt Mah la»? Ober wenn sich der Vorsänger bei h^n Psalm.Worten: „Heil dem. der in Deinem Hause sitzjt," -auch jede» Mal wirklich niedersetzl? Oder ist e» ein Beweis von allgemeiner Anlage, zum Witz, wenn sich shlche Fadaisen Jahrhunderte lang behaupten könnm? Over wenn die erhabene Erfindung, die ägyptischen Plagen mit den Anfangsbuchstaben zu bezeichnen, nach Jahrtausenden noch hochgepriesen wird? [ Der Jude ist autontätSgläubig. Ader wie schn^verstiegt dieser, Glaube, ssobald der Zwang dazu «ffhört. -Bon Alter» her ist un» bekannt, weloe Rolle die %a\~*!- mudsüngrr au» Polen zu spielen pfleg en, sobald sie. in Deutschland.da» Joch abwarfen. Schin vor 80 Jahren- .lebte i, Altona sin eben au» Marokkc gekommener?chl- 'afrikanischer Jude, der sich in.seiner Rutsche am Sabbatb auSfahreir^tieß und we lfaros le Sabbat Oneg dazu, sagte. Der Jade ist besonder» woblthitig. Diesen sehr problematischen Satz jetzt näh« zu uw ersuchen, balle ich gar nicht für rathsam., Wenigsten» wird man mir zugeben, daß. wenn im Allgemeinen auch fj r den Notbbedarf, für da» ÖayMachssoro genug geschieht, r J mit der Sorge für da» Lebenläffen „Deine» ärmeren Br «der» neben Dir" überaus schlecht aussieht. •' . Ich komme darauf zurück: einen als allgemein anzunehmenden-. | ven ganzen Stamm umfassenden Charakter hesitzl die jüdische Station n|d&t; weny > aber Jemand von her Eigenthumlichkeit de» englischen, de» böhmischen, de» holländisch-portugiefischen, de» elsaffer,! dt.» litthaner. de» arabischen, de» gallizischen, de» nordafri^anischea, der ober-, - der mittel-, der.niederdeutschen Juden tWben will, mit dearkann ich mich verständigen. Denn der Jude ist ein Kind aller derjenigen - Faktoren, deren Kind auch die anderen ÄdamSsöhne find, und treten bei den Juden verschiedener, Länder einige dieser Faktoren, vermög der vorhandenen Verhältnisse > (kann denn der russische! ude so grob sein, wie e» der holländische ist?) besonderi' stark hervor, so wird auch die Wirkung dem entsprechen^ W^yG ich aber v)n Juden keinen besondern Charakter zuerkenne, so gebe ich doch zv, daß die Nation eine besonder» begabte ist. und Aulagesi z> allen Zwei, gen menschlichen Thun» har, zu denen ihr sin freier Zugang gestattet ist. Biele dieser Anlagen find latent, wie e» z. B. dafi-musikalische Talent bi» a»f diese» Jahrhundert gewesen ist, aber sie entwickeln sich mit großer Elasticität bei irgend günstigen Umständen^ Vermöge-de» in diesen Blättern ganz richtig angegebenen UmstandeS^aß jeder Jude bisher singen konnte: ..«»! trftt ksin Änd'rer für »ich sin, Auf mtr selber st/h' ich ganz allsin." hat sich sine sich selbst bestimmende Schmiegsamkeit au»* gebildet, die den Juden, den europäischen mindesten», kehrt, sich vorzugsweise in neue Verhältnisse zu finden*), nutz •) Ui» russischer Deserteur aut» ortete «Ir vor eisige» Jahre» auf met»e Frage, ab er auch scho» geka»1sch»h1 «o»de» ssi r

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