Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 46 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 3)
- Language
- German
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Namen verleihen, besser denu^Söhne und Töchter; einen «oigen Namen verleihe ich ^hnen, der niemals venilgt wird (JeiajaS 56. 4 n. 5)." Schott. Anwendung talmndischer Legenden. Boq Rabbiner Schott. 1 1. Soll man viel oder wenig betend (Nach Beracholh 34, s). ES überlieferten die Rabbinen 2 ES ereignete fich. daß ein Schüler in Gegenwart de- R. Elieser vorbetete, und dies sehr lange auSdehnte. Da sagten die Schüler: Unser Lehrer! wie lange dieser eSauSdehnt! Er sagte: Keineswegs dehnt -tx eS mehr aus, als Moscheb. unser Lehrer, von welchem geschrieben steht: ..Jene 40 Tage und 40 Nachte, die ich mich bingeworfen" (5 B. Mos. 9,25». Wiederum ereignete es sich mir einem Schüler, daß er vor R. Elieser. vorbetere. und eS sehr abkürzte. Da sagten die Schüler: Wie dieser so sehr abkürzt! Und er sagte zu ihnen: Keineswegs macht er eS kürzer, als Moscheh. unser Lehrer, welcher also betete: „Gott, o Heileste doch! (4 B Mos. 12. 13.) WaS dieser talmudischen Minheilung einen bleibenden Werch zu.verleihen geeignet ist, daS ist die.EinleikungSpbrase: „ES überlieferten die Rabbinen." wodurch angezeigt ist, vaß man die Aussprüche R. ElieserS erhalten wissen wollte, damit zu allen Zeilen erkannt werbe, wie man keineswegs an eine Gebetformel gebenden sei, sondern ste nach ,Umstanden auSdehnen over abkürzen dürfe, ja solle. In der Mechilta zu Beschallach finvel sich der Ausspruch NNLP 'tb und wird dann obige Legende von R. Elieser und feinen Schülern mit einigen Veränderungen mlrgelheilt, woran die Schlußfolgerung.,gefügt ist: ■pNir? wo er. wo o- ‘mD. U-berhaupt hat. ten die älteren Rabbinen über diesen Punkt sehr heilsame Praktiken befürwortet, z. ©.* irren «b« rn-isia nsroa ura arj und erst die gelehrte Okthovorie der neueren Zeit fühlt stch dazu berufen, stch an die Spitze der Unwissenden zu stellen, welche daS Gebet zäblen statt wagen, und zwischen Schemah Israel und einem Sulat keinen Unterschied kennen. 2. Der überwundene Tyrann. (Nach Beracholh 32, a u. b.) Es überlieferten die Rabbinen: Es ereignete stch bei einem Frommen, welcher auf dem Wege betete, da kam ein Vornehmer und grüßte ihn, aber er »rwiederte ihm den Gruß nicht. Der Vornehme wartet-, bis Jener fein Gebet geendigt hatte, «nd sagte dann zy ihm:. „Letchtstnniger! ES steht ja geschriebm in euerer Schrift: Rur hüte Dich und Deine Seel«; ferner: Und Ihr sollt sehr auf eurer Hut sein, um eurer Seele willen (5 B. Mos. 4, 9 u. 15). Warum hast Du meinen! Gruß nicht erwiedert? wenn ich Dich geKvtet. wer würde Dein Blut von meiner Hand fordern? — Jener: sagte zu ihm: Warte, biich Dich mit Worten verfShut habe. Er sagte: Wenn Du hättest vor einem Kövtge gestanden, der Fletsch und Blut ist, und eS wäre Deist Freund gekommen und hätte. Dich, gegrüßt, würdest Du ihm erwiedert haben? Dieser fügte zu ihm:- Nein. --> Und wenn Du ihm erwiedert hättest, waS würden ste Der gethan haben? Dieser sagte.zu ihm: Sie^.würden mich mrt dem Schwerte getödtet haben. — Nun, sagte jener Fromme: Ist hier nicht eine Folgerung vom Geringes auf da- Wichtige? Da Dü .soga? vor einem König« v^n Fleisch und Blute, der heute hi^r und morgen im Grabe ist. so thälest; wie sollte ich, da ich stand'vo!r dem Könige ^der Könige, ven Heiligen: gepriesen sei (SrJ welcher lebt und bleibt ewig in glle Ewigkeit, nicht uw so mehr so tkun? Sogleich 'wurde jener Bornehme verföhift und der Fromm« r ging in Frieden nach Hause. Mir Recht wird man in dieser Erzählung ven Frommen bewundern, welcher sein Leben vfagt, um der Ehr-.^ furcht vor Gott Nichts zu veraebenz rmd esteigeti sich die^e Bewunderung um so mehr, Iviny nran bedenkt. wie heuriges Tages die Bezeichnung: Er fst fromm,-an je-- den verschwendet wird, von dem eS oprorisch ist, baß er jeden Tag die festgesetzte Zahl von gebeten sagt.. Da mag er, in ven Tallit gehüllt unv wir den Tefillin bekränzt, auf^alle Vorgänge'ves HaüseS und der Straße merken^ über seine Geschäfte. nachstnnril, von einem vorübergetragenen Fisch^ over GemüsekorÜe auS> dem Himmel in vie Küche versetzt werken; er ist'unv Hleibt dennoch ein frommer. Wie. erhaben erscheint da der wahrhaft fromme Held unserer Erzählung! Doch wahrlich noch'mehr Bewunderung dürfte dem Mächtigen gezollt werden, welt; cher im stolzen Bewußtsein seiner Macht, der sansten'Enrschuldigung feines Beleidigers lauscht, und sich gern ver- . söhnen laßt., .Hier /^rkenmXyran bie hegende Kraft deS ] aus einem religiösen Gemüthe entströistenven und mit Geschick vorgetxagenen Wones. Wenn haL lebendige Wort mehr auch -beim öffentlichen Gottds'oifnste feine Berechtigung erhallen wird, dann nsird dasselbe weil mehr, als noch sosehr angehäüste Gebetstücke zur Anwendung d eS Spruches führen. Wer ist ein Held? iDerjenige, we l» cher seine Leidenschaften überwindet. (Abot 4, 1.) Kleinigkeiten al^s der jüdisch^» Geschichte Loa llmanuel He>cht.' ‘ (Fort.kdun«.» 18. Akabi^g'S UeberjeuguagS - Treue. ' Zu dem frommen Akabia traten (inst mehrere Rabbinen und boten ihm die Würde eines. Vorsitzenden beim Gerichte an. , wenn er einen gemachten Ausspruch wieder zurücknehmen wolle. Wie? rief Rabbi Akabia. Ihr erkühnt Euch, eine solche Forderung mir zu stellen? Lieber will ich Zeitlebens als DumMkopf gelten, ehe ich überzeugungSunrreu werde und .mir nachsagen taffe, als hatte ich meine Ansichten einer 'Stelle wegen,! und .sei sie die Hörste, geändert. . —- 19. Strenge Unparteilichkeit 1 Richter. Die jüdischen Gelehrten unv Rich Regel noch einen besonvern Erwerbözv der jüdischen er, welche in der eig hatten» übten'