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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 45 (1854) · p. Seite 179

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
45 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 179 (sequence 3)
Language
German
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T 17» ergießen auS Dem. waS Deine Voreltern gedacht, gefühlt, gesprochen haben, höherer Begeisterung gewürdigt. Freue Dich, daß die iJahrtausenvk Deine- Stamme- Dies getreulich bewahrten, daß dadurch Dein Glaube, Deine.Lehrz sich auf die viertausendjährige Geschichte und auf die Uebereinstimmung der Geschlechter, deren Du auch nur einebist, stützet. Freue Dich, daß Deine Väter tjafur da- Joch der Well getragen. Verfolgung. Druck, De doch nicht wichen — freue Dich, 'ß Ausschließung. Nachtheil. Spott, Znrücfezung zu ttagen habest— freue Dich all' Dessen, und -- daß Du Jude bist fall getragen, und auch Du dafür Du freuest Dich, die Israeliten oher vergaßen niemälden. der so. oft der Vernunft und Gerechtigkeit da- Wort gesprochen. Bei seinen. Reise«, die'er durch Frankreich. Italien» Deutschland und Holland'machte, gaben fie ib« überall Deweise^ibrer Erkenntlichkeit. Der würdige Abbv! erzählt in feindn Me. moireu, daß eineder schönsten Ereignisse seine- 'Lebenein ihm in der Synagoge zu Amsterdam gegebene- Fest gewesen, und daß Thränen seinen Augen entströmten. als er einen hebräischen Gesang hörte, welchen die Gemeinde vor dem Gotte Israel für sein, Wohl, erhob. Auf seinem Todtenb große Anzahl . Israeliten sich nach ih seine letzten Stunden seht versüßte, verkündigte in feuriger Rede ein schen Central-ConsistvriumS fein, D ihn der ewigen Erkenntlichkeit der 17. A b b a der Wenn inan am dem Gelehrter Eckigkeiten und Seltsamkeiten sinket, so mag leicht-der Kleinigkeiten aus der jüdischen Geschichte. Boa trmauuel Hec> t. . (ficrticiun,».) 15. berfberr aus B e r f a i l i t s. Als eines Tage- M. Cerfberr in das Schloß von VersailleS kam, um dcn König Ludwig XVI. zu Gunsten der Elsässer Juden eine Bitte vorzuiragen. > fand er den Salon mit Hosleuten angefüllt. so da^ es lange dauern durste, bis er zum König gelangen konnte. 'Der Tag neigte sich bereits seinem Ende zu und Cerfberr bemerkte, daß noch immer die Reihe des Vortr!etens nicht für ihn gekommen; er stellte sich daher in eineü Winkel beö Saales und ve-richtete das Miiickahgebet. J^tum hatte er es begonnen, als ihm der Kammerdiener erÄffnete, daß der Kömg bereit sei, ihn z« empfangen. Ohne sich um das Aufbrausen des Huiffier und die wieherholte Vorladung des Kammerdieners zu kümmern, beenloigte Cerfberr andächtig sein Gebet. Vor den König dünn tretend, sagte er ihm; ..Majestät! ich hatte eben ein Anliegen vor dem Könige aller Könige, bevor ich hier eir lrat. und dgS hielt mich einige Augenblicke auf» Ew. Majestät werden das zu verzeihen wissen." Der. König, d>e Frömmigkeit des M. Cerfberr wohl kennend, und wisse cd, wie er damit tiefe Vaterlandsliebe und Erhabenheit' n Gefühle vereinigte. hörte gnädig auf diese EntschuN igung. nabm ihn freundlich auf. und gewährte Ihm seine Bitte. 16. A b b e r e g o i e. Der Abbe Gregdire. Pfarrer von E^bermenil, Bischof von Blois, Mitglied des Jnstilus, der Rational- Versammlung u. s. w., war ein eben s > eifriger, wie erleuchteter Vertheidiger der Rechte der Juden.' Ueberall und imüser bekämpfte er die ungerechten Beschuldigungen, die man ihnen machte, und die absurder Vorurtheile. die während so vieler Jahre gegen sie g< hegt wurden'. Ex war unermützlich in der Forderung ihrl r völligen Emanlj^ger Gefangenen mitgenommen und cipation und ihrer Gleichheit vor dem Gesetz. Seinen so gelehrten wie eindringlichen Worten ve-danken die Juden Frankreichs zum Theil die bürgerlichen Freiheiten und Privilegien, die ihnen 1791. gewährt wurden. — Wie alle Staatsmänner, hatte auch der Abbö, Gregoire Feinde und Derläumder. Ran kränkte! ihn in seinen spätern Tagen und verleumdete ihn auf gar verschiedene Art; K christlichen Prälaten, tte hörte er, daß eine N erkundigte. waS ih« Auf seinem Grabe Mitglied des-hcanzösi-.- tdieliste und versicherter!uden Frankreichs.. / r j t. - ^vom Fache so häpfig-. s^in, daß dieselben ihre tzukriogen, meist auf Grund in dem Umstände zu suchen Lebensstusidtn - in einfachen Zimmert sich selbst beschränkt, im Umgänge mjt der Welt die Ecken nicht abschleifen'und auch auf Aeuß ilichkeiten grundsätzlich weniger Wenh legen. Warum ab<r auch Aerzte, wie allgemein bekannt, Sklaven der Pcdan ssrie sind. weiß ich mir nicht zu erklären Eigenheiten, je! vch solche von edler Natur,- hatte auch der jüdische Wun qrzt Abba; daneben aber, was andere Aerzte oft. nicht bc vrn, Mitgefühl, Aufopferungsfähigkeit. In all' seiner P arizeigte sich nebew der gewissenhaftesten Sorgfalt die Uneigennützigfeit, die feurigste Menschenliebe, mit einem Worte: „dajüdische Herz." 3m Vorplätze seine i Wohnung brachte er eine Büchse an, worein Jeder da- Honorar für die ärztliche BebunSlung narb Belieben hin inkegte.' so daß der Unbemittelte unbedenklich seinen ärzt ichen Beistand in Anspruch nehmen konnte. Nicht frtm beschenkte er Letztere nach hcrgestelltrr Gesundheit mit kr! sttgen und erquickenden Lebensmitteln. Gelehrte behandeltes er jederzeit unentgeldlich. Zwei Rabbinen, die e nst von ihm freundliche Ausnahme, Platz an seinem Tische und ein gutes Bett fanden, entschlossen sich, seine Frömmigkeit aus die Probe zu stellen, nämlich die kostbar n Decken, aus denen sie schliefen, heimlich mitzunehmen md sie ihm dannMbst. an einem andern Orte zun» Verkauft anzubieten. Äns-. dem Markte trafen jre ihn. „WaS sind diese Teppichs wertb?" fragten sie Ihn. — So nr d so viel. — „H«st Du sie aber nicht unterschätzt?" spachen sie weiter. — „Rur um viesen Preis könnte ich sie Huch-abnehmend war die Antwort. — „Und Dü merist nicht, vaßeS Deine eigene« sind? — „O gewiß, allein ib glaubte, Jb^ habet sie, a«s irgend einem Grunde, Euch scheuend, eine Gabe von mir zu fordern, vielleicht zur/Befreiung unschuldi. lvürdrt mir fchon-die Anzeige hiervon, später machen.,".— ^DaS war der Grund nicht; hier find also Deine Teppich«; Du^kannst über verfügen." Abba aber shrach: „Dc S kann ich nun mehr nicht; denn von der Stundean. all ich die Teppiche in Euren Händen sah, bestimmte ich sie meinen Gedanken zu einem wohlthätigen Zwecke und mag und darf ich sie sdaher demselben nicht nunmehr entzieh«.

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