Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 45 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 2)
- Language
- German
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mehr zanken sthnu ig vor fiftm erpreß zu gipnlj flicht gr nadp zu sein, um Sch dos Javt über desto 178 um so heiligerer Relizu können.- Spricist Du zu einem unsrer StammsSgenoffen ein bestimmtes slnheil. hundert Fällen. neunzig Male sich gerade dtaS Entgegen-- gefetzt^ seinem! Geiste wie von sesbst darstellen, und es bedarf kaum ftbr begünstigender l^mstanve. stm gerave diesen G gem'atz!bm als einleuchtender vor^ststejllen. Wie oft habe i b an das bekannte Geschichlcken von ßokrales und seinem Sohrze lgedackt. welcher leckere seiner zanksüchtigen ^kUlte Erbsen bestellte, trotz dem. der Later Bohnen gesagt, md als ier drm über die eriolgten Bornen verwunderten Passat d es erklärt, die Bemerkung j'üren mußte: wre w nn er. sLokrakes, schon in '.derselben Veise .verfahren. l itt1 nun] weil List List aushebt, doll Bobnen bekommet. obschon er Erbsen halse haben vollen! . . .. JDaber bat nmn schon häufig dem -Juden einen' zer». se?en >en Beistand zugeschrieben.' Denn dl er eben stch auch d s GegetHatzes bewußt machen will, ui t dadurch das genaue Abwägsn der Gegensätze notbwendlg wird! dieses Äbwäc cn -wiederum das Abstreifen alle? 'Scheines, vaS möglicl e Eingaben in ras Wesen und die Mptioe erfordert - so ist es klar, daß ker^Juve sich zcwÜhnt. nach Venl ..oie bcißl?" zu fragen, um möglichst der Sache — .auf be i Grün» kommen. DaS menschliche Gemürb »st das echte kand der. Ge- 'gensäy,. und man bar es viel zu viel mit den. Gebilden der Olitur und! ihrer ewigen Gesetze verweil selt, daß maw jener r ichr anemennen will. Niemand ist beweglicher -ails der Jude; Niemand ist zäber als der Ju )t. Wer sollte glaubet. daß rsieS ist einer und derselben 4 erson möglich wäre? Aber noch weiter: Niemand ist pl antgsiereichr.r^ a> s der Jaide; stliemand ist'nuchterier ,alS der Jure. Äber ntr gesagt-, immer eine und d eselbe^Person. Es iil luch's lnchter. als ein „jüdisches Hei V' zu rühren i* st nichts möglicher, als eiyen jüdischen Geist zu ergreife i — amras schnell auigestammte sKeuer erlöscht . sehr ba d'wieder, es war —' Slrobieuer; benutzest Tu es ün Au. eal Uck, kannst Du Großes leisten -- rechnest Du auf die Dauer, i'o wirst Tu Dich getäuscht finden. Dies öewegli«kelt — aber wir zäbe ist d'r Jude-l-. Seit M Cie .hundert Jab'renlB. arbeitet die BUrllnq hak stch sehr geändert, seine ^hschauung. mit njelcher Zähigkeit bängt er jeder Crre- Daß der Jude an ibm, - ein- Bedürmiß — abe moitie, In leksul allen Brauch im Euftus! pbamas treich, weiß Jeder, der seine Redeweise belauscht, .Sckwunz des Geistes ist selbst denk rodest,n Juden eigen, ja eieie it weit «lebr-^tecb als dem gebildete»— und doch wie nüt >rern.zullci^>k »Jiicfjiö zahlreicher alä die Dichter unk» dir Mathematik^. wenigstens die guten. Rechner unter uns. Ich Hape Männer gekannt, die tätlich die Börse besuchter und kavei hebräisch, französisch und deutsch dichteten u »d lreffnch. Tie alten Juden trugen die Porste in ihre neoeren! Hütten.hinein und legten! ein Duft davon um aElen schmutz VeS Lebens ... Sob irr Geg nsatze finden stch bei nähe» er Betrachtung immer i»ehr. ' L>o. ist auch Niemand unruhiger als der Judt und «jeder Niemand halt besser ine'Gebuld- 'probe vS. > L enn den Juden der Red ler nicht aner es um keinen Preis ««», e» kommt lpricht, Unrnbr so hält mter dil Gemeinde, daß man tafe eigene Wort nicht hört — und doch bört dasselbe Publikum 1^, Stunden eine Vorlesung, zweier Sidroth, ohne daß die große Mehrzahl davon viel versteht, oder gar beim Anhören daran denkt! Nicht einen Augenblick steht def Jude still, und selbst in der Schemone Esre entschädigt er stch für vaS . Stillstehen durch ein desto heftigeres Schaukeln, uiiö*doch halt er. Gottesdienste von 5. 6, ja 13 Stunden aus! Zahllose Juden lesen das ganze Jahr nickt eine Seite, aber beten Folianten durch! Wer weiß es^rftchr, wie reich das Her^ des Juden für feine Familie ist? Diese Zärtlichkeit der Eltern für ihre Kinder, vieft felsentreue Verehrung der Kinder, für ihre Eltern, diese Eintracht in der Ehe, diese Anbänglichkeit zwischen Geschwistern! Und nicht minder: wie geöffnet findet rer Bedürftigerer Nothleirende das Herz veS Juden; zu welchen Aufopferungen ist der Jude befähigt -in der Gemeinte, am Krankenlager, am Todkenbelle! . . . Und wer ist dabei mehr geneigt zum Wiy. zum AUeS rerfreffenden Witze, zum nichtsverfchonenden Witze, und wer liebt ihn mehr? 'Fürwahr, eine jüdische Gesellschaft sollte einmal die PreiSaufgabe stellen: vre. Gegensätze im jüdischen Volks charakter zu erklären! . Wir haben unser Thema beure nicht erschövft. wir werden iorlsabren, oder ein Andrer mag dies. Freue Dich, Jude! Freue Dick, Jure, Deiner Religion. 'Deiner Ge- ' schickte, Teines Geschickes! Nur wenn Du Dich dieser freuest, erfüllst Du-Dich ganz damit, lebst Tu ihnen, wie Du eS solltest, erbebest und erböbest Du Dick in ihnen. Freue Tick, daß Du den Einig-Einzigen, den Unveränderlich-Ewigen, den Schöpfer res Weltalls und rer Wesen, den allbarmberzigen . Versöhner. den immerdar Richtenden, den allwakrenren Lenker anbekest. daß Du Ihn änderest im Geiste, ohne Bild, ohne Sinnbild, obne Zeichen, allein im Geiste, Herz zu Herz, Geist -zum Geiste. Freue Dick, daß Du Teine Seele als eine!„Leuchte re.s Ewigen" erkennest, als „Ebenbild Gottes" rein^rus der chöpftrband Gottes bervorgegdngen,. unsterblich, zur Heiligung berufen, um „aus der Vorballe in das heiliqf Innere einztzgeben." anerkennend, daß Alles, was Gon lendet, zum Heile ist. Freue Dich, daß Dir auftrlegt ist, ..Deinen Nächsten zu lieben wie Dich selbst." Dick nicht vor ihm bevorzugt zu ballen, nicht durch. Geburt, nickt durch Rang, nicht durch Vermögen, sondern „Jedwedem dasselbe Recht zuzugestehen wie Dir selbst." Barmherzigkeit zu üben, wo und wie'Du nur vermagst, vom Rechte nicht zu weichen, „die Wege heS Ewigen nicht zu verlassen." Freue Dich, daß alles Dies der Menschheit verkündet ist durch Deine Väter, daß alle Belehrung,über Gott, Welt und Mensch geflossen ist aus dem Schooße Deine- Stammes, daß dessen Geschichte gekannt ist von aller Welt, dessen Bücher gelesen anallen Orten, dessen Gesänge gesungen in allen Tempeln, dessen Feste gefeiert in allen Zonen, dessen Gesetze anerkannt und befolget in allen Ländern, daß Erhebung, Trost. Zuversicht ewig stch i