Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 44 (1854) · p. Seite 174

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
44 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 174 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/4908862-5999329-6000642--0280-4909051
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

I ' -- 174 ' R. M-s, h ben Maimon, bekannter unter sdem Ramm '-Mai nvnives (Rambam^ so heiß^ der Mann, reffen Leben und Schicks« e wir'setzt näher befrackten wollen, wurde am 30. Mär; 1135 zu liorrova in Spanien geboren. Sein Dar r. »Jt. 'Raimon, war Richter der israelüiscken Gemeii de in rer GeburtSstadt utisereS MalmhnideS. Die Gel an veö Maimonidekostete seiner Mutter vaS Leben, »nv so war er von Jugend aui ba!b verwüst. Als er so l it war, r-aß sein Pater rag Studium djs Tbalmuds mit ibm beginnen konnte, zeigte MaimonideS wenig Neigung zu rieser B tckäfligung, und seihe Fortsckrittei waren darum auch ni r gering. Der Pafer. über viele Gleichgültigen eine, Tages aufgebracht^ bestrafte dep schön ziem» lick berang> wacksenen Knaben und dieser, -sich verketze-fühlen , enkst, l>. rerbrackte die Rächt in ror Svnagoge zu So dora. u id kante vier ren Entschluß, nickik eber wieder zur l Daker zurückzukehren, als ms er stck l» per rhalmudisckcn ÄLlffeuckaft tüchtig beran^ebilret habest würde.. Am andern 1a. e machte er stch au( den Weg nfick r-ce eben s anien, südöstlich roa Kerdova lugenden Stadt fatS in Luc e'n a u v fanv hier cum Glücke Geigenden, oen Th tlznuv r ckl gründlich;u erlfrnen. Als Jüngling kebne er nun ng> > feinr^it-rstädi tvierer zaiuck. ging aber nit lt towr in's .itcrlichc HguS, sondern! hielt erst am na l-sten Zabbarb einsn Portrag in der Svnagoge. der all zemeine B.rrünterung erregäe. Der Dave^ unsere- Mai» m> nidrs. d<'.nid stch. untt-r ren Zuhörern stnü erkannte in dc \ vvrtr genren Jünalinge l.inen Scbn In Gegen w, rr der Versammlung umarujtt «r ihn. und Pater und Sstbn war n wieder, ausgeschnk.! Mam» nides blieb nun in.Korrova, st^ie feine tbalmtzdlfchen' Lkutuu fort, suchte laber auch n die. ihm bis ir: I n-icht gan^unbtkannt gebliebenen aral tschea. Wissen sci asten lii er eknzudringen. S amemlich w ir.eS die Mch> ist. rer er stch hingab und von welcher er stch gründli be Ken« kniff, anzucignen tu,'te, sowie sti^ arabische Pbi» lo 'ophie, t'Ucker letzteren die \ rfrtm res 'alten gri.chisck.n % Mlcfotf n Aristo't. lee, k eS L.l rtrS- Aleraurers des roßen, ' u Gründe lagen. >bn Rofchd,. Öberrickter zl Kordon a, toll bei r.in Sku turti rer Phl^ofopdie unfern 2kamwüt.es^ geleitet haben. Ticfer Mann war m ra n aliger rtt"tzr, gelehrtestear »bische Pbilolcpb und wurde ei rer rer treuesten Freunde u nseres Myfeb. Durch.daS § tudium der Philosophie kan, MauuonivtS zu rer Ueber. z uqung. rast ras Judknrhum mit ck.i Btfrnchifr beleuchl t werd^ n müsse, um"^tz v> n den. mit der Zru ringes hlick'ener Mißbrauchen stdd abergläubischen Meinungen z l rernig n. und dast es stnie solche BUemchkung vertragen k'niue. >hne mir der^esund« n P.rnuütt ^u Widerspruch z i geratt tn. Diese Ueberzeu. ung vielt fr ivurch sein ganz S Leber fest, und zieht ne ich durch aU^ seine Schrifl n. ®ir sein Zeirgenoffr Äl n (Sfra, at|e ressen Wer» l n er T leseseptte. und de, er darum auch als seinen l ebrer r nkbar anerkannte, >?ar auch Maimonides nicht i ur Phil »fopb. sondern'auch Änbaogep. v^s Äuvenrhums nd zw. r des rabbini'chen. Maimonides Änstchten und rlrundsä e, zu denen sein k ' enken ü »er die jüdische Reli zion geiangtst ssnD in seinen ablreicht i Sch'ritten^nietzerge egt, damit TaS. waS er für echt uni wahr befunden, sticht sein Etzentbum allein t 'leiben, sondern auch allen arrr Geist -durch das Nach- GlaubenSgrstoffm zu -Gute kommen und eine reine und erhabene Anstcht von dem Zurenthume überall hin verbreitet werden sollte. Wir können hier nicht alle Werk« beS MaimonideS anführen, nur seinen Hauptarbeiten wollen wir unsre Aufmerksamkeit wivmen. und da verdient denn zunächst seine Erklärung zur Mifchnob unsere Beachtung. Er begann ne in einem Alter von 23 Zähren (1158) und faßte sie in arabischer Sprache ab. in der er stch. wie in der hebräischen Sprache, klar und rein auszubrücken vermochte. Zn diesem Werke zeigt er, waS zu einer richtigen Sacherklärung, fern von allen Nebendingen und"Spitzfindigkeiten, gehört, und ist eS gleichsam der Vorläufer zu seinen größeren schriftstellerischen Leistungen. Aber dieses Werk sollt, in Spanien nicht vollendet werden. — Obgleich die Juden von den Mauren sehr begünstigt und in der freien AuS» üturng der Religion nicht gehindert wurden, kamen dennoch mitunter Verfolgungen vor. und eben eine solche Brrrolgung trieb, wie wir sogleich bören werden, unfern Maimonideau» Spanien Der damalige maurische Herr« Icker in Andalusien, der Provinz, in welcher Korvova lag. erließ nämlich den Befebl (116^), alle Zuden seine- AeicheS"follten den Z-1»o^annehmen/ die Widerstrebenden getövttt und' ihre Kinder als Eclaven verkauft werden. Biele stoben in die benachbarten christlichen Staaten. Viele nahmen aber auch, weil Vermögen-- und andere Umstänve ihnen nicht sofort gestatteten, da- Land zu räumen, äußerlich den ZSlam an. so die Gemeinde Kordvva und auck die Familie- MaimonS. MaimonideS mit. Zm Geheimen blieben sie jedoch Juden, bessere Zeiten abwartend, die vaS öffentliche Bekennrnist ihrer Religion wieder er« lauben würden. .MaimonideS studirte im Stillen die israel. Schriften und brachte seine Erklärung zur Mischnab immer mehr der Vollendung näher. Aber die heuchlerische Stellung, in die ihn jene Verfolgung versetzte, konnte sein wahrheitsliebender Ebaraeter nicht aus die Dauer vertragen. Seine eigenen Worte in dieser Beziehung sind: ..Am besten ist eS. alle diese Orre zu ver» lassen und nach solchen Ländern zu ziehen, wo eS möglich ist. ver eigenen Religion anzugehören uns lieber bei Tag und Nacht Alleim Stiche zu lassen; dtnn sie Tbora, welche uns Gott zum Erbtbeile-übergeben, und die Pflichten, die wir gegen den Heiligen zu erfüllen haben, steben böber. als alle Zufälligkeiten, welche der Kluge kommen siebt; denn diese besteben nicht, Gottesfurcht aber besteht ewig." So wandte er denn im Jahre 1165. in einem Alter von 30 Jahren, mit seiner ganzen Familie und seinem Vater,^dem er in kindlicher Liebe zugetban war, dem geliebte» Spanien den Rücken. Gewiß die Liebe zum Varerlanve und vielleicht manche andere erschwerende Umstände mochten die Ursache sein, weshalb MaimonideS diesen Schritt nicht schmv^tzüher getdan -halte. Das Ziel der Reise war zunächst Palästina. Die Wanderer schlugen zum Tbeil den Seeweg durchs Nittelmeer ei». Em furchtbarer Sturm hatte sie-beinahe in den Wellen ibr Grab finden lassen, aber der Herr der Meere »nd dar Winde ließ sie glücklich der Gefahr entgehen, und so landeten sie, nach einer ungefähr vierwöchentlichen Reise, wohlbehalten in Akko, das damals Akre hieß. Der Tag, an dem Maimonide- Palästina betteten, ward ihm ein jährlicher Freudentag und de- AlmosenspendenS. Don Akko auS ging er nach Jerusalem, hielt stch aber daselbst r

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.