Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 44 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I' t Jüdisches Bokksvlatt. Zur Belehrung und Ant^rhatlung aus jüdisl^em HeKiete. »ttL- Herau-gegeben von Rabbiner Vr. Ludwig Philippson in Magdeburg. rCITX^ f fl -fl OS fl 1 Von »i«f«r 3«in'*rift «rtavinr wöä>«n»lia> «in« Rum««r Pkri« ,«» Aa»rr 4 & «. I i/CO* *X*T* lo«T. I S^Ns,, 1 Iblr. ®ifr|«ljäbr(Ä “*/» »*r- *0« ®!tcMwnf'rni;<!!.. ¥rtJmr«r fl L J un» Zkis»!ig««xredirwntn nodmev .1».' ' l ~ ” » 4.<naart«L] Aus der Gemeinde. Maimonides*). ES ist ein eigenrhümlicheS Schauspiel, w lcheS die jü» dischtn Gemeinden varbielen. Entweder es ist da. AlleS tobt, schweigsam, kein Blättlein regt sich-am Caume, <ein Luftzug rauscht durch die Zweige — oder sie^el wie. der VUIW Ute JlVliyt VVU . ll/IC-Vll 1 Sturm rast, wie die Parteien auf einander stoßen, wiel. die Schilde klappern, die Schwerter klingen, die Dolche ' {tfjne Piofltnpbi«.) Dou H. Lichtensieiv, Lehrer so Dreißigacker bei Meitrtoge«. Einer der interessantesten Thello dec Geschichte der blitzen — ein Drittes kennt man nicht. Und um was die Ruhe, die öde Stille, der Zauber« schlaf- .wenn eS gilt, daS Höchste, daS Heiligste des Menschen, sein religiöses Leben zu retten vor dem ZersetzungS« prozeß der Civilisatlon? Und um waS jener Sturm? um die Wahl eines Vorstehers, oder eines Rabbinen. oder eines VoröeterL, oder eines Schachet-, oder eines SchammeS .... oder auch um Abschaffung oder Beibehaltung einer unbedeutenden Eeremonie, eine- PiurS u. vgl. — während Generation nach Generation immer mehr »er Religion aöstirbk, mer tiefer in den Materialismus »erstickt^ . . . . Aber nirgends, oder doch höchst selten, jener stille, i ernste Eifer, jene würdige Liebe zur Sache, die die That > thut um der Thar willen, die unermüdlich, nicht um Men- > schenehre willen, in der Gemeinde strebt, unv unablässig für Synagoge. Schule, Wohltbatigkeit. Leben, Wirksamkeit thäkig ist. welche,- auf die Vergangenheit sich stützend, in der Gegenwart aufrecht, mir dem Blick-auf die Zu- ' kunft daS Judenthum erhalten, die Gemeinde blühen sehen : will ... . ' Theurer Leser! wenn, indem Du diese Zeilen liest, noch etwa- Sinn und Gefühl für.die Religion Israel'- in Dir wohnt — und ich glaube dies — fo laß diese Schlaffheit fahren für daS Heil der Gemeind«, und zugleich entferne Dich von diesem Tumults um NichtS. von diesem Tummelplatz niedriger Leidenschaft — — ab^r kümmre Dich um die Gemeinde, verwalte ein nützlich Ämt in ihr, ohne zu streiten und ohne zu wanken, . suche vaS Leben in ihr zu wecke« und zu fördern, daß die Synagoge nicht der Zauberhöhle gleiche, in der in den Schlaf verflnkt, waS fich nähert, daß die Jugend in der Religion unterrichtet werde, daß die WohlthätigkeitSanstalten. nicht untergehen, sondern, immer neue entstehen .... o welch' gesegnete- Feld der Thäligkrit! .... en Tempels ist chon in den frü- Jsraeliten nach der Zerstörung des;w,i die Geschichte der Juden.in Spanien, hesten Zeiten, mau nimmt an, schon ustter dem Könige Salomo, siedelten sich Bekemeer der modischen Lehre auf dem Booen der. pyrenaischep Halbinsel ai. Mil den Römern kamen ganz besonders» viele. Israel ten dahin. Die. jüdischen Gemeinden daselbst wurden in Laufe der Zeit immer zahlreicher unv wuchsen hie und >a zu einer bedeutenden. Stärke heran. Schwere Zeien und traurige Tage kamen für die Bekenner deS MosüSmuS in Spanien, als sich die Westgvkhen im 5. Jal rhundert unsrer Zeitrechnung in den schönen Gefilden der pyrebäisch^n Halbinsel niederließen.^ Die Westzothen waren Bekenner deß ChristenthumS. und in ihrem' Glau »enSeifrr machten ste. eS den schon ^Jahrhunderte früher nach Spanien gekommenen. Israeliten schwer, ungestört und offen dem Glauben der Däter gemäß zir leben. Spätere Jahrhunderte brachten indeß für die spanischen Jüdin wieder befftre Tage. DaS 3.. 711 n. (ifjr. sah die Bekenner de- ISlamS in Spanien landen und daselbst ein maurische-Reich gründen, während dessen Bestand daß spanische Israel die glücklichsten Zeiten verlebte. Aber auch die Herrschaft der Mauren war nicht von ewiger Dauer, st, mußte nach Jahrhunderten wieder der christlichen weichen^ Dieser Wechsel übte auch auf die Verhältnisse der spanischen JuHen eine« wechselnden Einfluß auS; .dw Lage der »tztern wurde immer drückender und beklagüiSwercher. bl!» endlich im Jchhr« 1492 auf königl. Befehl alle spanisch,n^ Juden daS thnire Vaterland verlassen Süßten. — i _ Indeß ist ehier nicht unsere Absti^t, den Lesern ein Bild von den polinschen Verhältnissen »er spanische»! luden vor Augen zu führen, sondern Zwtck dieser Zeile» ist, da- Leben ein,S ManneS zu schildern, der, wenigsten» »em Namen nach,'einem großen Theile unseiir Glaubensgenossen nicht unbekannt sein dürfte, dessen Dirken und Schüssen. dessen Leiden und Dulden, kurz, dessen Leben aber .noch lang, nicht al» so allgemein be annt vorausgesetzt werden kann, daß eein „jüdift-eS Bl lkSblatr" nicht zu besprechen nöthig habe. ') Rach Eannoly. Jost uud Aubereu. 1 . -'-b