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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 39 (1854) · p. Seite 155

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
39 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 155 (sequence 3)
Language
German
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belehren, dann seine«. Weg ruhig gehen, auch gegen seine vermeintlichen Gegner so lange freundlich fein ,j nie sie nicht offenbar als Gegner sich geriren — vor Allen; aber sich von Niemandem etwaS hintrrbringlen lassen! Letzteres ist sehr probat, denn der Getstttcke Äug ja doch im Guten und Schlimmen wieder mit vm Neuten verkehren, weiß er nun, was sie geschwatzt odtjr! >ethan haben, so kann er eS nicht mit freiem Herzen. | i 32. Ä.'in A. Vor einigen Wochen starb in» ^4tzen Lebensjahre der König!. Kreis-Wunvarzt L. Der Verstorbene hatte in seinen letzten Lebensmomenrsn »en. aus« drücklrchen Wunsch geäußert, sein Freund W.^ niosgi^chen Glaubens, den er während des Lebens persönlich sh ^tzoch geschätzt habe, möge ihm die letzte Ehre erweis n. Die Wittwe luv viesert zwar orthodoren, aber jnichl zan; stabilen. vielmehr in vieler Beziehung dem Äonfchr it huldigenden Juden zuck Leichenfolge ein. Er refusirre> ak er die Einladung, w(tt Irr es mit seiner lleberzeugung. ni ht in Harmonie bringen könne, eine Leiche zur Ruhsstä te zu begleiten, auf deren Sarge die plastische Darstellung , Christus aul Kreuze" liege, und iveil er als Mikglieh V'r dischen Priesterkaste een Friedhof nicht betreten dürfe Die Wittwe bedauerte cS sehr, den Wunsch ihres ver^oiberttn ManneS, welchedxvor vielen Jabren an ZeneS M^ktir eine schwierige Bruchoperation inü glücklichem Erfolge g-macht hatte, auf diese W^eise vereitelt zu sehen, und a«S naheliegenden (Gründen mochte ste stch sticht dazu entschließen, den ^arg des üblichen Sinnbildes zu .berauben. - Äuf Grund dieses FactumS bitte ich um gefällte Beartwortuug der Frage: Har der ort'hodore Jude, wellher nach, seiiienl Dafürhalten ein treuer Anhänger der nios> ischen Religion ist, im Sinne und.Geist unsrer heiligen Religion gehandelt, und verdient daS Benehmen heßelben. welcher stch auf den Satz beruft: „Zbr sollt nicht ,imtr fremden Göttern geben." »Nachahmung? — j I 33. Derselbe. Ein Familienvater ersuchte len Vorstand -einer jüdischen Gemeinde, ihm zu gestat en das Grab seines verstorbenen Kindes, nebst dein uninttelvar an demselben bestildlichcn, ihm zur eventuellen B ertigung seines andern Kindes bereits überlassenen PlaH , ,ik einer, den RiluS nicht verletzenden Einfriedigung, versehen zu dürsen. Allein er berückstchligte dieS Gesuch nicht, weil auf dem Gottesacker der Gemeinde noch kein Gra > zur Zeit stch einer ähnlichen Auszeichnung, erfreue, iinfi man stch überhaupt vor Neuerungen hüten müsse. Ter'Vorstand konnte allerdings, kraft des ihm zustebenven R ätteS. daS Gesuch des P,teuren abschlagen; stud aber di> Gründe zur Verweigerung desselben wohl zu billigen? Wir glauben auf die beiden .'Anfragen §olg«nvts erwlkderii zu müssen. Was Nr. 33. betrifft, so is: e .eine BesLräntlheil des wabrfchcinlich unwissenden Vmst Hers. Was nicht verboten ist, wird koch gestattet fein? st eylleren die Leute noch immer nicht die Lust, sich neue 'Beschränkungen aufzulegen? UcbrrgenS weiß ich nicht, ob denn der „Vorsteher" das Recht habe, so mir nirbtS, Kt lichtS und ohne Geltung irgend einer höhern Instanz eir fol> cheS Gesuch abzuschlagen; ich würde wenigstens will) für eine Verfassung bedanken, nach welcher ein „Virstcher" unumschränkter Gebieter des' ÄemeindegulrS warf. Was hingegen Nr. 32. betrifft, so bin ich andrer Meinung als der Änsragcsteller zu sein scheint, Unter den gegebenen Verhältnissen muß es dem '■ L sehr,schmerzlich gewesen sein, dem Wunsche seine» ve> storbette» areunde». - nicht'Nachkommen zu können; erwirb mit sich zu Rathe gegangen sein, unv gewiß nur nach li agem Bedeiken die Folgle verweigert haben. '.Folglich lief t dem eifl religiöses Zartgefühl, etne religiöse Sorgsamkeit zu Grundel, nzelche^. zu-achten ist, je Mehr ste-in unsrer n velliretidrn Zeit oft nur aus äußeren Gründen hmtenangesetzt wird. Freilich, waS ihn als „Priester" -betrifft, io hätte er Hch selbst aus rituellen Gründen nicht, abpatten I zu lassen brauchen (s. Jorc Dea.sro unv die StreitschrÜten darüber). Aber in andrer Beziehung darf der.angeregte GewiffenSscrupel nicht alS verwerflich bezeichnet werden! Jedenfalls chber, ist em solcher einmal in ihm erwacht, Idars er an frommer »Anhänger der mosaischen Religion! ihn nicht rnrassch- - lässigen. Gerade in diesem Punkte war letztere ^ets sehr streng unv entschieden, uuv verbot selbst das Platsrial anderweitig zu benutzen, ^ruS rpelchem irgnid ^cin Gegenstand gefer lgt war, Her dem MonokhciSmu« zü chidMprechen schiei. _ 'kl c-t. A. C. R. D. in CZ. Ich b n Grhvei^r, oder beste, gesagt Petschirstecher; unv besitze, ohne mich zu loben, ziemliche Geschictllchkeik in meinem. cäch<; auc» spreche, und 'chreibe ich ziemlnm geläufig daS Fr urzöstsche, unv besitze ausgedehnte Kenntnisse iss den real n Wissen schaden, namentlich in der Geographie. Physik u iV deren verwand- «en Zweigen, und habe mir vieS ÄlleS d arch Seibfstudium erwo ben. -— -; * ch bist 20 Jahre alt, besitze gege i 600 st. iC.-Mze. in Goldmünzen, bin ganztungbhängig v. h. vjon Familie) < — srll ich nun so ausgerüstet nach ,em L^nd^ gehen, wo ist geseylrcher Beziehung kein ReligionS-llnterWed hesteht!— — ich meine nämlich nach 2 merika?!- Ich glaube, wenn auch meine Kunst m r keinen reichlichen Erwirb dprt bringen'wird, fo kann ich ja späterhin nach Erlernung der' englischen Sprache unk nÄhern Bekanntschaften ein anderes Fach ergreifen, z. B. da» Handelsfach — zu welchem ich^stttch nicht nir fähig, 'sondern sehr hingezosscr, süble! ~ lntworr. Sie fühlen sich zwi-sach „hingezogen" nach „Äußerika" und zum „Handelst rch." Dem einen HerztnSzugr-folgen Sie in Gottes-Namen, dem zweiten nicht. Gerade in Ihrem Fache, wie ßberhaupl als SH trallarbeiter, bei einiger Geschicklichkit unv wenn man nicht ganz unv gar an vem erlernten Gewerbe rin engsten Lsiiine klebt, kann noch etwaS geschafft wstven. iS. manr'ö Erwcrbzwerze in den V. Sr.) Kleinigkeiten aus der jüdisch Bon Emauuel He N Ges t. Fleischc lichte. >. Die,Kiven GastmL irr. lllabbi Chia wu^ve einst von ein^n seiner Zreundc zu Asena zum Gesuche' eingeladen und fand Haselbst iu einen der elegantesten Zimmer dir auögesuchiösten Speisen i nd die kostbarsten Geräthschasten. J Der Glanz der gaazc n Scenerie verfehlte seinen Eindruck lauf R > Ehia nicht unv verhehlte er auch^ seme PewunoerMig sticht. Wenn! i1 ‘

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