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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 38 (1854) · p. Seite 151

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
38 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 151 (sequence 3)
Language
German
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151 Nicht tjattj t" glücklich fühlte sich Josepbine. die den Herrn Vater, der so unerwartet ihr in'S Hau» gefallen, gern nach seinen Plantagen zurückversetzt hätte; und, sohlen wir offen sprechen, auch Mirjam nicht, kenn die Km »mr der Statur sprach noch sehr schwach in ihr, wohinge,,« die Stimme der Liebe und Dankbarkeit sehr laut »brZveief, die nicht zu verlassen, welche ihr mehr al» Multerl gewesen. weil sie eben nicht ibre Mutter ... Wie sollte daS enden? Josepbine sollte daeinzige Wesen, das sie bas ihre nannte, und daS ein siebzehnjähriges Glück ihr so theuer gemacht, von sich lassen? Mirjam sollte ihre treue Pflegemutter, die ibre Sosgen und Mühen und Hab« und Gut sür sie geopfert, verlas» sen? Man ging in schweren Kämpfen umber, die Aügen standen ott voll Tbränen, und Mirjam'S Vater konnte yicht zweifelhaft darüber sein, daß es just keine F eu^entbränen seien .... Wie sollte das, enden? . . Ei nun, einen Mvt^at später segelte ein Schiff von M. nach Westindien ab, darin ein blühendesieb^ebn;Lhrige» Mädchen sich befand', fvelches mit Jubel ibre, schon etwas ältlichen, aber dock noch hübschen Eltern auf die Herrlichkeiten deS Weltmeers aufmerksam machte. Wir. börlcn spater, daß -das Ächiff nickt allein glücklich an seinem Bestimmungsorte aNgelom men. sondern auch die Ehe JosepbinenS mit dem> Äater ibres Pfleglings bis jetzt febr glücklich sei! I Die Marksteine des.Lebens. Dem Wanderer zeigen die Marksteine, wie viel des WegeS er bereits zurückgelegt und wie viel er noch zu» rückzule'gen hak; dem Israeliten dienen zu solchen Marksteinen des LebenS die üblichen AuSsprücke, mit weihen die verschiedenen Ruhepunkte zwischen den beiden?lueenblicken veS Daseins, dem Anfang und dem Ende deS Lebens, bezeichnet werben. Sehen wir diefeS an dem i!eb nSlaufe eines Einzelnen, den wir ft) a r u ch Nennen wo len. Seine Eltern, beglückt und beglückend durch gegenseitige Llebe, faden ängstlich unk korb voll süßer Hoffnung btm Augenblick entgegen, wo daS Pfand ihrer Liebe zwn Leben sich entwinde, den Familienkreis mit einem dritten Leben vergrößere und so das elterliche Glück volle lde. Baruch ward geboren und in den legten SchmerzenSsdrei der Mutter, in den ersten LebenSruf des Kindes si chre stch der vielseitige Glücksgruß: 2"- br:; der hochbelzli ckte Vale;- erwievcrl gerührt und freudig zngletch: •‘nr.jrr-3. — Die« waren .die ersten Malksteine deS Leberts..— Acht Tage gingen hin und.wiederum sahen ängstliflj, , ber gottergeben die Eltern dem bedeutungsvollen Augenblick entgegen, in welchen, ihr Söbnchen durch das erste Ot rer. welches die Religion von Israeliten fordert, in den B md der Väter ausgenommen werken sollte. — Der Ad cing glücklich von Statten, und während man dem Kinve, >tqt jungen Israeliten die inhaltsschweren Worte zurief: "N (Mit Deinem Blute erlangst Du daS wahre Leben). ,e,< nahm der Vater den zweiten Glückszruß: Kart» 5H23D rersbi nefriVt rrmb cnr p (wie er jetzt in den Bund getreten, so trete er ein in das religiöse, zheichk und menschlich evle Leben!,. DieS waren die z«e te» Marksteine deS LebenS. Tage und Wochen gingen hi» und Baruch ist nun einen Monat alt geworden. Ter Vater löst ibn auS; er freut sich, daS göttliche Gebot erfüllt ru haben und spricht frohqestimmt über sein Kind zum er»-, sten Mole! vnvyo (I. Dea §. 305; 10) Hier gelangte Baruch zum dritten Markstein veS LebenS Run ^folgen diese Marksteine häufiger, denn allsabbatsch, so oft der Vater von der Synagoge beim kam, legte er segnend sein? Hände auf daS Haupt deS geliebten Kim eS und sprach: ns»:i mc#= c*nb« "ptr (@ett lasse Dich werden wie Sfraim und wie Manascheb!). Dieser SlpNrch bezeichnet somit daS jetzeS Mal um eine Woche zunehmende Alter unseres DaruchS. Run zogen auch Moi^de und Jahre bin, den Eltern manche' Opfer abverlangeav, rem- Kinde dagegen die reinsten Freuden spendend, urw eS nahte §er Sabbat, an welchem unftr .Baruch, nunnshr 13 Jahre alt, den Segen über die Tbora sprechen fomte; es geschah, und der Barer sprach daS inhaltsvolle.Wort:. -rasa Trp rrcba ■wrPn (Gelobt der, welcher von nnn . ab der Derantwortlichkeit über mein Kind mich entb!ob!). Es waren dies,» g»r ernste Marksteine des LebenS; fle begrenzten die Kindheit deS 'einzigen SobneS, - des so sehr ge» liebten, kheuren KindrS! — Baruch trat inun ein Leben an. in welchem er für alle sseine Handlungen, j»-g>lbü für feine Gedanken. Gott gegenüber verantwortlich wurde.' Zu der Freude der Jugend gesellte fick der Ej-nst; da» Lehen richtete nun seine- Forderung au den jungen Weltbürger; er sollte jetzt für einen künftigen Beru Die Eltern batten diese» schon früher beda len ihn für daS rabbinifche Studium, auf sich bestimmen, he und bestimmdaß er einst ein Lebrer in Israel werde, und daß er— v rargen wir diese Absicht den guten Eltern nicht — ihnen einst nicht auf Erden nur, fondern auch dort int Paradies: köstliche Freude bereite. — Paruch drückte v^Elrern mit aller.Liebe an'S kindliche Herz und in feine Schläge mischte, stch die Schläge veS Vaters , de» Mutterherrrns im.Bollk ang der reinsten Wonne; heiße Tbränen entfielen den Anger/, endlich erfaßt Baruch den Wanderstäb, er r» ft den Eltern Ürrre-3 zu. diese sprechen weinend und tiefbewegt JS'bar c—nb, und der Sobn bar daS ssterljche Hau» ver- , lassen. — — Eine Stt<cks^veit .begleiteten die Eltern ibren Sobn; dann blieb^^e zurück und begleiteten ibn mit ihren Blicken; kort erbebt fick eine Anhöhe, sie sahen- Baruch in seiner ganzen Gestalt, roch, nun steigt er immer abwärts, sie sehen nur Nock das tbe'üre Haupt,' nun ist er ganz itt der Ebene, sie seben tbif lü&t mebr und schluchzend richten die bewegten Eltern den Blick zum Himmel uur sprechen, mit zitternder Stimme d^s ■pr-'1 (Cen 'priefterlichen Segen 4. s8% M. 6, 24i ff.). — Ach wie bedeutsam war dieser Markstein des Leben»!. Der größte Theil der glücklichen Jugend-war vor-bcr und Kampf und Entbehrung harrten des jungen Wandrer» in der - ungewissen Zukunst; fern von der lieben, Heimatb, ren^ schönen deutschen Auen, vort aus unganschem Boden,' an',5'' den Ufern de» Strome», dessen Wellen serst in Deutschland weilen, «be sie gezwungen dem schwarzen Meere sich zuwälzen und für immer eine Beute des Oceanes-werden. — Baruch wanderte nach der berühmten Hochschule in P.. wo der ausgezeichnete Rabbi Mos. S.... lehrt«. Er benutzte bi; Zeit ttesslich und wenn er auch, aus oen- Gefilven veS Wissengar viele, viele Dornen berühren mußte, ehe er die Rose zu brechen im Stande war, so

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