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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 36 (1854) · p. Seite 142

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
36 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 142 (sequence 2)
Language
German
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erst n f 4- Gewiffenp haß er t er ntcmd erscheine Dorhabe schukdig ihm erbi ick ihm haß rr graben Geheim« ti rt und sübrt?' ..Wi stellen, dem damit ick zebn Mi Einsamkr i die Giro d Ich wür meistern, Mund ich „Uni auf der Probe n aber die ten,. wa Monate mir nichiß begnügte wann m stem Ges durch za 3ck war wankten, nicht m Anstatt rer mich kamen a diqeS „dabefanden einem -Gesichk ten, ibke Einer Avdentbv v im Gege t schuldiget schen tro: gekleidet, welche schen nt1 mich meist nochmals nen; olden M mir die durch Nachdem er > ti fi c A i ati ar t 143 . sagte ijm, daß die Zeit der Täuschutg dabin, n ^ude j»wi ganzem Herzen sein müsse,'und daß s nch scheuen dürfe, als ein solcher öffentlich zu Vergebens stellte ich ihm die Gefahr seinevor. 1 Er wollte nicht hören. „„Ich fühle mich > - .... .. .. . .... .. ___ . gegen Gon, und ich muß mir Verzeihung von ten,'"' var seine fortwährende Rebe. ..lind alS sine Flu bt aus Spanien vorschlug, sag» er "mir, t a, wo das Grab seiner Krau fei, sterben und be- Hn woll>. Sein veränderte- Leben war! bald kein ß mehr: eines Abendwurden wir Beide arrim das GefLngTwß deheiligen Gerichts abgewäre S möglich, die grausame Weise darzuctit well »er gegen uns verfahren wurde. Nach Derbi r, in welchem man alle Mittel,aussuchte, meinen Vater beschuldigte, ließ man mich vier» nake fast ebne Lebensrnittel in der vollständigsten t und ii einem so feuchten, kalten Zimmer, daß matte lurch die Berührung de- Bodens faulte, e ihnen verziehen haben. diesen infamen Ksrkerdie mir sogar zu Nagen verboten, und mir den cbe.lten, wenn ick schrie, die mich schlugen, wenn reinen i ollte, die mich ohne'Möbel-und Kleider krde schufen ließen, dir mich mit schimmeligem ihnen und eine ungesunde Luft atbmen-ließen; peinlichste Marter, die sie gegen mick anwendedaß trän mich nur einmal wäbrend vierzehn nn meirem Vater sprechen ließ. Man drwlederte wenr iL fragte, ob er noch lebe, lund man sich, furchtbar zu lachen, sobald ich wissen wollte, n. mich nchten würbe. Endlich kamen 1 mit erachte in iner Nacht zwei Kerkermeister, t um mich ^Üose Uinwege, mit Ketten gefesselt, forfzusübren. nicht irebr gewohnt zu gehen, meine Beine des Li bles ungewöhnt, konnten ' meine Augen die I leichen Strahlen ihrer Fackeln! ertragen, ich nun zu unterstützen, schlugen die Zwei Fühum mich ftüchrigern Schrittes $a machen. Wir einer i merirdischen Höhle an, wo ei» vollstanweigen herrschte, und welchedie Aufschrift: e ir Sh 2 arter: mm er", halte. In der. Mitte desselben sich die i nerschöpflichen Marterwerkzeug , und auf öbten Platz saßen drei Jnauisitionsriüter, deren it einer Kaputze.bedeckt war, als ob sie fürchte: wahsie bestall vor ven Schlachtopfern zu zeigen, derre inich aufs Neue auf.- meinen Vater deS ns anzu! lagen. ich verweigerte es kräftic, versuchte theil. 'll n, den Urheber meines Lebent, zu ent- Alsda in gaben sie ein Zeichen,- und twei Menen bervl.r. Sie waren mit schwärzest Kleirern und ilr Kopf mit denselben KstMtzen bedeckt, gen, N ise und Mund verschlossea^Diefe Menen die Henker. Sie ergriffen- Mch^lberaubten er lumpigen Kleider, nachdem derLnqst.ifitor mich ermahnte, meine- Darers Verbrechen; zu bekenick eS Abermals verweigerte, befahl er. nun -mit ern drp Strickes zu beginnen.!Man band Hände hinter dem Rücken durch einen Strick, der Rolle «ehend, . an ein Gewölbe befestigt war. ich mich einige Minuten lang in s-ichhr»-age benv. löste man mit Gewalt diesen Strick, und ich blieb lso in der Luft einen halben Fuß über der Erde hänend. Dieses furchtbare Schütteln verrenkte meine Gesenke; und der Strick durchdrang mein Fleisch hrS auf die Knochen. Stellet Euch, meine Herren, eine ssolche Behandlung vor?' Dir Zuhörer schauderten übet die Dar» stellung dieses Ereignisses. „Ich war zu dieser Zeit gerade 23 Jabre alt, ick war stark und mein Geist sehr kräftiger Art. Ich ertrug mutbig diese grausame Tortur, indem ich schrie: daß mein Vater unschuldig wäre. Nun kam es zum zweiten Verhör, nach welchem die Wafsermarter gegeben wurde; Hon spannte mich nämlick auf eine Art Holzbock in per gestalt einer Dachtraufe, ohne andere Unterl.iae, als eisten sich durchziehenden Stock, auf welchem der Körper rückwärts lag. Dieser bog sich durch den Mechanismus des HolzbockS, und nahm eine solche Lage, daß meine Glieder den lebhaftesten Schmerz empfanden, weil die Füße höher als der Kopf standen, und der Druck des Stricke-, welche sie hielten, febppeinlich war. Hierauf zogen dieHenker durch meine Gurgel benetzte Leinwand, dessen einer Tbeil die Nasenlöcher bedeckte und womitman in den Mund und in dieNase das Wasser goß. welches man mit solcker Langsamkeit durchseien ließ, daß eS eine Stunde dauerte, bevor ich »in Maß davon verschlingen konnte. Ich konnte nicht albmen. Einen Augenblick batte ich die Kraft zu schlingen, und ich hoffte, etwas Luft einarbmen zu können, aber die feucht« Leinwand war rin Hinderniß, und vqs Wasser zog zu beiden Seiten in die Nasenlöcher. Man fühlt wohl, welche Sckme'rzen ich dabei ertragen mußte. Ich erstickte fast, und gqb das Zeichen, reden zu wollen. Darauf befreite man mich und führte. mich vor den Jirquisitionsrichter. Hier erklärte ick, daß ich ein Jude wäre, daß ich den Tod . verdiene, zu dem man mich führen möchte, baß aber diese Sckmerzen unnütz seien. „„ES handelt fich nicht. Um Dich,"" antwortete der Chef der Znquisitionsrichrer mit einer groben Stimme, „„sondern um Deinen Vater."" — „„Mein Vater ist unschuldig?'" antwortete ich mit Ent» schiedenheir..—,,„Ja n>o6I/"' antwortete dasselbe Gerichts- Mitglied. „„Wan versuche nun an ihm die Feuerfalter."" Die Henker banden mir die Hände und Füße, daß ich mich nicht regen und bewegen konnte, dann bestrichen sie mir meine Beine mit Oel, führten mich vor glühen-., des Feuer, so lange bis das Fleisch zerriß und Nerven und Knochen aller Art sichtbar wurden. Zn diesem Augenblick glaubte ich zu sterben. Ich fiel in den Zustand der Bewußtlosigkeit. Ich . hörte von einem herbeigezogenen Arzt, daß ich eS nicht länger mehr ausdäuern könnte. Ick wurde in mein Zimmer gebracht, wo man nitch sechs Monate allein ließ, um mich von den 'großen O-ugl.en wieder herzustellen; aber mein Herz pnd mein Geist waren ruhig — ich hatte ja meinen Vater nicht angeklagr."- ' „AlS ich vollkommen hergestellt war, zeigte man mir an. daß ich zum nächsten Auto-da-fs erscheinen solle. Dieseschändliche Wott, welcheso viel sagt als GlaubenShandluvg, ist der Name, welchen man der UrthellShandluag der Inquisition beilegte. Einige Tage darnach bekleidete man mich mit einer Art Hemd ohne Aermel, legte mir «in gelbe- Kreuz auf die Brust und auf den Rücken. Man setzte mir eine Mütze von Pappendeckel auf den Kopf, auf welcher der Teufel und die Hölle gezeichnet waren.

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