Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 34 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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irr Humqr der Alten. vo> Dr. L. Lewysohll i» -vor»-. 6. Tin Sadducäer (Leugner der Unsterblichkeit der Seele) sagte einst zu Gabiha b. Pafisa: ,^O, Zh!r Wichte! Ihr haltet die Lebenden fso sie gottlos sind) für todt. wie wollt Ihr glauben, daß die wirklich Tobten lebendig werden?" Gabiha, der einen gutenlKopf, aber ljeider auch einen ansehnlichen Buckel hatte, erwiederre. „Schweig', Wichet Entstand ja (der Mensch bei der Gebur»), waS früher, nicht vorhanden war, warum soll da- Vorhandene nichdi «««her erstehen?" Erzürnt hierüber, sprach der SadUleäer: „Wie. ich ein Wicht? Stehe ich auf. so stoße ichAötr den Buckel ein und lasse Dich gerade werben ...." — „lldthig," antwortete Gabiha, „glücklicher Arzt, ach thätech^kpr diese-, ich wollte Dich reichlich belohnen."— (Ganhebrm -Oy ».) 7. Ich Allegewogen und fand Nichtleichter aMSßrreu; lePter aldiese ist her Eidam, der im Hause seine-MA^wicst-rvalerdie Wohnung fich aufgeschlagen; noch lei«^U-V>ß dieser ist der Gast, der ohne Vorwiffen de- Wirt^Mrnen andern Gast ladet, und am leichtesten ist der, welcher antwortet, ohne gefragt zu werden. (B. batra 98, d.) 8. Rabbi, steternster Natur, sagte zu Bar Kapara, dem schalkhaften Humoristen: „Du erhältst 40 Maaß Weizen, nur mache mich nicht lachen." — „Da- Maaß muß jedoch ich bestimmen," erwiederte B. Kapara.! Hierauf nahm er einen großen Korb, beschmierte ihn von innen mit Pech, und stürzte ihn um, so daß von dem Weizen auf den umgekehrten Boden geschüttet, Nichtdurchfallen konnte. „Gieb mir nun die- 40 Maaß, die ich Dir geliehen habe." — Rabbi ... lachte; „aber habe ich Dir nicht verboten, mich lachen zu machen, und Du verlangst Vnoch oben darein d/n Weizen?"— „Zch verlange^ nur," erwiederte der.Spötter, „den Weizen eben, den ich Dir geliehen habe." — — (Nedarim 51, ».) 9. Rabbi Chanina pflegte einem Armen jed^n Freitag 4 SuS zu schicken; diese schickte er einstweilen durch seine Frau, und diese berichtete tbrem Manne, daß der vermeintliche Arme ein Betrüger ist; denn ste habe die Frau de- Letzter« ihren Mann fragen hören, ob ste ihm auf einer silbern- oder golddurmvirkten Decke serviren solle. — „Eben de-halb," erwiederte R. Chanina, ,.em» pfghl ja R. Eliasar ven Betrügern Güte» zu thun^ denn," fügte er hinzu, „gebe eS keine Betrüger, wie dür trn wir glauben^ jedem Armen genug, gegeben zu haben? )ie Be-' . trüger lehren unSökonomisch sein." — (Keruboth 67, b.) 10. Die Schüler fragten den Rabbi Elasar b. Zadok: „Warum erkenm der Hund und mcht die Kai e ihren Herrn?" Er erwiederte: „Vergißt man ja da» Erlernte, wenn man von dem ißt. wovon eine Mau» gegessen (nach alter physiologischer Ansicht), wie soll nicht die Katze, welche die Mäuse selbst frißt, vergessend sein?" (Hprajvth 12. b.) 11. Jochani unv Maineri (zwei ägyptische* Zauberer) ftagten MoseS: „Du willst wohl (mit Deinem Zauterstöckchen) Strohnach Efrawim (einem Orte, wo a» Stroh ollzugroßer Ueberstuß war) bringen?" — „Za wohl," erwiderte Mose», „wer Kraut verkaufen will, der isuiß e» »ach eine« Orte bringe«, wo «an das Kraut frit hat." — (Mnmchoch 85, «.) | «nftflfte» imb latwtrt«. 29. AI era nder Elsässer in Jebenhausen. Welche biblische Geschichten finden Sie für die untere Klaf^ israelitischer Schule paffend? Daß eine solche unentbehrlich, werden Sie mit mir übereinstimmen. In vielen jüdischen Schulen ist die Calwer unter dem Titel: „Dtesestnd,die Geschichten der Kinder Israel" Stuttgart. Steinköpf.! für Israeliten besonderabgedruckt, zu 12 Kr. zu habest, eingeführt; findest Sie in dieser für Israeliten etwalAnstößige»? 1?ie setzen mich mit dieser' Frage in.^roße Verlegenden« seit den 21 Jahren meine- Redaction-berufefinv tmir so viele „Biblische Geschichten" schon vorgekommeü, und so viele treffliche, daß emir unmöglich und ungerecht erscheint, eine albesondervorzüglich hervor» züheyen. Ich nenne daher nur die allerersten, ich zu recmfiren hatte, und von denen vor Kurzem die zweite Auflage erschien, die von Cohn und Dinkelspiel. Doch, mein Herr, ich bin mit Ihnen über den Gebrauch bft „biblischen Geschichten" noch gar nicht so übereinstimatknd. al-Sie vorau-setzen. Ich meine nämlich: der untern Klasse mÜfl) der Lehrer die biblischen Geschichten mündlich vor» trage«, von Mund zu Ohr erzählen, und gar'keln Buch brauchen! Dann aber, wenn erst strackgelesen werden kann, nehme man die Bibel selbst ln guter Uebersetzung. Mm erzählt zuerst die Geschichte, und läßt ste dann in der Bibel selbst ein«, zwei Male lesen. Die Geschichten, in weichen der Dibelau-druck bi-wetlen etwazu nackt wäre, liest man nicht — esind nur Wenige — und, habe man doch keine so große Furcht: „dem Reinen ist Allerein!" Duunverfälschte Bibrlwo« ist stetdas r-, eindringlichste. Wer kann z. B. die Geschichte de- Paradiese-, Sodom'-, vei Opferung Iizchack-, der Werbung um Ribkah, de- Verkauf- Joseph-, seiner Erhöhung, seiner Brüder in Aegypten, de- Tode- Jakob'-, der Sklaverei in Aegypten p. s. w. schöner, naiver, kindlicher, eindringlicher erzählen? -7- Die Calwer Geschichten kenne ich picht. " l (l 30. Derselbe. Hätten Sie nicht Lust, eine biblische Geographie 'für Israelitische Schulen zu schreibe«, da Sie bei Ihren Studien zu Ihrem Bibelwerke da- Material gesammelt und/gefichtet haben? Ein solche- Merkchen ist ein langgepflegte» Bedürfnis. Zugegeben. Vorläufig, nachdem ich mit Gotte» großer Gnade Sonntag den 30. April den letzten ^Federstrich an «einem Bibelwerke nach Ißjähriger Arbeit gethan habe — will ich ein wenistlau-ruhrn.^fliv. Da» verftnochene Kartenwerk ist in der Arbeit.) , Urtterhaltrutgs - Pille». J Bon I. Ä. in P. ' i 1 Ein Richtjude hatte mit eine« Juden echr Unterhalttmg über die Vorzüge de» zweiten Geschlecht-, und das ürweü von Beiden fiel zu Gunsten derselben' au». „Abe> daerregt mein« Galle, wenn ich daran denke," sagte der /