Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 34 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/4908862-5999329-6000625--0232-4909013- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
IS« tittte; „daß iq Eurem täglichen Gebelbtzche eine St« Le vorfinden soll, worin dem Himmel gedeckt wird, d»ß nicht zum^Weibe geschaffen worden? Die modernen tnden," setzte er fort, „beten und sagen zwar so w»S licht; sollen aber die Verfasser Eurer Gebete solche schüfe ,v' erniedrigende Vorstellungen von den Weibern gerbt babdn?".— „Ich muß . Jbren Bor vurft" erwqecte der Jude, „als völlig grundlos zurickweisen, utd wage fs sogar ju behaupten, daß sie,! mein eiftig^er iamenverthrer, in diesen Dank mit einstimmen würden, w mn Sie etwas besser nachdächten. Ueberl«!gen Sie, mein H rr, empfanden Sie auch so die ReizeHes^llmgangs mir den zweitat Geschlecht, wenn Sie eine Damt wären?" — D r strengt Recensenr lackte vollauf und freute sich über da k ihm gelöste Mißverstandniß. '! WaS macht man bei diesem Thauwette^, wie kommt nun bei dieser Glatte auf den Straßen disrch?" fragte eir Kote seinen klugen Nackbar. „Heute," »rwirderte dersel f, „mud man im buckftäblichen Sinne tieS WortF auf all Fälle gefaßt sein." f Anekdoten. , nQrinf GksellsLaft Meßftemde speiste bei reinem jüdischen Traiteur, rriar aber mir der Suppe sehr unzufrieden. »Der Wnrtsübre-r! bedeutet dem Speisen? irth, daß,- wenn jene wieder so schlecht sein würde, man zu einem andern gingt. Dev Angeschuldigte verbeißt Besserung. An andern Tage komwtt-eine große Terrine Suppe auf den Zisch, aber daS hell Wasser, nur daß obenauf viel» Kraul ir schwimmm Und unten im Grunde eine Taube ruht. Dec Wirlb wird herengerufest. .„Was ist das, Reb Koref/ spricht der Wo chfübrer'donnernd, „Noah schickte auS > er Arche eine Tau e aüS^e kehrte mit einem Lelblatte im Schnabel zurük. und Koah wußte, daß die Sündfful) sich verlaufen. In Ech/r Suppe aber bringt die Taube eine ganze Schiffe! voll, Grünes, und das Wasser ist d, ch noch da!?" von Hin kommt nach Leipzig zu eineni Äaufmanne, . dem er n der vorbergehenden Messe mil seinem Bru der ekauft hatte^ „WaS .wacht- Euer Brüder?" 'fragt der tausman r. —-^..Schlimm, sehr schlimm!'^ lautet die ort. — „Ei,, er ist wohl krank?" —| „Schlimmer als! rank!" — „Er ist doch nicht tobt?"—j „Schlimmer als i ovl!" -- „Nun, was ist mit. ihm emf?/' — „Er ist w esckugge!" (verrückt). — Der Kaufmann schüttelt mit lkvpfe ucd drückt sein Bedauern aus. Endlich fügte er tüizu: „Hat er denn daS Geld,' das er schuldet,: mitgeschi ki?" — „Nein, so meschugge ist er nicht!" war die Antu orr. <1 in alters ehrwürdiger Rabbiner, wellt Reise nach dem Bade von der betreffenden 2 Daß verlangtet.'mußte über Gebühr lange iu war« t. Hienüber verdrießlich, wurde er end sen. Als sich aber auch noch der Paßausfert er zu erner ehörde einen Vorzimmer ich vorgelafger über seinen großen und weißen Barr, den er bei Abnahme! des Signalementunter die „besonderw Kennzeichen" stellte, lustig machte, rief er aus: „WaS ich einen großen wtißen Bart?" (feinen Bart besehend) ,)ver muß so groß und weiß geworden ^sein, al^ich im Vorzimmer wartete." Ein polnischer Jude ließ sich in einer Schenke Älein geben,> der ihm aber wenig mundete. Er wollte ihn mit einigen in dieser hegend nicht gangbaren. Münzen bezahlen, worauf der Wirth zu ihm sagten DMöb *m *ÄD; der Pole erwiedrrl trefflich: 2^22 ^N'2 ^rr2v^ (IßL^haj. 1 ' 22.) __r Ein polnischer Jude machte mehrere Einkäufe zur Stesse bei einem berliner Fabrikanten. Der Artikel gmg ihm später auS und er wünschte ibn wieder zw haben. Des Fabrikanten Name war ihm nicht mehr^chenau bekannt, wohl aßer dessen Wohnung. Er wem^t sich bcSlär schriftlich an ibn und avressin: r Herrn Fuchs, Ochse, Wolf Löwe. Pferd, Rind^u.-Zs. m. 8rMn7 Br Königstraße No 9. Er erhielt.die Waark; aber bei der nächsten Messe stellte ihn der Kaufmann,' seiner unsinnigen Handlung wegen, zur Red«, und dieser spricht: „Ich habe gewußt, daß 3hr eine fT2Jl2 (Behemah) seid, nur welcher Art nicht, und einer der Berzeichnelen werdet Ihr doch wohl sein!" , Talmudisch'e Sprüchwörter, Übertrage« von Or. L. L e w v s o b u iu Worms'. > Die Maus die Diebin? Nicht doch,; Der Dieb ist das Mauseloch! Istder Fuchs am Ruder, Nenn' ihn böfiich: Bruder' > Sag' eigne Schmach Nicht Andern nach! Menschen begegnen sich hienieden. 1 Berge bleiben ewig geschieden. «Wird dem Wort ein Preis zu eigen, ' wimm ihn doppelt für das Schweiger»! Nimmer Du den Brunnen schilt. Der einmal Dir den Durst gestillt. Allgemeine Zeitung des Judeukhum«. Ro. 19. -Eiu Memorandum. — Jüdisch-religionsvbilosovhische Briefe. II. — ZeituugSuachrichteu. Deutschland: au« Baiera, Preußen, au« dem Großherzogtbum Posen. Brandenburg, Wien. Madcen. Prag. Donanfürstth.: Bukarest. Bukarest. DteNiuiveb-MonumeMe (Fort« fetzuug). — Anzeigen. JfS* Zu bejiebeu durch jede« Postamt und jede Luchbandluug. Jährlich 3 Thaler. vierteljährig '/« Tbaler. Beraur »örtlicher Redactenr: G Wieuhvld. Bnl^, »»» Vaumgilrtver'«! tzchbauvluug tu — Druck »oo Slexauder Sie et tu / V