Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 32 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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daß er noch immer beharrlich mir allem Eifer seinen €fa* Vien obliegt, und daß er selbst bei körperlicher Rankheit, wo er im Zeitrauuie der Wievergenesung vo« allm Menschen geschieden ist, nur mit Büchern umgeht^ Jedenfalls scheint er in Berlin, wo er sich mehrere Jahre aufhielt, den Hauptgrund zu seiner spärern großartigen Ausbildung gelegt zu haben. Tin Landsmann, der sich zu seiner Zeit in Berlin aushielt, erzählte, daß er sich damals besonders mit Sprachstudien befaßte, und daß sich seiner Bizarrerie bemächtigte, so daß er sich einmal die Augenbrauen Nregra-- sirte. Seine Lebensart war damals schon (wie dieser LanvSmann erzählte) sehr streng. AlS er ihn daS erste Mal in Berlin besuchte, sand er ihn in einem ganz Flcinen Zimmer voll Bücher; unter dem Bette lag eine Quantität Aartoffeln, welche damals seipe einzige' tägliche Nahrung waren. Im Jahre 1805 befand er sich in Oft senbach. wo er im Begriffe war, eine HosmeistersteUe anzunehmen. Sehr schwer fiel eS ihm. wie er selbst schreibt, sich von seinen geliebten Büchern zu trennen, aber die Hofmeisterstelle sollte ihm ein Mittel Verschaffest, später auf der großen llnivrrfität, die er nicht nennt, welche aber ohne Zweifel Paris ist — unabhängig leben zu können. 1 ■ Bon nun an blieben seine Briese allmälig aub, und sein Name verscholl, so, daß seine <SlfrK( ibn lobt glaubten. AlS vor ungefähr 30 Jahren ein hebräischer Gelehner auS Ungarn sich in Pariaushielt, erfuhr er von Krau v. Schlegel, geb. Mendelssohn, daß ein gelehrter LanvSmann von ihm anwesend fei, der ihr HauS oft besuche. Er suchte ihn auf und fand t«' demselben! unfern David Mandel, der schon damals auf den gefährlichsten Gletschern theoretischer Spekulation stand. '— Mandel sagte seinem LandSmanne mit kurzen Worten? ..Wenn Sie nach Preßburg kommen, grüßen. Sie mir meine Eltern?' Sonst war er verschlossen. So trat er auder Welt berau-, ausich selbst, riß auS seinem > Herzen alle-, waS der Menschrnbrust w^rtb und the!ier ist. um Etwazu verfolgen, waS unS unbekannt tst und bleibt.- Stimmen der Alten über und gegen den Aberglauben. Die menschliche Jrrthümlichkeit ist so alt jvie die menschliche Vernunft. denn irren ist menschlich, un!d so ist dep Jrrthum hohen Alter- und der Aberglaube jedenfalls alter, als der reine Glaube, denn die Menschheit gelangte erst nach einer langen Wanderung de- JrrthumS zur Offenbarung, zum reinen Glauben. DaS Bedauerliche hier- ,bei ist aber isSbesondere, daß neben dem wahrer» Glau^ ben nqch immer ein Ballast von Aberglauben vorhanden ist, und die Journalistik, deren ÄÄ^abe Aufklärung und Belehrung ist. hat vor Allem dahin zu streben, den immer mehr und mehr fich klärenden Geist der Zeit von den Schlacken zu befreien, die wie eingefreffener Rost, von der Zeit nicht geschwächt, sondern vielmehr gehäpft und gestärkt werden; deshalb mögen nachstehende Bemerkungen, speciell jüdischen Aberglauben berührend, im ,jüdischen DolkSblatt " eine Aufnahme finden. ' 1) Roch heute glaubt manche fromme' HauSfra» ein Stückchen Eisen auf da- Wasser legen zu müssen. um dasselbe vor dem atmosphärischen Blute während der Tekuphor zu schützen. Hierüber sagte schon 3 tu Esr-a (angef.-im Darke Mosche, z. 3. Dea $. 116] lit.~5.): «S fit’ daS Ganze nur Detbergeschwätz — TTcr^jm mtre — und schließt mit den»Worten: o-mn ttor rrffrtpn -12 p*sr"! nun? rnr*rNx'C- «Vi rra-ra tnx pä T*ncnb 7122N mc-pn T3 pn obans „Die Alten hqben hierdurch Kurcht vor dem Ewigen bewiicken wollen, daß die Bösen Umkehren und bei dem jedesmaligen Eintritt einer Jahreszeit VeS göttlichen Schutzekheilhast werden?' — Jse. reis (Berfaffrr de- Dar. Mos.) scheint ebenfalls kein große- Gewicht der Blutfurcht heizülegen. S. seine Ha» gahot zu O. CH. §. 455, 1. — 2) 3n vielen Gemeinden iNjssen die Schächter noch immer an den Monaten Tebet und Schewat etwas-von den geschlachteten Gänsen'genießen, damit der grinrsame Dämon ihnen NicktS anbabe. Hierüber sagt (^beschütz (Aereii u Peletft z. I. De» $-11. lit. 5 ): .4» •uripTra -an yM* pra “tck "an maa' {rm p b» “b^ur '302n „Man beachte dieseja nicht. eS ist heidnisch, we>l.^rs mit Vernunft und Natur nicht übereiwstimmt." Er schließt mir den Worten: mb rps? ba« bb2 wart „Heut zu Lage, ist eS nicht im minvestea beachtenSwkrth." — ~ 3) Wie Mancher blickt ängstlich auf seinen Schatten in der Mondnacht de- Hosana Rabba; hierüber sägt Jser<lS (zu O. Ch. 664. 1.) wb» -12 rm p^rpnb -p« -p-n —o b* pm a-na» er» Bpi *2 na-^bra mmb rfrrw npnb «bV nrnb 3p „Man beachte dieses Nicht und füge nicht selbst fich Unheil zu; verstehm ja nur ohftedieS Wenige die tiefere Bedeutung. Märt sei fromm und forsche nicht nach zukünftigen Dingen."— Fast gleichlautend äußerte er diesezu 3-Dea Z. 179. 2. 4) Noch immer fürchtet so Mancher zu erblinden, wenn ejr auf die Priester während de- SegensprucheS hingesehen; allein welch einen Jrrthum begebt die fromme (Sinfatf! <$. Ture Sabab zu O. Eb. §. 128. sjt. 19. und ausführlich hierüber in der Schrift meine- Bruder-, Abr. Lrwysohn: Mekore Minhagim h. 46. Man soll nur da- Hinblicken vermeiden, da eS .vielleicht die Aftdacht der Priester stören könnte! 5) Immer noch gießt man bei einem Tode-fälle da- Wasser auden benachbarten Hausern, äkol B» (angef. im Gifte Aohen zu I. Dea Z. 339'. lit. 9.) giebt zwei gründe an: a) daß man ackf diese Weise den ElerbefäA zur größer« Publicirär bringe, ohne die Schreckensbotschaft mündlich machen zu müssen, und b) wer der TodeSengel 'die Nachbaren mit einem Besuche beehrt und dort zur übergroßen Sauberkeit einen Blutstropfen, »bgeschüt- WÜ hatte. Daß aber der erst« Grund der richtigere, ist. geht auS 3serelS zu O. Cb. §. 455, 1. hervor, jedenfalls spielt hei' diesem Grunde der Abergla >be keine Rolle. 6) Mancher Unwissende hegt den schädlichrn beim Taschluch durch daS Aleidfchütreln der mr zu werden; hierüber sagt Horwitz (Lirur Sol Glauben 2? ledig elkh ed. Amst Bl. 88.): ViVn no«a tm pi p aipnb trp bna trss „'Man wage ja nicht solchezu glauk eu; eS ist