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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 32 (1854) · p. Seite 128

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
32 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 128 (sequence 4)
Language
German
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128 diein feer Xbat die^größte Entweihung ves götüichen Ramend. ' — Den Abetglauben verbietet strengstens der Schnlchan Aruch. tLerglV den ganzen Z. 179. in Ior. Dea. — lieber niedrere Mißbräuche und, Aberglauben bei! Sterbe- 'fällen ur d, die Behandlung des Tovlen bizur Beerdigung spricht i> den schärfsten Ausdrücken die treffliche Abhanvlang: »cn? rrcn rurtn je. welche einen Anhang zu dem Werke b^ S"!X bildet. l)e. L. Lewvfoh» in Zweckeffen der Alten. A«<^ vie Alten kannten die Zweckeffen und veraostaltetea üa gor nicht selten; doch hören wir', rot welcher Art d«e»lben waren. Bei .Freudenopsern, Erstlingen und Zehnten fanden Familienfeste statt, an welchen der Levite. der Frenlng. die Wittwe und die Waise Theil nahmen (5. B. M. 12. 12. 26. 12). Gaben die Löhne Iob's der Reilhe nach e«n Gastmabl in ihren FaMtlien, so vergaß dev Vater nicht aisobald Sühnopfer zu bringen, in der Bfforgniß: es mögen die Löhne im R»ofche der Freude I irgend etwas Sündhaftes begangen haben (Ivb. 1, 5).! Wurde sin Abschnitt de« Talmudgeschloffen, so war! es fromme Litte. , de, wenigstens 10 Anwesenden das K^ddisch de Rabanan zu verrichten und alSdann ein fröhlich»- Mabl ,;u bereiten (). Dea 246, 26).' — Rach Erfüllung der religiösen Vorschrift von d»r Auslösung des erstgeborenen Sohnes findet ein Mahl statt, damit Lkgen-sprüchen einqeleitet und mit Gebet geschloffen wird (pbict. § 305, 10). —: Zur dankbaren Erinnerung an bit1 Erlösung durch Esther ist ein fröhliche- .Mahl am Purim! vorgeschrieben, aber Gebete und Gaben an Arme dürfen, hierbei nicht sebleo (O Chaj. Z. 695)j — Am Tage [oor dem Versöhnung-feste ist everdienstlich, eine fröbltche Mahlzeit zu halten (lbick 604); aber das Gestügel. wob! der vernehmliche Theil de- Mahles, soll auch in na ura. oder im GeldeSwerth an Arme gegeben werben ( bid. 605, -1). — Heirathen sich fflaifen; so ist eS verdienstlich, dieselben zu erfreuen and an de« fröhlichen Mab Tbeil zu nehmen (). Dea J. 391, 2).!— Auch an ReomondStagen darf man einejguten Mahlefich etfretieii; doch wird hierdei erinnert, vast die Jtinber ihre- 2fbr«< mcht vergessen und »bm ein kleine- Geldgeschenk machin sollen (O. Ebaj. § 419 S. dort Mag. Abr.) — ftÖet der Beschnetbung de- .Kindes sinbet eine Mahlzeit iunter Dankgefühlen und Lobgesängen stall (I. Dea j. Ä65, 12). — Bezieht man ein neue» Haus, so der« anst-ltet man eine Mahlzeit, zu welcher Arm) zugezogen werden und der Lobspruch Schebechajanu gebetet wird (L>.. Cbaj. §. 223. 3). — So gab es, wie wir gesehen, scho^ früh, Freuden- und Zweckeffen, aber di» Religion duk^wehte.sie mit heiligem Hauche, und diese'ist es selbst, .welche die Freude gestattet, ja sogar gebietet, wenn sie Vas Mittel wird zur frommen Begeisterung, zur Ausübung der!Menschenliebe. Schon Moscheh sagte. .Israel werde bestraft, a'cal nn'2'33 "piV« ", net rray erb ts« mr bs b-na 33b (5. ©. «r. 28, 47). weil et Gdtt nicht bei Ftchide. Herzenslust und beim Neberfluß zedimt hat; wenig Wohlgefallen findet vor Gott der 32"^ Y**» rrara bw rmsm (Pesachim 113. b), der sich ausschließt bei einem Mahle,—welches einen religiösen Zweck bai, und gottbegeisterter Muth entsteht nur da, wo Freude mir Religion sich paart mrrs -31 -prr: «bn mc nr=•© y» mss bc (Sabbat 30, b). Dem frommen Zweckeffen braucht jedoch kein bestimmtereligiöse- Motiv zu Grunde zu liegen; es wird schon dadurch religiös, wenn es im Dienste der Menschenliebe geschiebr. deSbalb die Vorschrift: TT>3 ^3 rrx rn" (Abot 1, 5) „der Arme fehle nicht an dem Tische"; vielleicht enthält daS talmudische Won. N33 Tfrvr. rrana -nr i<r'3*3“73 T-in (Nedarim 84. s) neben dem'Elewöhnlichen^auch den Gedanken: „Seher aus Anstand, aus gesellschaftliche- Leben und auf Arme," d. i. der gesellschaftlichen Freude gehe An. stand voran und folge die Menschenliebe — « ' Dr. L. Lewvsedn in Wk,»e Der herzlose Esel. Der Löwe, der König der Thien. machte ernst eine Rundreise in' seinen Staaten. Der ganze Hofstaat begleitete ihn. Nachdem sie einige Tage reisten, kamen sie zu einer Brücke, über welche sie gehen mußten. Der Esel war Zolleinnehmer, und wollte den König nicht eher durchlassen, bis er den . gehöriger) Zoll bezahle. Der .ganze Hofstaat fragte den Esel, ob er denn nicht wisse, daß die« der König sei, und er möchte nicht so tbörichl sein, vom Könige Zollgeld zu verlangen. Dem Esel wollten aber diese Worte nicht eingehen, und er antwortete ihnen: „Ich sehe gor nicht ein, warum ich keinen Zoll verlangen soll? Ich muß dem Könige doch alle Zabre dt« gehörigen Steuern bezahlen, und der König, der doch so reich ist. soll mir nicht einmal diese Kleinigkeit zahlen? " Die^ Hosleme berichteten bieS dem Könige. Darüber sehr erzürnt, befahl er. den Esel nicht nur zu tövren. sondern ihn zu zerstücken. Der Tiger', welcher auch unter dem Gefolge des Königs war. vollzog sogleich den Befehl seines Herrn, und daS ganz in seiner Weise. Der Auchfab den zerstücklet, Esel und bekam sogleich Lust, davon zu essen. Er schnüffelte herum, ob nichtS zu nehmen fei, fand da- Her; und fraß eS auf. Dem Könige chal es nachher leid, daß er in der Wuth so rasch den Esel zerstücken ließ, und ging hin. um ihn zu besichtigen. Als er dett zerstückten Esel sah, bemerk^ er. daß ihm das Her; fehle. Sogleich ließ er sein-Gesolge beibeirusen und fragte, .wer denn da- Herz vom Esel ausgegeffen habe. Aber niemand wollte fich dazu bekennen. Darauf trat der schlaue Fuchs, der sich nun fürchtete. daß der König ibn beschuldigen werde, hervor, und sprach. „Du suchest vergebens da» Her; des Esels, Du wirst es nicht finden, weil er keine» hatte; hän» er einegehabt, so würde er doch nicht von Dir den Zoll verlangt haben." (M. Rabb» P. Bo.) Allgemeine Zeitung de» Judeuthum». Ro. <1 Die Solidarität der Juden. — Roch einmal die Freimaner«, — Zetrnu-»nichri<bten an» Sonn». Hnmbnrg. Rudolstadt. Berlin. Köln. Qnvel». Lien. Lonberg.— Der Ghetto t» Rom (Schluß) —Anzeige» An beziehen durch jede» Postamt und jede Buchhand« lnng. Jährlich 3 Haler, vierteljährig •/« THaler. Beranmortltcher Rednetenr: 8. Wienhold. «.Na, m «.»»«»rrner'e «aMaathu, ia Mni«. - Lr»« »on Alexander Siede m *»,»>».

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