Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 31 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 3)
- Language
- German
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nn Wogen und der Vogel in seinem Gesänge.! „Gott hüllt sich in Licht, wie in ein Gewand, spannt die Himmel au-, wie eirckn Teppich; bälkt seine Söller mir Wassern; macht die Wolken zu seinem Gespann; zieht einher auf den Fitftgen de- Sturme-; macht die Winde zu seinen Boten. zll seinen Dienern den flammenden Blitz." sPs. 104, 2.). Schön sind die Lichter, die Gott gebildet mit Einsicht, Weisheit und Verstand. Er hat Kraft und Stärke in sie gelegt, daß sie schalten in dem weizen Weltenraume. Selbf^voll Glanz strömen sie die Helle aus und geben Verklärung der Welt; geben freudig auf und wonnig unter, vollziehen mit Ehrfurcht ihre- Herrn Willen; geben Verherrlichung und Majestät seinem- Namen, Frohlocken und Jubel dem Gedanken seiner Herrschaft"*» — und Tu wolltest nachsteben der Blume, dem Strome, dem Lichte, dem Sturme? Wolltest stolz thun, wenn Du in Deinem Wirken ihnen gleichest? Ihre Bestimmung b,. mißt sich nach der Kran, die ihnen geworden, und die Mücke dient ihr,. wie der Strahlenocean der Sonnen. Tein Berus ist bemessen nach der Fülle der Befähigung, die Dir geworden, und eist Schmach und Elend, solch' überschwengliche Schätze brach und unangewende» liegen gelassen, oder, gar vergeudet zu haben; aber eist nicht Berechtigung zu einem 'Anspruch aus höhere» Verdienst, so bell strahlende Ziele angestrebt zu haben, wenn man sie erschaut bar und ^teigekraft besitzt, ihre Gipfel zu erreichen. ..Preiset Go», thr seine Engel, ihr an Kraft gewal. rigen Vollfübrer seine- Wortes, gehorchend der. Stimm, seines Gebot,-; preiset Gott, ihr feine Schaareln, seine Diener, Vollstrecker seine» Willen-; preiset Gott, ihr all' seine Werke, in allen' Orren seiner Herrschaft —, nun, so preise auch Du. meine Seele, den Ewigen!" (Ps. 103. 20.) ' Willst Du ealleine nicht thun. Du herrlichste seiner Schöpfungen. Du reinster Ausfluß auS ibrsi? Und ^o Tu eS rbust, willst Tu »S tbun mit stolzem, prahlerischem Gepränge? Du allein? Hieb'. wie still di, Knospe bricht; wie lautloS die Sterne kreisen in ihren Riesesibabnen. Weckt die Musterung der strahlenden Sichtweiten den Dogel wohl in »einem Neste aus? Stört dlr^ Welten um: umstutbenoe Sonne die Morgenrube des Säuglingan der sistutterbrust? lli,D Du wolltest die Lösung Deines Beruferubmsüchnq au die Sterne heften? Nein? „Wenn Du viel Tbora gelernt, »bue Dir nichtvorauf zu Gute, den» dazu wurdest Du gebildet." Zur Tbätigkeir ist «edeS Wesen berufen und genötbigt; der Mensch auch ist eS. Irgend einen Gebrauch mußt Du doch von den Kräften machen, die Dir inniwohnen. Welcher soll es sein? der nur, welcher Deine äußere Bestimmung erreichbar macht, die Du theilst mit allen Gliedern der Sinnenwelt? Sieb' Dir die Ziele solchen Strebenan. und frage Tick, ob'sie letzter Zcheck wobl sein können Teinekampfteichen. bientedigen StinS, ob ihr Erreichen Dich in den Zustand eine- Glücke» betagt, da» dllrch Beschaffenheit und Dauer einen Theil nur her Mühe lohnte, die eS erfordert? Und befriedigte j auch ihr volle» Erstreben Deine tiefen Wünsche alle, ist eS in Deine Macht gegeben? Wird Dir lange-, gesunde- Leben, wird Dir die süße Unabhängigkeit, in die der Wohlstand oft-' setzt, wird Dir der Lorbeer de-Ruhme-: werden Dir leib- 4) Au« de» Morgkn-ebete für de» Eadbatd . t halst zu eigen die. Stützen und Zierden deävßer« Glücke», wenn sie Ideale sind Deiner kühnen Entwürfe, wenn Du ihnen gewidmet hast die beste Deiner Kraft, dir fchflnste Deiner Zeit? werden sie e» uubedingt? ° Nimmermehr! di« rastloseste Arbeit strebt sie oft vergeben» an» und der Trägheit füdtt sie nicht selten eine plötzliche Wetndung de» Geschicke» fertig und herrlich zu. Do» aber, wa» meine Bestimmung ist, da», waS mix zum Berufe geworden, mvß ich unbedingt erfüllen ’ können durch ernsten Willen und geeignete Tbat: wie könnte ich sonst vercsntwortlich gewacht werden für da» verfehlen de» Ziele», «wenn sein Erreichen von Umständen abhängt, dt, außer mir liegetz, die da kommen und geben, und wechseln und schwinden ohne mein Hinzutbun? Ist aber der Erwerb materiellen Wsodt» nicht in die Macht de» Menschen gegeben, so ist es! seine Erhaltung noch weniger; kann ich aber mich bestimmt fühlen und wissen zu einer heißen Jagd «wig^von nur fliehenden Glücke»? Doch, gesetzt, Du erreichtest voll« konmeuste. ungetrübteste Beftiedigong Deiner! sinnlichen 9k »kur. und auch dauernde,' sprich, ist sie B^kriedlgung Djeine» ganzen,Wesen»? fühlst Du nicht» irlDir,. al» fleischliche Neigungen und Triebe? Schau dock biottn in Dich, und sag' an: Wenn zeitliche» Wohlbehagen, volle» Erjaben Deiner Sinne Aufgabe Deine» Lebeich gewesen, bedurft.st Tu dazu der unergründlichen Tiefe Deiner Gefübl-welt? Dazu die nicht zu ermessende Höhe de» kühnen Geiste-stuge»? Dazu de» Sittengesetze» tn Dir und sejneunbestechlichen Richteramie»? Dazu best heiligen Drang. Dein Verfahren einzurichten nach den Bestimonmgefl und Erkenntnißgründen der Vernunft? Wozu ward Dir die Befähigung zum Selbsterkenneo. wenn-'Du Dich nicht wegheber^ sollst über die niedere Thirrstutt? Wozu brauchtest Du^ Dich selbst zu erfassen. Dich zu! würdigen nqch Deiner ganzen Größe, die Menschheit zu begreifen mit ihren Hochzwecken, sie;u fördern mit Deinen be»o»« dern Kräften in allen Verhältnissen, dir Du zu ibr einnichmst^ wenn die bewegliche Scholle der Bodtn Deine» Berufe» ist. Anfang und Ende Deines Hein» unh Wirken»? Wenn Du aber die Höhen erschaust Deiner Bestimmung, und d^ mußt' £)u, w.nn Du Dich selbst begriffen, T&um«ft D»'S nicht rin, daß ihre Erfüllung, r-en ganzen lltnfang Deiner Befähigungen in Anspruch nimmt? Auf Deine sinnliche Natur und jhre Kräfte kannst Du dabei nicht verzichten. und aut die geistige wolltest Du e»?. iie ist ei ja. die Dir die Zwecke sevt und bie Wadl der jiml zu ihnen trifft; sie bringt ja erst Dernnnftmäßigfrjt in Drin Verbalten, sie ist'», die Dich zus uneigennützigen Liebe befähigt und stark wacht z«m 'sittkichen Kümpfe — und ein Verdienst sollte e» sein, dieser geistigen Natur Hege und Pflege und rechte Richtung gegeben zu haben? Darum so Du die höhere Kruft in Dir zum Durchbrpch gebracht, und mit ibr vorgedamge» bist bi» in die Nabe Deine» Hochzwecke-.;- so hast Du'» durch Mittel bewirkt, die Dir verliehen waren, für deren rechte u»d volle Verwendung Du verankworstiL -ist.- Nun penn, hast Du viel der. Thora gelernt., sp thoe Dir ^ichr» darauf zu Gute, denn dazu wurdest Du gebildet"^). *)| nbr ba*b vi« *o 're ara: bt»b m» be -vfi« '■» -tor Rb -nnw tetrcD nrre bi»b or rrrr bvsb Bfljnrr* ’SnR;ro2 rrrr brarb “tot» ■nrt ytta rm *T»i See vmr S«»bedri» 99. i.