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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 31 (1854) · p. Seite 122

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
31 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 122 (sequence 2)
Language
German
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i r 4— irr I der Welr herumsckwänoen, da werden wir vom Vorhänge hervor erfahren, chelch' ein Unglück der Weil hevvrsteber.' Die Andere antwortete: ..Ick» kann nickt mit Dir. gehen, denn ich bin inj eine Binsenmatteeingewickelt begraben word'en, gebe Dn allein, und berichte mir, waS Tu hören wirst." Aljene zurückkam. sagte ste. „ick hörte: wer im kommend « Jahre im Beginn deS KrüblingS säen wird, dessen Sa » geht durch, Hagelscklag zu Grunde/' Der froutme Mai n bestellte also sein Feld im Spälirüb ling undj er Haiti di, schönste Ernte, wLbrend^olle. übrigen Aecker verunglückten Folgendes'Jahr er sich -abermals! auf de» Gottesacker, und dörre die Unterhaltung der zwei Geistinnen wie vorigen Jahres. Aber diesmal berichtete! die zweite Geistin: r „Wer in diesem Zähre »m 'Spätsrüüling farUtvtrt, dessen Saaten geben vürck Dürre zu Gruide " Nun bestellte er sein Feld im Beginne des Krübltn; i, und > er war glücklicher denn alle Uebrig^n. Auf die Frage 'finer Frau, woher ^r die Ersignisse ,'o gut errarben base, entdeckte er ihr sein Abenteuer. Kurze Zeit bemach gerp'tb die Frau,-des frommen Mannes mit der Mutter der innen ver verstorbenen Mädchen m Zank und war» ibr vor. da« ihre Tochter in einer Binsenmatte degrabey sei. ^Us er nun zum Neujahr fi(h; abermals auf Venj Gones^cker begab, hörte er wieder dasselbe Gespräch ri« beive^ÄelstlNlien. Die Eine aber sprach: ..Laß mich ittj Ruhe.^s denn unser Zweigesprach ist yereirs den Mensches betmutt " Dt, Zuhörer dieser Erzählung zweifeln int Latniizd, ob die Geistinnen die Offenbarungen ihres besprächest durch nne neue angekommene Seele, .oder durch v n Engel! Duma erfuhren. Für die-, e»ste Ansicht rdeilt d> r Talmud »olgende Erzählung mit. - ÄlS Seire ans die Hochschule ging, gab er seine Baarsthatt einer Lsirlhil zur Bsrwabnmg. Bei »einer Rückkunst aber war sie bere rS :oCr \ Er begab sich zu ibr aut dien Gottesacker. »nb fragte stel wo fkin^Gelr fei. Sie antwortete ihm fol zenverm^ßt»: ..Gebe hin unk hole Dein- Geld, welch.4 ich unterhalb ver Tbürptvste verbarg,! und sage meiner Muuerj da» ste mir meinen Kamm und niein Ecknitn rtbrche»! durch die N N.. deren Seel«! morgen zu uns foium, schiken möge^^i. I , En l»ck sind die 'Seelen auch Mittler , die göttlichen Absicht^,. g^.-r 'as göttliche Strafgericht zu sörhrkn. indem sie den l shlenschr n gewisse Gedanken eingeben. — Gvtl sprach, jtttr will Ackab übet reden T u. s. w. ^a kam der Geist na» stellt sich vor Gon (1 Kön. 22, ^1Z WaS für ein (Heist wir dieses? — Rabbi Iochanan, 'agte. ,'.eS war.ve: Geist »eS Nabot'"). — So wen Herr Brecher, der freilich über Einzelnes Nock ai s^übrllst er baue 'lein können. Geben wir von den eigcnth! flicken Einkleidungen ab. und vergessen wir nicht. ' rap die Aussprüche des TalnruvS dutchauS nicht bezweck fi. nur mzimftößliche Glaubenssätze zu^geben, sondern n':r die Ä »sichten einzelner Lehrer mitjurbtilen. so ergeben sich solo ende Sähe alS die allgemeine»» Meinungen der tal »«rische! Weisen: 1)- versckie jn* We < t. verach Bafrfr. U i Seele u >d Körper sind zwei in ihrer günzen Natur en; r. . r. 2) die Segele eristirte vor ihrem Eintritt in Yen Körper, und zwar rein und ihrer bewußt (ganz wie Plato); 3) erst durch die Seele wird der befmchtete äyeiw im Mutterschooße belebt (wie jüngst wieder CaruS); 4) die Seele ist Gott ähnlich; 5) das Lehen deS Menschen auf Erden ist tpir eine Pilgerung; 6) die Seele ist unsterblich; 7) sie wird aber nicht alSbalv nach dem Lohe gänzlich vom Lerbe getrennt, sondern steht nock eine Zeit lang, bis dieser gänzlich verwest ist, in einer gewissen Verbindung mit ibm; 8) die Seele wird nach dem Tode von Gott nach ihrem Tbun aus Erden gerichtet; der ganz gerecht Befundene kommt zur Seligkeit, ver Sünder hat nach dem Maße seiner Sünden so lange zu leiden, bis er geläutert worden. und kommt dann zur Seligkeit — aber keiner Seele ist rer Weg zu dieser gänzlich versperrt; 9) die Seele ist überhaupt nach dem Tode nicht vollkommen. sondern strebt und strebt in der Dervollkommnung fort und fort; - 10) auch ist nickt aller Zusammenhang mit denen, welche ste aus Erden geliebt, für ste abgebrochen. DieS stnd die schönen Lehrsätze deS Talmuds über die Menschrnseele, wenn wir die. bisweilen sonderbaren Hüllen abnebmen. .- - - 4 Mischnah 28'). Rabbg^ Iochanan ben Sakkai empfing die Ueberlieferung von Hillel und von Schamai. Er pflegte zu sagen: „wenn Du viel Thoragelernt, thue Dir nichts daraufzu Gute, keim dazu bist Du gebildet"^). Hast Du eS erkannt, daß „der, Rohe nicht die'Sünde scheuen kann, und daß der Weitling nie ein Frommer wird;" daß eS eine Ausgleichung giebt zwischen der Tbak und ihren sittlichen Erfolgen, daß auch die Ernte »eS Geistes von . seiner Urbarmachung und AuSsaat abhängt: daß „Fleisch nur mehrt Gewürm. Güter die Sorgen nur mehren. ab«, daß Tbora daS Leben mebrl und Schule die Weisheit 3). — Hast Du all davoll erkannt, und nun den ganzen Schatz Deiner hoben Befähigungen aus daS Ziel gerichtet, daS Deinem Leben ausgesteckt ist, da^ so bell strahlt aus der ragenden Höhe, und bist Du iho» nahe gekommen, so hast Du gerade so viel, gethan, wie jedes andere'Wesen der Natur, daS'dem Zlvecke seines DasemS genügt — mehr ober nicht! Die Blume löst ihren Beruf in der Farbenpracht, die ste entfaltet, in dem Dalsamvufte. den ste, auSatbmend, in die Lüfte streut; der Baum in der Frucht, dieer zeitigt auf seinem schattiggrünen Wipfel; die Quelle in ihrem silbernen ^Sprudel; der Fluß in seiner Strömung; das Meer im Kampfe fei« ') Lue dem Werke rrcT. von Dr. Meilel, Robb, in Stettin, das iad>fttn« erscheinen wird. *; Unser Rabbi Ist nm so würdiger Gewährsmann dieser Ansicht. als er bis in sein sllste« Jahr nnr dem Handel abgelegen. nnd von VeSvastan begünstigt, durch die Gründung de« Syndebrion« zu Jnbne einen Ersatz gab für den Fall Zion«, den er selbst erlebte. *) Mit Bezug ans die vorangehenden Mischnah'«.

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