Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 31 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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124 über burt. 8Vf genvl^e tuft, eri'chl eßen sich? «dem Diesen ist irgend eine Dejäbigung verliehen.; durch die es sich von andern kenntlich usiterscheibet. die den ßrundto« - in der Uebereinstimmung seiner Gefammtverri dlungen anschlLgt, die seine Natur, ansmachl, seinen Beru bezeichi et, und es verabsäume Kein.es in der »n endli jen ^keti e der Wesen, diese Spitze seiner Anlagen ewig scharf r nd brauchbar in dem Vordergrund seiner Thal gleiten zu erbatteru Mensch, Du bist, groß, schön, reich and star! nur durch Deinen Geist; durch ihn bist Du '! «t 61191 In wenig nachgesrtzet. durch ,'idn mit Ehre Würde i ngethan, durch ihn läßt Dich Gott herrschen die Wer e alle seiner Hand; er bedingt vte Wirksamkeit alller Dei ier Krane, ja. ihr Vorhandensein sogar; er ist di' Bewäl ruag^ Deiner Gotteskindscha?!; er die Bürg- und dei Träger -Deiner .ewigen A-kunfr. Ein undreier tz eist' aber, ein ungebildeter, ist ein vergrabener schätz, ein Licht, daS noch nickt angezündkt. ein Gast, der , vch'nich geboren. Die Belehrung erst ist seine <Kedie Bildturg seine Erzieherin, die Erkennrniß sein nds aber albmel sein junges Lehen kräflinirgends leuchtet ihm eine schönere Imrne. ibm weiterehellere Kreise.' nirgend sicherere Bäbi en zu einem Fortschritt in die ilnendhichkeit, gls in -^er —!bora. Darum', ..so Du viel der Thpra gelemt, rbue Dir nichts daraus;u Gure.. denn dazu wurdest Du 'gebildet." Uiv „das Erste, um dessen Befund das einstige Himmettg-richl sich bei der befreiten Sörle erkundigt, ist dir Thora ‘ 6). Und „Einer der Drei, über die Gott; tägli h weint, ist der Mensch, der die Möglichkeit hatte, sich. nil Tbo a zu -beschäftigen, und es doch nicht gethan' 7). Unr Du wollkeff^stolz daraus tbu». viel von ibr geler ir zu Hasen? Ist des Adlers Flug durch die Wolken «in Derv ensi für ihn? Ist eS besonderer Anerkennung! welch. wenn der Fisch bebende durchschifft daS flüssige Element? Das ist ihre Natur. Die Deine ist: Denk n. Füblrn'' Wollen.-Hrtbeilen. Schließen, und Dein Elen ein ist:!die Unendkickkeit deS Gedankens. Mußt Du nicht athmen, wenn Du leiblich nicht Ersticken willst! so mußt - Du geistig Dich auSsirömen. und geistige- Labe frisch —ttkiedir trinken, wenn Dein himmlisches Menschentbum nicht in T ir verstechen soll. Leben beißt di« Heimarb suchen, und senken heißt Leben! , 9 9«n Gott! „Ich preise Dich, daß ich so wunderbar ausg zeichnet bin; wunkchvioll sind-Deine Werke, meine erke tuende'Seele aber'ist es gar sehr." (Ps. 139, 14.) schild strengß ibn , Anekdote. - in reisender Pole wollte dem Baron Anselm Rotbseine Aufwartung machen. Der Ponier, welcher Ordres batte, diese Leute nicht vorzulaffen. wollte natürlich!damil abferlizen: „Der Herr Baron läßt -qic T3icc rrm -ckn 77 «7« ya -c-n nVrtn r« I irra n-OKi ots (Kiddusfh. 40. 2. O® ‘BOTi ^yi) T) pl 33*b 77 DT 702 D7T77 71212 712P71 7l®b® Ca ‘Tsrt) per? rw.mra sich nicht sprechen." Der Mann, nicht gewohnt, mit solchen kahlen Redensarten sich abspeisen zu lassen, sagte zu ibm: „Sagen Sie nur Ihrem Herrn Baron, ich werde ihn gar nicht aufhalten. Ich habe nur ein einziges Wort mir ihm ziri'sprechen, bann gehe ich meine Wege." Da der Portier, den zudringlichen Mann nicht loSwerben i kann, ging er zum Baron und bestellte dieS. Der Baron, hier einen Witz vermurhend, wovon er Freund ist, sagte, er möge ihn vorlaffen. Der Pole trat ein und sagte: „‘«Ttt'a" — „Was soll dies heißen?" fragte der Baron. Der Fremde macht eine Bewegung mit der Hand, ändeukend, 'daß er nicht mehr alS dies eine Wort sprechen darf. Der Baron: „Ich erlaube Euch, dies Wort zu erklären." Der Pole: „Dies beißt in seinen Anfasigs-Buckstaben: „Güten Morgig Reb Anschel!" Der Baron lachre. „Was hätten Sie gesagt, wenn Sie zur Mittagszeit zü mir gekommen?" Der Pole: „Auch wrfa'a — Gesegnete Mahlzeit, Reb.Anschel." Der Baron lackte ebenfalls. ,,WaS hätten Sie gesagt, wenn Sie Abendgekommen wären?" Der Pole: „Auck 'NT'O'a— Gebt MooS, Reb Anschel!" Der Baron war über diesen Einfall sehr belustigt. Der Pole soll nickt schlecht weggekommen sein. Richtet nicht! Wie wenig die Verdammungssucht der sich onbodor^ nennenden Rabbis unserer Zeit mit dem Talmud harmonirt, zeigt folgende Erzählung, die sich im leset, kerscliotb S. 10*. findet. '3n der Nachbarschaft des R. Meir wohnten schlechte Menschen, die ihn sehr kränkten Da betete R. Meir um ihren Tod. Aber sein Weib Beruriab sprach zu ibm: „Was denkst Du? Es heißt ja (Pf. 104.): Die Sünden mögen vergehn von der Erde, aber nicht die Sünder! Und dann merke auf den Schluß des Verses. Da heißt eS: Die Bösen werden nicht mehr sein; denn wenn die Sünden ausbören, wird es keine Bösen mehr geben. Bete lieber für sie zum Herrn, daß sie sich bekehren möchten. Der Rabbi betete für sie, und ihre Bekehrung erfolgte wirklich. — Wir wissen nicht, was wir an dieser Erzählung mehr bewundern sollen, die sinnige und zarte Schriftdeutung vegelehrten^ Weibes, odek daß der strenge Rabbi sogleich ihrer Auslegung gemäß handelte, daß er selbst sogleich zur sileberzeugung gelangte, daß zvir auch unsere sündigen Nebenmenschen nicht rjchten, nicht verdammen sollen, da ibnen ja der Weg zur Besserung immer, noch offen steht, son- .dern vielnchhr für sie beten, oder auf sanfte, liebreiche Weise sie zur Besserung zurückführen sollen. — Dr. H. -Weruer in Adelsdorf. Allgemein« Zeitung de« ZudenthumS. No. 1(5. Die Juden im Orient. — Das Zndeulhum und der Islam (Schluß). — Die Auswanderung. — Zeitungsnachrichten an« Rogasen, Goch, Paris. Rußland, Eoukankinopel. Sarajewo. London, Jerusalem. — Der Ghetto in Rom. — Anzeigen. — NB. Zn beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. .Jährlich-3 Thaler. vierteljährig % Thrler. Verantwortlicher Revacteur: <8. Wienhold. weriaz von V»u«-Lrtaer'« vutdanklunz in Leip,,«. — Druck »on Alexander Siede in Leio»tg.