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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 29 (1854) · p. Seite 115

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
29 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 115 (sequence 3)
Language
German
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115 Schnee 'gar nicht fort und e-würden sich bleibende Schnee» und Gletfcheranfätze bilden und wachsen, wo nun, durch die Gunst der Lawinen der Wildheuer seines duftigen Heubürden sammelt. Ist in der Höhe in Folg« einer Grundlawine einmal ein ganzebreite- SchneefÜd in- Thal abmarfchirt, so wirkt die Sonne' und der Regen von diesen Brachplätzen auS. mit doppelter Schmelzkraft nach allen Seiten bin. Der Boden wird warm; die benachbarten Schneegebiete werden von unten auf nnterrrefsen. von oben von Schnee und Regen und Fön abOleckt und bald rutscheil. sie den Vorgängern, nachdem sie gleich» sam reif geworden sind, im gleichen Bette stach, oder ver» enden auf dem Platz. Jene Brachplätze sind kenn auch die ersten Kutterstellen, wo die Raben und Kräht», die Schneehühner, Birkbühner und die kleinen Insektenfresser die frühsten Würmer, Larven und Käfer finden, und wer nige läge nach der Entblößung de- Bodenlebt guf diesen fchwarzbraunen Oasen schon ein wunderbare- Treiben und Verfolgen von allerlei Mücken, Wanzen, Fliegen und Wolf-spinnen, während ringsum noch 'Allein hohem Schnee liegt und die Leute im Thale noch keio^ Spur solchen Höhenlebenahnen; Ja der Thar, wir sind geneigt, die Lawinen ^ür vorwiegend nutzenbringende und unentbehrliche Alpesttrscheiungen zu halten. So groß auch in einzelnen Kästen ihre Verheerungen sein mögen, so hängt doch von ihnen die Möglichkeit eine- Pstanzenwuchsein großen Gebrrg-theilen ganz ab. Die kleinen Lawinen, also die zahlreichsten, sind in der Regel unschädlich, und von den größeren wirkt nur ei^E^^äkr Theil. besonderdie, welche neste Bahnen emMagen. nachhaltig verheerend. Eine Mahnung an die Borsteher jüdischer ' Gemeinden. > dJom Rhein im Februar. .In den letzten Jahren ist enicht selten vorgekommen, daß Synago!geg und Schulbäuse^ ein Raub de- Feuer-' und die betreffenden Gemeinden gezwungen worden find, sich an die Äildrht« tigkeit ihrer- Glaubensgenossen zu wenden, um ihr-«» Schaben einigermaßen zu ersetzen. Dieseveranlaßt UnSdie öffentliche- Aufmerksamkeit auf »die Norhwenvigkeit hinzu» lenken, sämmtliche Gebäulichkeiten der Gemeinden, nebst deren Inhalt gegen KeuerSgefahr zu versichern, l Da eS jetzt in jedem Landstädtchen einen oder mehrere Agenten der verschiedenen. VerstcherungSgtsellschaften giebt und da die Prämiensätze so außerordentlich wohlfeil sind (für nzassiv gebaute Kirchen und SchulhLuser^^ biS */4 pro Tausend. und deren Inbalt '/« p> D. mehr), so ist eS kajum begreiflich, ^vie Gemeinde-Vorsteher diesen wichtigen Theil der Verwaltung verabsäumen und dadurch oft gtoßeS flaglück über ihre Gemeinden bringen können, abgesehen davon. daß die den Abgebrannten zufließenden UnterftützustgSgelber anderen wohlthLtigen Zwecken entzogen werde». Möchten doch alle Synagogen- und Schulvorstther diesebeherzigen und die schwere Verantwortlichkeit bedenken. welche sie durch Unterlassung dieser BorstcHtsniaßregel auf ihre Schultern'laden! Humor der Alten. $ Von Dr. Sewvsoh« i* Worwi /[ 1. Rabbi Elieser von auffallend großer Statur, aber ebenso au-geztichnet durch Geiste-gr-ße. besuchte eme- Lageseinen Freund Rabbi Simon. Dieser setzte feinem Gast einen Decher Wein vor, den derselbe mit; einem Zug« leerte. R. Simon spielte behutsam aus die Vorschrift der Weisen an, nach welcher eungeziemend geholten wird, einen Becher mit einem Zuge zu leeren. — R. Elieser erwiederte: „Jede Regel duldet eine Au-nahme und bedenke wohl, der Becher, den Du mir gereicht, ist klein, der ihn trinkt, ist gtoß, und der Wein ist vortrefflich." «. ' (Ierusal. Tal»»k.) i. <26 hatte Jemand eine Frau, die außerordentlich häßlich war, und er that ein Gelübde., sich nur °dann freundlich ihr zu nähern, wen», er irgend etwa- Schön»- an ibr wahrnehme. Bald darauf empfand er. Reue wegen deübereilren Schwur,- und holte sich Rathebei Rabbi * J-mael4 irr der Hoffnung, daß letzterer vielleicht doch irgend finrti schönen Zug an ibr fände. Aber, auch er war nicht so glücklich, dem seltenen Schipfung-werke irgend etwader' gewünschten Art aHugcwinnen. Zuletzt fragte er nach ihrem Namen;- dieser preß „Unschön" (rwdsv). „Die- Einee^st da- Schöne ap ihr," sagte der Rabbi, „ihr Name stimmt gafiz mit ihrem Wesen überein!" Und jener Voreilige ward wieder ein glücklicher Satte. (Aedartm.) , 3. Die Sophisten von Athen unterhielten, sich einst mit Rabbi Iosua. der ihre Worte fterlakonisch (ganz kurz) erwtederte. Wir heben folgende Stelle hervor. Sie. Erbaue un-ein Hau-in der Luft.— Er. Daselbst ist eine Lehmsiäche, steiget hinauf und machet' mir Ziegel darauf. — Sie. Wo ist der Mittelpunkt der Erd«?. — Er. Hier, wo wir stehen; nehmet nur eiuen Sttick und messet eauS. — Sie. Bring und den Brunnen auf dem Felde in die Stadt herein. — Er. Machet mir ein Seil von Kleie und ich ziehe ihn herein. — Sie. -in Mühlstein ist zerbrochen worden, näh' ihn zusammen^ — Er. Ziehet mir Fäden auihm und ich nähe ihn wieder zusammen. — Sie. Womit mäht man^eine Flur von Sensen ab? — Er. Mit dech Horn eine- Esel-.— Sie. Hier sind zwei Eier, welchekam von einer weißen, welchevon einer schwarzen Henne? Er. Hier sind zwei Käse, welcher ist auder Milch einer schwarzen, welcher auder einer weißen Ziege bereitet? —• Sie. Hier (st ein in der Eierschale gestorbene- Küchlein, wo hindurcd entfernte sich die Seele? — Er. Dort, wo hindurch sic eingedrungen ist — Sie. Bezeichne un- Dinge, .welche den Schaden nicht aufwiegen, den sie anrichten. — Er. Bringet mir ein Zelt; er spannte eauf, so daß e-durch da- Gtavtthör nicht hindurch konnte; nehmet nun. sprach er. Brechinstrumente und brechet da- Thor ab. — (Vechoroth.) * 4. Go an trockenen Jahre-zeitrn derersieht- Regen in den Vormittagsstunden fällt, soll man sich freuen und vor Abend daS Lobgebet (Halle!) verrichten. Warum aber verordnete Rabbi Papa in dem Orte Abi Gobar, daß die Stadtl.ute erst Hallei beten und al-dan» sich belustig,«

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