Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 26 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 3)
- Language
- German
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103 gebt. — Abends, nachdem meine Schule geschlossen ti>ar und ich nach Hause ging, kam mir in ver HauSjkur mchne Hauswirrhin entgegen, ste war gepult im SchabbeSgewank und lachte mir freundlich zu: „kommen Eie schnell herein, eS Ist ein Bekannter von Unsrem Moritz da, er bat ein schöne- Zeugniß von ihm." ich wurde ins Zimmer gedrängt. Herr Deilchenftrauß thai fremd gegen rnch, ich wurde ihm vorgestellr, er erzählte viel Schönes von ^>r. R.. wurde fein bewirlhel und beschenkt, erhielt aus einigen Brüderschaften durch Vermittlung deS Varnas Untierstützllngen. man collerlirte für ihn noch bei den wohlhabenden Gemeteidegliedern und vergnügt zog Herr 8 ilch^nftrauß ab. Ich befand mich in einem Dilemma, sollte ch ihn entlarven und meinen Hausleuten die. Freude vhr Zerben, oder schweigen? — Ich schwieg — auS Schwäch^, die ich damals mit Menschenfreundlichkeit mir verkleistern wollte. DanSchüemäbEird folgen dt« Begebenheit mit l<qr blinde» (ruglauderin. Talomon und Lcheba. -tack, e'Asraeli ron »maiiurl' v«ch«. ' ' Der. Ruf dk^ jungen, weifen Königs Salomo derben Thron Israels bestiegen, verbreitete sich durch d»S ganze Morgenlund. Angezogen durch diesen Ruhm, entschloß fich die Königin von Scheba. einen Besuch am Hose deS Königs abzustatten, ste, welche eben so sebr durch § chönheit, wie durch Schlauheit glänzte. Zu den Proben, womit ste am Fuße veS Thrones stehend, des König- Weisheit und Umsicht prüfen wollte, gehörte auch -folgende. Sie erschien, in jeder Hand ein Sträußchen mit Bluruea. daeine aus köstlichen natürlichen, das andre auden Ar, zeugniffen höchster nachahmendrr Kunst bestehend. Welcher war der natürliche, welcher der künstliche Strarß? . . . Salomon konnte es von Weitem nicht unterschei >en. Ar, der über die Zeder am Lcbanon und über den Nsopstengel gesprochen, sollte vor der Schlauheit eine» D etbeSerrothen? . . . Siehe, da bemerkte der König! vor den Fenstern der Halle einige Bienen schwärmen, erhefahldie Fenster zu öffnen, die Bienen kamen herein. uNd flogen alsbald auf daS echte Sträußchen zu. während hie künstlich bemalten und duftenden -Blättchen verlassen^ blieheu. Salomo deutete auf das erste, alS bas Werk,'daS den Händen deS großen WelrenbaumeisterS entwachsen^ und, — die Königin von Scbeba verstummte im Namen dfr Ktchst. Anfragen und Antworten. , 21. Bon Aler. Elsässer. Am 12. Mai J853 war in den Thälern des schwäbischen Jura ein Gewitter, wie die. ältesten Chroniken von keinem solchen zw erzählen wissen. Die größte Wuth deS Gewitterentleerte fich in der unmittelbaren Nähe einejüdischen, Dorfes,- während"' aber die Bewohner »es innen, Dorfes in unsäglichen Jammer versetzt wurden, blieben die Jehudim alle werschont. ES-war an einem Donnerstag Abend, und alst ich am Sabbath in mehrere israelitische Häuser kam, fand ich die 5 Bücher Mösts (Lkuwwesob) auf dem Tisch ünb an jeder Ccke desselben ein Häufchen Salz. Wen ich um diesen Gebrauch befragte, konnte mir keine rechte Auskunft gehen. Daß die Thorah an der Stelle der Schöpfungsgeschichte sveresobilb) ausgeschlagen wird, laßt jft$ erklären, der Gott, der-die Welt geschaffen, wolle sie auch erhallten. Für das Auflegen deS Salzes ließe sich die Hypothese ausstellen, daß es sich bezieht. auf die Stelle 4 |©. M. 18, 19. „Das Salz soll sein ein.ewiges Lun» vehzeichen vor dem Ewigen für Dich und Deine Nachkom- . mhn!" Wollen Sie nun darüber in diesen Spalten Auskunft geben? Ist Ihnen dieser Gebrauch bekannt und wo rührt er wohl her?-: I Allerdings ist dieser Gebrauch auch unS bekannt; wir können aber keine andere Auskunft geben, wie 'der Herr Fragesteller. Alle. Opfer mußten gesalzen werde» (3 Mos. .2, 13). DiesoS Salz wird an p. Sr. r-2 nba „vaS^Salz deS Bundes Deines GotteS" genannt; nun w^rd^aber umgekehrt rvN2 parallel mit cVr rr^*a 2 Chron. 13,.*>. und an dfr von Herrn A. .E. cilrnen Stelle gesagt, also „Salzbund" für „ewiger Bund,", und eS ist noch jetzt arabische Sitte, bei Schließung eines Bundes einige Salzkörner.Lu genießen, so wie den unverbrüchlichsten Aid bei dem Genüsse von Salz zu schwöre n. sb daß ihnsn Salz daS Bild treuer Freundschaft ist. Salz ist also Symbol des göttlichen Bundes, und soll so wahrend deS Unwetterauf die Tischecke gelegt, wahrscheinlich^in Zeugniß und eine. Erinnerung abgeben an din Bund Gi^teS mit Noach, daß jedes Unwetter vorüpergehen soll, ohne d.ie Lebenden zu vernichten,' wo auch ausdrücklich cVep r"“a steht (1 Mos. 9, 16). DaS Salz nxrr hierzu paffend, indem eS die Fäutniß verhindert, foni|it daS Todte, Unheilige emfernt und die Reinheit und Beständigkeit festhält^ (@. unser Bibelwerk Bd. L ®. 545.) 22. E. 'in I. a) WaS ist vom 'Tischrücken nach jüdischem Standpunkte;u halten, finden sich darüber schon . ÄteUen im Talmud Und in der altjüdischen Literatur, und waS wird davon gesagt? — b) Ist eS einem Israeliten erlaubt, sogenannte Klopsgeister zu befragen? — c) <S< gebrauchen viele Israeliten in Krankheiten Sympathie, khnn'eS vom jüdisch-religitzsen Standpunkte erlaubt sein?! Die Fragen a. und b^kAuftnen etwas spät, denn — wenigstens in Norddeutschenist das Tischrücken schon gänzlich auS der Mode gekommen; allein interessant sind sie immer. Ich glaube nicht, daß in der älteren jüdischen Literatur vom „Tischrücken" oder dergleichen etwas vorkommt; ich weiß es nicht, weiß eS ein Anderer, mag ch es sagen. Hingegen hat man. auf das Tifchrücken den PerS Hoschea 4. 12. angewendet: xm nrrn irrer rm -a tb T-r ibpai bt«r 'xrn -ar : :crrn5« mm j „Mein Volk besrägt sein Holz, und sein Stab soll ihm weissagen — denn der Buhigeist hat es verführet. . chnd sie buhlen, untreu ihrem Gotte." : Allerdings braucht man' hierbei nicht gerade an Tisch- Bücken und Klopfgeister zu denken, sonder» an Götzenbilder ijHolz) überhaupt uitd an die vielen Arten der Wahrsager« mit Stäben, die im Alterthum gang und gäbe waren, und welche im zweiten Bande mrmes Bibelwerks S. 1215 und S. 1383 beschrieben sind. Aber so viel ist sicher, daß hiermit jev« Art von Wahrsagerei aus dergleichen Dingen, aus olz und Steja^md Metall, aufs Schärfste uutersagt und lS Abgötterei bezeichnet ist; daß-glso der Prophet ganz m Sin^ Mosch^s spricht (5 Mos. 18, 10-—12): „Cs