Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 25 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4908862-5999329-6000613--0186-4908976- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- — 99 und KriegSoberl'aupte wählten. Ich schlug drei Wege ein. Zunächst machte ic^» mich mit einer Anzahl MLnncjr und allem Metall, daim Stamme au^uireibm, auf den Weg nach dem Bei. um einige Donnerbüchsen, womöglich auch eine kleine Feldschlange zu erkaufen, von denen in die Wüste noch keine Kunde gedrungen war. Unter der Leitung der wnstenkundiqen Männer gelangten wir glücklich bis;um bebauten Landen dann überstiegen wir da- Gebirge und kamen beim Bei an. Derselbe begünstigte mich im 'Ankauf der Geschütze und aller, bei dem Stamme nicht vorhandenen. Ingredienzen zum Pulver -so fehh daß ick zwei Monate später wieder auf dem Rückwege begriffen war. Gott war mit un-; rin halbe- Jahr waren wir entfernt gewesen, trafen aber Alleim besten Zustande. Das Erstaunen dieser Menschen hättet Ihr sehen sollen, als ich. ihnen nun die Wirkung dieser Büchsen zeigte, die Führung dieser furchtbaren Waffen lehrte! Aber noch großer war der Schrecken unsrer Feinde, und ich nahm den ersten Angriff, der wieder auf unS geschah, wahr, um dieselben in ihren verborgensten Restern zu vernjchten. Durch den Ruf. welchen diese Waffenthaten unserm Stach, me zuzogen, suchte ich einen zweiten Plan zu erfüllen, nämlich alle Stämme der Deni Kuxeiza zu vereinigen, um s» größeren Gegnern widerstehen zu können, wenn auch der Gebrauch der Geschütze in diese entlegenen Gegenden gedrungen sein würde. ES gelang mir, und bald, stand, ich an der Spitze . von zwei Tausend Zelten, von zehn Tausend Kriegern. Hierdurch waren wir genölhigt, eine größere Oase aufzusuchen, und diegelang un-; in dieser neuen suchte ick eine paffende Stelle zu einem Fort aus, wir legten dasselbe möglichst stark, durch Nsttur und Kunst befestigt, an, und brachten eso dahin, daß seit sechs Jahren- Niemand einen Ort zu betreten gewagt, wo der Fuß eine- Sohneder Beni Kureiza gestandeu. Mittlerweile suchte ich aber auch in anderer Beziehung der Lehrer de- Stammezu werden.' Zch lehrte eine Anzahl Jünglinge unsere heilige Sprache lesen und die drei heiligen Rollen der Thorah, der Psalmen und Jeschajah'S verstehen, ich lehrte sie außerdem einigenützliche Wissen, und ließ sie dann an meine Stelle tretm, um den! Kindern und wer sonst wißbegierig beizubringen, wasie von mir erfahren. - , lUtter dieser Wirksamkeit, die Gott gesegnet, ist daS zebnke Jahr herangekommen. und ich machte mich vor zehn Monden mit meinen Knaben und einem tüchtigen Gefolge auf, um mein Gelöbniß an Euch zu erfüllen. Wir, zogen durch die große und furchtbare Wüste, ohne zu verschmachten. wir überstiegen daS mächtige, himmelameichrnde Gebirge. ohne umzukommen, wir durchichnitten die weiten, zum Theil feindlichen Ebenen, obne daß unS ein Unheil ereilte, ich ließ mein Gefolge jenseit-l deS' Meere- und landete glücklich in Malaga ... Kaum hatte Sanzo geendet, so rief ihm Don Jose, der Herzog von Naro-, ju: ..So bist Du Adun-Midbar, der vielgerühmte „Herr der Wüste," dessen Ruf bi^ noch Stambul -gedrungen?" ..So nennt man mich, Bruder . . . Die drei Brüder fielen sich um den Hals, dan» warfen sie sich auf die Knie«, und sandten ein innige- Dankgebet zu Gott, dem Allwalter, hinauf Lange Zeit unterhielten sie sich, wie Gott sie so verschiedene Wetze geführt, und sie definvch alle Drei-zu großen, nicht geahnten Zielen geleitet habe, den Aeltern zu einem Lehrer in Juda gemacht, dessen Ruf von Sitz zu Sitz gegangen, den Zweiten zu einem Großen im Rache deo-mauischea Herrscher-, den Dritten zum Wvhlthäter und Führer et-, nefreien Stammeerhoben-, daß sein Name selbst die schweigende.,Wüste durchdrang -. . . Vierzehn Tage blieben ste bei einander^ am Grabe de- Barer-. Dann schlug die Trennung-ftunde. denn Jever von ihnen hatte in seinem Wirkungskreise so tiefe Wurzel geschlagen, daß er sich nicht von ihm lösen konnte. Sie umarmten sich noch einmal, sie weinten "och eine Thrjne am Halse der Anderen. sie fchüttelte nch noch einmal die Hände — aber ein Gelöbniß gaben fit sich - nichf wieder, denn dafortschreitende Alter würde rnicht erfüllen lassen —- dann ging der Rabbi nach Norden, der Staatsmann noch, Osten, der Krieger nach Süden, _ die nächsten Schritte schon entzogen sie einander ihren Blicken. Eine Stunde später drang von der südlichen Höhe über die in Schweigen begrabene Schlucht ein hell anklingende-, «Aarm-sanft verhallender Ton eine- Honü» . . . immer' leiserllnd leiser verscholl er . . . auf dem Berge gen Norden lauschte ein Mann mit greisem Haare und sprach einen Segen-spruch . . . aus dem Berg« gen Westen horchte ein Mann, dessen Rücken gebeugt war, und sein Haupt senkte sich tiefer, und Thränen entrollten ■. seinen Augen . . . Dann wandte sich Jever nach seiner Heimath. und.— .sahen sich nicht wieder. I Anfrage» und Antworten. /! ' 19. Eine kleine Gemeinde Westpholenerlaubt^ sich. Ihnen eine Frage vorzulegen, deren gefällige Braut- ( wortuag in den Spalten Ihregeschätzten Blatteerwartet wird. Die hiesige israelitische Gemeinde hat bihieher ihre milden Spenden für die Armen deheiligen Lande-dstrch Vermittlung de- Herrn Leeren in Amsterdam dorthin gelangen lassen. — Herr Leeren ist nicht mehr. — ,Ob sein- Erben die Geschäftsführung zum Dorcheib der Dstrf- - . rigest deheiligen Landeweiter führen, wiffen mir nicht. — Wir vröchten daher bitten: Sie wmlvn ungefälligst eine». Weg angeben, auf welchem wir unsre Gaben sicher und unverkürzt unfern armen Brüdern zufließen lassen können.! Antwort. Allerdings befinden sich die Verhältnisse und Angelegenheiten der Israeliten im heiligen Lande, io» sonderin der Stadt, in welcher einst die Zinnen de» Tempelauf dem Hipfel de- Morijah erglänzten, in heilloser Verwirrung, cchne Zweck und Ziel, ohne Gerechtigkeit und Liebe. Etwamuß geschehen hierfür. Aber «- > überschreitet diedie Grenzen diese- Blatte-. Wir »er- J weisen auf die leitenden Artikel in der '„Allgemeinen Zeitung de- Judenthum-" No. 11. und folgende. Einstweilen mtzg die Gemeinde ihre Gaben, sammeln. ES^foll ball» Licht werden in dieser Sache! 20. ES wird im Laufe diese- Monatein jüdische» Brautpaar seine eheliche Verbindung feiern, und da die Btctut mir lieb und wertist, so möchte ich ihr zu die-, fern! Ehrentags ein Andenken weihen, bestehend t» einem Buche, passend für eine gebildete, religiöse Brtut beim