Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 24 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 3)
- Language
- German
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gewande hingen an vier Ecken Kränzen herab, welche eine blaue Schnur durchwand. Der Breireichte Mir die Hand, und redete mich in arabischer Sprache an. |<Sr entbot mir Frieden, und «rzäblte mir, daß MänNer seines Stammeauf einem Streifzuge mich b/wußtloauf »einem todten Pferde liegend getroffen uNV'chrkrhei gebricht hätten. Jetzt aber müßte ich sagen, wer ich fei, denn ^astrenge Gesetz ibreS Stammedulde keinen Fremdling unter ihnen länger, aledurchaus nothwendig. um fein Leben nicht \u gefährden. „Ich will Dir, ehrwürdiger ^reiS," anrrporlete «ich ihm, „offen sagen, wer und wober ich bin und wobin'ich will? . . ich bin ein Ben Jehud audem Ländle jenseitder Wüste, der Berge und res McereS. und^fuche die Beni Jebuv, die binter dem Meere und den Bergen sind der Düfte wohnen . . „tu ein Ben Zebud?" rief der GxeiS aus und sprang in die Höhe — „wie willst Du dabeweisen?" ' „Kennst Du den». Greis, die Beni Jehud und idr Gesetz so genau, daß ich rS Dir-beweisen könn e, wenn Du eS verlangst?" erwiederle ich „Nun, so wisse,' daß tu bei dem obersten Stamme der Beni Jehud bist, und deffen £ fcerhtuptjDor ^ir ftebt ..." Jetzt war ean mir, aufzuspringen, hie Hand de- Greisezu ergreifen und sie Mit Küssen zu bedecken. „So hat Gott, mich in seiner Gnade geleitet, un » ich bin am Ziele!". Ich riß m^in Obergewand aus, urd zeigte dem Greise die Schaufäden, die ich trug, obschon er.sie, weil ohne blaue Schnur, nicht recht fand; ich r'dere'shn in der heiligen Sprache ap, aber er schien wen g davon zu verstehen, und nur einige Worte au- Tho ab und Ibillim erkannte er; ich sprach ihm von unserer Abrabam. Jizchak und Jakob, vom heiligen Lai »de sind Jernschalajim, von David und Schelomoh, und obgleich er von allen diesen ganz andere Kunde zu haben schien, so klangen un- Beiden dock dieselben Namen al^ unste- Bolke- Ahnen durch, und er ,kannte mich eNplich al- Polk-- und Glaubensgenossen an. Ich war glü war bei den freien Söhnen der Wüste . . . wrrb' ich bei ibnen bleiben können? werken ste mir eine Freisatt einräumen? Diese Frage beschäftigte mich, als de^c G»ischnell hinauSgeschritten. um die Kunde seinen zu bringen. (Schluß folgt.') Dätfrn Brüdern Der Schlemiel. Aaä, Jbn irfra'S: risnVwN Ach. umsonst ich es.versuche' -" Meinem Glücksstern nachznjagen; Für mich beißt'- im Schicksalsbuche: Stets am Hungertuch zu kragen. War' ich irgendwo Beschneiter. j Würde nie ein Knab' geboren;! Oder näht' ich Dudtenkleider. Stürben weder Klug' noch Thoren. Würbe handeln ich mit Kerzen. 1 Ginge unter nie dir Sonne; j Bin ein Hchooßkind nur der Schmerzen, Kenne weder Rast noch Wonne. Was! ich immer mochl' prodiren, Wollte nie mir recht gelingen, Kontor' im Leben nichrs vollfübren, Bin Schlemiel*j in allen Dingen. Simon Bacher. Anfragen und Antworten. 15. C. in Dr. Unfriede ist traurig — stoch trau, riger. wenn man sonst vernünftshe und brave.Menschen daran unrergehen steht. Ich schreibe Ihnen aueinem kleinen Orle^wo eine kleine jüdische Gemeinde. : In der» selben besindßn sich drei Schnittwaarenhändler; diese drei haben sich den Concurtenzkrieg erklärt. Ich bin Keiner von den Ä^eien. aber da- Verfahren derselben ist. ein Aergerniß. ÜLastellen die Drei nicht-gegen einander auf! Ihre Leute sieben am Eingang de- Fleckens, um 'die Bauern aufzufangen, die zum Einkauf, bereinkommen; ja. sie geben auf die Dörfer hinaü- und engagiren die Bauern, zu ihren Herren zu kommen. Bisweilen treffen die t gellte auf einqnder^ und — zerbläue» sich einander. Hie nvthwrndige Folge ist. daß der, sonst schon^so mißtrauische Bauer voraussetzt: das chun diese nickt um. sonst, sie wollen Dich pflücken. Und nun beträgt sich der Bauer nicht »allein übermütbig, sondern bietet dit schlechte«, sten Preise. Tie Concurrenten ab^r, um dir Kgufer nickt zu einem Ander» geben zu lassen, nehmen watz sie bekommen. Pie Preise sind daher schon furchtbar heruntergedrückt, tDieles.wird nur mit Schaden verkauft.! und dagegen maß bei anderen Maaren übervortheilt werden, um nur bestehen zu können. Ohne daß also das Public«« einen erbeblichen Vonbeil, oder einen gerechten Vortbeil hat. ruiistren sich diese drei Kaufleute, während sie alls Drei ibw-gute- und rechtmäßige- Brod haben könnten^' Wie-iftdeoz abzubelfen? . . WaS Sie audem kleinen One schildern, wird in grö> ßeren nickt minder grübt, nur sind es da statt der schara müdeluden Leute die übertreibenden Annoncen in de« iBlättern'und an. den Straßenecken. Wie ihm abzuhelsen? .Zuerst muß der Krieg ein wenig ausiaufen, hier!die erst- Hitze verloren, und die Leute an ihren Inventuren seben: so geht enickt weiter. Dann aber, wenn; Sie ein solcher Frirven-freunb sind, läven Sie die Leut» chen zu »sich ein.' alauf neutralem. Boden, .stellen Sie ft:; neu die Herabwürdigung und den Schaden, di, sie sich! zuziehtn. vor; und schlagen Sie ihnxn vor. Füeden zu' schließen, und Bedingungen zusauimen eiuzugehen, nach; jwelchen sie'ln Uebertretung-fälldn eine Eonventionalstraf/l Wahlen. Sebeo Sie, daß. die Leute darauf eingehen, 'io| müssen diese Bedingungen « aufgesetzt werden, daß sie! wirklich den Ebarakler eine-rechtmäßigen.Vertragter,! lastgen. Gelingt die-, so ist der Friede gesichert. Nicht, now — so ist den Leuten nicht zu helfen,« und sie mögen sich miauen! Haben diese aber erst einmal den großen Portheil der Verständigung zwischen Gewerbe» genoffen kennen gelernt, so werden sie ihn sicher nicht wieder schwinden lassen! 16. B. in B. Meine nähere, Lebensumstände find *) ..Schiemiel" beißt «obl: b« -m-'^b« „Mit de« »eil nicht ist." (Saal. Schlemasel bw w ttbv).