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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 22 (1854) · p. Seite 86

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
22 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 86 (sequence 2)
Language
German
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mchj kf£t nmrn, Btr kennen doch die Ansichten de- König», eS get en fein Gewissen ist., einem Jude« ein Kreftz.z» verleit rn.” Burg tbat aber nichts weiter zur Sache, <14 daß er dagewöhnliche Verfahren'befolgte. Am 26. Juni li 38 — tfoftta» goldene Dienstaa-zeichnur gskre iz für bn ein. sBurg fühlte sich sehr glücklich variber: .mein Geber war erhört, ich konnte rum4mil Eh en » eme La» fbahn verfolgen/' — Der Inspekteur der Säule, General« Lieutenant vom Reiche, schlug Äurg zum 18 -Jan 1838 jum rothen Adlerorden vor. Der König qinz abl r nicht < uf diesen Vorschlag ein. Er wiederholte eS 183 l. aber mir dem gleichen Erfolge. Bstlrg war dar aber ruhig, d mn. sagt er. „ich durfte von der Gerechkig eil-I»bc de- Königs AlleS^ aber von seiner Gnade geceu nick Nicherwarten, da ich mich sv unw^llfährig gez rgk. dem Wunsche de- Königs binstchrlich de- Religio uSw« chse!^ g genüber." Auch 1840 blieb der Orden au . o »er der ttzl regierende König übersandt» idn am 15 Oc ober 1811. dem GeburtStage deS Königs. Burg erz iblt . „Ich oar außer mir'vor Freude, 'als ich darcrpe 4 astchen > ffneke. uns den so lang und sehnlichsterwürisch en Orde i nebst- Band endlich erblickte? Al» ich mich a> ein befand, dankt» ich aus meinen Kckieen dem un> ndl ch großi n, aügürigen Gon für die r nverdiente Gr ade daß Er mir auch diesen Wunsch in Erf rllung gehen lie j." AL e Kameraden und Vorgesetzten Nurgs bezeugtes ihm ihre herzliche Theilnahme.'— 1844 gab Bu:g vie zweit: Auflage seiner Lehrbücher herhuS, und erb eit! vom Prinzen Adalbert eigenhändig dif ihm von Sr 4 kaiestät --- " sen chqst. «rliehenegroße goldene Medaille für Wis> I tzt war Burg bereits 14 Jahre. Haupttstann. und rückte in. der Reihenfolge zum Major. Wirh ihn, al- Juber der äuönig zum SrabSofflzier ernennen? Diese Fvag« beunruoigle idn sebr. Aber nach langem Bangen crhiel er am 27. März 1847 den Charakter alS Major rer'rliUerie «und Skadsoffizirr. Aler als solcher dem Köfii >e am..2^. März vorgeftellk wurde, sprach! der König zu film: „Sir baben während 31 Jabre^ver Schule gute Diente gelemet, fahren Sie so fort —- eS nlti mir lieb. > Sif!zum Major befördern zu können." — 1 Bei einem) Rftä blick, deh er damals auf sein Leben anstellt, bemerkt, er. >aß er!in seiner Stellung alS Lehrer niemals einej Anf chtung gehabt, daß er vielmedr sagen könne, er habe, imsti it zu den liebsten Lehrern der Anflalk, in welcher doch,' Oshi iere auhgebllver werden, g^hö«. RumälS babe er! eine i ihn betreffenden Wunsch geäußert. „Meine 'Besörderu rge'n, nieine Versetz^,gen und die mir ztz Theil gewor >enen Bhgün^igungen kamen alle ohne irgend ein Zu! thsti von mliner Seite. In vergangen Dietßstzeil habt ich . tiemaleinen strengen Verweis, nie eine ernst« Rüge erhitlten, und außer einem 24stündigen Stubestarrest, best mit in Ma^debur^ als Unteroffizier zugecheil» ^vizrde, well ich leineS hatigen RegniS wegen zu spät.zuist Appel dm Bakterie kam. bin ich nicht ein einziges Mal bestraft worden.'' 4- Wir haben nur noch hinzuzufügen, dach B«g 1850! zum Vorsttzenden deS Vorständeder Anislerw-Offizier-PettsionS-Zuschuß Kaffe ernannt wurde. 18 dinHohenzoster-Denkmünze und zwar unter beionderS au zeipnenden I Umstanden empfing, und, vom . Besuche SßebadeS gu PnttbuS eben heimgrkehn, a« 26. Slugüst 1853 an der Cholera verstarb, voll Svttverttauen», „voll lauten jauchzenden Jubel», zu seinem Gotte hetmzukehren. eine- Jubel-, wie ihn in der ernstesten Stunde de- Lebenf nur da- Bewußtsein treuer Pflichterfüllung zu geben vermag." Audieser Skizze wird dem Leser da- Charakterbild veS Major- Burg lebendig entgegen getreten sein. Wir sehen in ihm den kenntnißreichen. charakterfesten, gemeffe. nen und treu strebsamen stkann, der in seinem Berufe leine Welt findet und ehrt, ebrt mit seinem iunern Gestalt und mil allen seinen Aeußerlichkeiten, fie aber den- »och binzugeben vermag für da», was er al» Recht und Wahrheit erkannt hat. Wi^wollen nur noch Eine» hervorheben. Die Treue an seiner Religion, die Burg unter so außerordentlichen Verhältnissen-bewahrte — er konnte wie der Psalmist sagen: „Vor Königen rede ich von Deinen Zeugnissen, und scheu« mich nicht" (119, 46.) — stammte bei ihm nicht au» Gewohnheit. Familienanhänglichkeit. Furcht, sonveru auS wahrhafter Religiosität^ wieman nur einen Blick in seine Memoiren zu werfen braucht, um sich an dem flammenden Gottvertrauen zu erwärmen. daS -jeden Moment feine- Lebendurchglühete. Sein immer wiederkehrender Wahlspruch war daschöne Wort Jakob»: „ich bjn vrel zu geringe, für alle Gnade, für alle Treue, die Du Deinem Knechte erwiesen hast." ^Ganz besonders zeichnete den Burg der feinste Takt de^ Benehmens in seinen Verhältnissen auS. Schreiber Diesestatte mehre Male, und zwar aufreien Stücken. Briefe vön Burg empfangen, vie ihm seine Thetlnahme an der „Allgemeinen Zeitung de- Judemhum-" bezeugen sollten. Alich nun vor mehreren Jahren in Berlin war, damals, , akdie strengen Ufafe über die russischen Juden erstoffen waren, um zuzusehen, ob daselbst etwa» zu de- . reu Gunsten zu wirken sei — besuchte ich auch den Major Burg. Er nahm mich sehr freundlich auf, bezeugte sein ganz besondere- Interesse an der Dache, zeigte sich auch bereit, wa» in seinen Kräften stünde, dafür zu thun, gab mir gute Rathschläge, bat sich aber auS, daß fein Name in dieser Angelegenheit nicht genannt werde, waS er seiner Stellung schuldig feL. Ich erkannte dieauch vollkommen an. - Friede seinem Angedenken! rr-iab pnx nsr Möge eden-ftrebenden Jünglingen zum Beispiel dienen, den Biel,» aber unter uns Juden, welchen jetzt in einer bodenlosen Frivolität Religion nicht» ist, als ein äußere» Berhältniß, zur Warnung! Etwas über die Bornamen der Israeliten. Do» Rabb. Schott tu Raadegg. Dorunbeile werden leichter verspottet al» auSgerotlet. Diese» ist eine bekannte Erfahrung. Schon «ft haben die /Nachkommen darüber gestaunt, wie doch ihre Borfahren irgend einer Meinung und Ansicht, irgend einer Lehre und Satzung anhangen mochten, die doch so grundlos, vernunftwidrig. lächerlich u. f. w. fei; doch stehe da. e» entstand eia neue» Geschlecht, da» huldigt« wieder jenen verspotteten Ideen der alten Vorfahren, und staunte seinerfett» über die Frivolitätderjenigen, welche so ungläubig waren.

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