Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 21 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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wobei derselbe dem Burg seine 'ganz besondere Zufriedenheit mit seinen Leistungen zu erkennen gab, und der Prinz August äußerte wiederholt: „Der Lieutenant -Burg hat ein sehr große- Verdienst um die Schule und um die Artillerie überhaupt. Früher fehlte efortwährend an tüchtigen Zeichnern; jetzt aber, nachdem seine Lehrmethode so gute Früchte getragen, kbnnen fämmtliche Brigaden und Artillerie - Werkstätten nie in Verlegenheit gerathen und haben die beste AuSrvahl" Mittelst EabinetSordre vom 4. Juli 1826 wurde B. zum Premier-Lieule» nant der ersten Artillerie. Brigade, und ztvar ^onz in seiner Reihenfolge, ohne alle Hindernisse., ohne ngend eine Schwierigkeit befördert. Er dachte aber «un daran, da- HauptmannS - Eramen zu machen, aber man riech ihm. ab davon, da er. sonst von der Schule abcommandirt werden müßte; er sollte lieber bei derselben bleiben) und dafür in der Reihenfolge al- Hauptmann von der Armee vorgeschlagen werden. Aber hier^var es, wo er die bedeutendsten Hindernisse fand. AIS der Prinz August eine Anfrage an da- Krieg-Ministerium gerichtet, antwortete Letztere-: „daß Se. Majestät der König Allerhöchst Sich nicht bewogen gefunden haben, in der Sache eine besondere Entscheidung zu ertheilen, und zwar in der - Voraussetzung, daß Burg durch seine Bildung, Stellung und religiöse Ueberzeugung wohl bereitdiejenige Annäherung zum Cbristenthume in sich fühlen werde, welche ihn dazu bewegen werde, durch förmlichen Uebertritt zur christlichen Religion zugleich jeden Anstoß zu feiner ferneren Beförderung audem' Wege zu räumen." Der Prinz August forden Burg auf, ihm über seine de-fallsige Entschließung Mittheikong zu machen. ' Man bedenkt einen Augenblick diese Situation, u«d man wird den Ebarakter Burganerkennen müssen. (Schluß folgt.) Anfragen und Antworten, llnsre Erwartung beginnt vollständig befriedigte zu werden. Die aniommenden ..Anfragen" mebren sich, iund Uu chtn il alle Sphären de- Leben-.. Ein recht lebendige- Band wirb sich damit um Leser und .^Dolksblalt" knüpfen. Wir bemerken, daß allerdings die Fragen auch nur mit Buchstaben versehen an ungelangen können, obgleich wir eS immer lieber sehen werden, die Betreffenden wenden sich offen un un- Wir bitten auch alle Diejenige«, infvnderS Geistliche, welchen ähnliche Kragen zur Beantwortung Vorkommen, sie hier mirzutheilen. indem stetdie Namen und Beziehungen gewissenhaft nur fo weit gegeben werden sollen, wie sie eS selbst bestimmen. AnVet» weitige Beantwortungen von Kragen, die hier schotz beanf. wartet worden, w-lden, so sie angemessen, sebr gern entgegengenommen. Die Redaktion. > - 11). W. 3. in C. 3ch will noch in diesem Jahre nach überstondenem Abimrientfnerameu die Univerptät zu Derltn besuchen, um mich den medizinischen Ttuhien zg widmen. Ich bin 21 Jahre alt u^d habe mtch vor zwei Jahren zum einjährigen freiwilligen Militairdienfie gemeldet und muß zu meinem 23. Jghre eintreten: Holl ich mtch gleich nach abgelegtem Eramen, also.noch in diesem Jahre, stellen, oder nachdem ich schon 2'Jahre werdf studirt haben? Erleidet mein Studium dadurch eine Unterbrechung? Ist evielleicht vorcheilbast für eine» Mediziner. wenn er Milttair gewesen? Auf Grund von Erfahrungen können wir de« Betreffenden nur rathen, bei Leibe »icht sein Studium durch den Militairdienst zu rmtrrbrechr«! ' E» wirft dieungemein zurück, namentlich aber bei» medizinischen Studium, daso viele Dtsciplinen. propädeutisch schon.' umfaßt, die bei den Erannulbugefordert werden, und um so mehr, da neuerdingeine Menge von Dorchellen und Dispensationen, welche früher dem Freiwilligen vergönnt worden, zurückgezogen find. Vielmehr ist erathsa«. den einjährigen Dienst vor dem Studium zu absolviren. Wäre eaber möglich, daß Sie binach vollendetem Studium ..zurückgesetzt würden, um hernach Ihr Dtenstjahr al- Compagniechirurgvabsolviren zu können, so wäre diedu- Beste. Ein besonderer Northeil für den Mediziner. Militaik, gewesen, zu sein. rte für jeden andern Bürger, ist nicht abzusehen. — 11. M. in E. .Rinnen aüch über religiöse Sachen Kragen gestellt werden? ' i" A-tt-erding-, nur dürfen enicht solche fein, welche mit ganzen Abhandlungen zu beantworten wären, oder die völlig polemischer Narur Md. Denn ein Tummelplatz religiöser Parteiung soll da- „jüdische Dolk-blatt^- durchaus nicht fein. 12. L. B. in D. Siebt die sogenannte jädisch-dslltsche Current-Schrift, oder die uttter den Juden noch übliche Briefschrift mit der mosaischen Religion, i. e. mit dem Derfteben und AuSlegen der heiligen Schrift, «ft dem Studium de- Talmud- oder dereligjöftn EeremonielS und Ritualin einiger Verbindung ober Berührung, und ist demnach eine Veranlassung gegeben, den Unterricht in derselben al- Lehrgegenstane der tfraelittschen Religion-schuke anzusehen, oder ist' er vielmehr dem Privatunterricht zll^ssberläffen, und auwelchen Gründen dä- Eine oder da- Andere? Egiebl sehr oft Dttsge. welche theoretisch vollstinvig verneint werden' müssen, und praktisch müssen ste doch stehen gelassen werden. Wir kennen eine sehr erleuchtete Schulcommisston. bei der vom Lehrerpersonale wiederholt der Arztrag gestellt worden, das jüdisch-deutfchel Schreiben aus den Lehrgegenstänben der Gemeindereligionßschule zu streichen, und ste ist niemals darauf eingegangen, obgleich sie anerkannte, daß die dadurch gewonnene Zeit viel nötbi» ger auf einen unentbehrlichem Gegenstand zu verwenden wäre. Aber ste stellte fich die Krage: was würde die große Mehrheit der Gemeinde dazu sagen? Sie würde sofort die Religionsschule fürdes,ct erklären, wozu sie fo schon überaus geneigt ist. Diedie Antwort. "$ie jüdisch-deutsche Currentschrist steht um so weniger mit Schrift, Talmud. Eeremoniel, Religion in Verbindung, da fit ja eben nur jüdisch-deutsch, und zum Schreiben de-Hebräöfchen ganz entbehrlich ist, da die sogenannte Raschischrtft für dieses al- Eurrenifchrift paffend. Aber eS giebl noch immer viele Juden, welche nur jüdisch.deutsch^ schreiben können, in jeder Familie ist eine Großmutter Hzl., die nur diese Schrift Men kann, kurz, die Prariwill diese Schrift audem Schulunterricht noch nicht entfernt haben. Dem Pnvatuusterricht zu viel zft überlasse^ i&rtrt der Religi«-schuV n tchl zu rachen, da sonst da« Publicum vielmehr sie für entbehrlich erachtet, und daist selbst da nicht gut, wo sie von Staatwegen obligat ist.