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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 20 (1854) · p. Seite 78

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
20 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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7« Hallsiis zu betretcki. das war mein Datck. <Fnilid> entschloss *n sie nt. vierber zu geben, um Arbeit zu erlangen, fie h. tteu von (^Lrrn Anternehmungen gekört. jinD baß Ihr Glaubensgenossen gern, amnetmet. 2ck folgte ibnen. Sie wandenen walv obue Speise, ebne Obdsick, dem Wild res Felors. mm Hunger, dem Durst - c usgefetzt. Ich I eschützre ste^ aber sie nahmen nichts von' mir an. Da war^ es. wo! die Nord am höchsten gestiegen, rrc Beide dem Verschmachten nabe waren, ste konnten mir nickt ent gehe t — ra e«cbiener Lbr. und das Ziel, welches idr Iabie lang erstitkt habe, war mir entrückt. W»blan. «cd koml u. ste wiedir tu fordern.' Ich weiß, Ihr leid unke« weil:. Herr. Ior werdet uns Mirjam werben,^sic wird Euel nick: auc->'rlagen —' aber darum komme sich. auch an vucö geradezu.zu wenreu. mV in Reckt ijt ljas ältere, Ihr s.w so rei« an' Gittern. ich so arm. sollet mir mei > cwtigeS Äestkibum nickt rauben . ..." ' Ick lab dew^MemLen lange sprachlosan^i danner» hob ich nuck. enriederke ibm kein Wort, sondern befahl. M»iam und ihren Vater herbeizubolen. Sie kpmen; wie erst rak dar MtirLen, als ste ihren Vener bei mir erblic ie., 2ck fo^rrte'ste aur. näher zu treten, rmv sprach: „Dlrjam. hieltst «n Mann, der Dick zum Weibe verlang. willst ru seiner Werbung Gehör leiden?" — Schreckensbleich! t»at ste zurück und'erwiedene:!„Nimmer« mehr! . . .* -f ..So führet (Sure Sacke selb»." wandte ick ..So führet Eizxe Sacke selb^." mick an ibien Belker. Da begann er ste ' zu bitten, sieben, er wiekcuhotle. waS er üiir gesagt, er erinnerte an alle seine Dodlrbatcn. an seine unerschöpfliche De< rei Willigkeit. W »ne — r. flii r au% ste ich weiß r« schwachen Bai B liioe mit Bi Elend grsunkei -r überwältigte ste mit dem Strom seiner schauerte Mirjam plötzlichzustimmen, sie lei: „Hör' aus. Du lügst — Meinst Du. .•ft nickt, daß Du e< warst, der meinen t um seine ganze Habe betrogest, und im iVwicktcrn ibm Schlingen gelegt^ bis er.inS " bis meine Mutter verschmachtet? meinst Dt. ich weiß!es owfct, daß. alS unS endlich licht geword^i und wir Nu» AbsckeU Deiw Haus verließen, Du uns v^rleumkekest ^inb oerfolgt,ü.-. wenn ' wir Arbeit suchten, tstien Unwert durch List und Duobung dl« Leute ab« schrecktest? V) ein. nein! tu hast uns aus der H imaib -jagt. Du >ast selbst die Leute verhindert, lunS zu beh rbergeu vn ' zu sättigen aus der Rejse. dlß -wir aus n Skflnen!dck^eldeS lagern mußten-i nein! nein! err. verstoß l unM^sickk." wandte ste sich a^ mich, „ge'r bßt uns nick .diesem schrecklichen Menschen'Preis ... . Er Hali - sich läftgst entfernt, da er sich lentlärvt fab. Abrada n. San;»' Mirjam ward mrif Weib, Hb ar 'ehr gl» cklick. Freilich ward mir mitten in meinem lücke oft >ic geheimnisvolle RLbf einet Leuselver« urbar - ich fand Trohzetlel auf «einen! Wegen, eS reignetkn st » kleine Unfälle, die ich keiner Zandern' Ur» che zufchre den konnte — aber desto mackst inev war ich. umgab r ein Weib mir der sorgfältigsten Obhut, und ft ihrem Li cheln vergaß ich den fernher groll nden Sturm, ie schenkte mir einen Knaben, der den S amen unstet ater» gese arten AnventmS erhielt. Wel^e Wonne! k Ein 3 hr später kamder Befehldes Gultans, auf Stelle i och Stambul zu kommeo. Meiü Weib war Nirderki oft nahe und so leidend, daß ich sie so schnel« r Reise ai »t unterziehenkonnte. Ich kmmtß nicht zurück. W J halben, der Desehl deS Großherrn war zu bestimmt, ibm nicht geborchen. vieß meine Stellung, selbfh mein Leben gefährden. Ach. Brüder, welch' ein Abschied! Mirjam wollte sich von Mann und Sobn nickt zu gleicher Zelt trennen^ und so mußte ick auch»dies mein höchst«- Kleinod zurücklaffen. Daß ich den treuesten Wächter besteuere. daß ich die gemessensten Besrble binterließ. daß. sobald eS möglich sein würde, ssc mir nachsolgen sollten — — Brüder! — und Io'e verhüllte sich vaS Haupt vor Sckmrrz — — ich habe sie dennoch nicht wieder gesebe«. Als ick in Beirut angekommen war. ward mir ein Schreiben übergeben. Als ick eS öffnete, .las ick di, Worte darin: „Mirjam und Luigi stnr nickt mehr!. Ick. bin gehackt.' Ick war wütbrnd vor Sckmerz, ich ließ sofort -daS schnellste Kamel -satteln, und kehrte, ÄlieS in den Wind schlagend, nach Tiberias zurück — — am Tage zuvor war eine Viper Haje in raS Schlafgemach emgekrungen. und batte mein scklafendeS Weib und den Knaben in ibren Armen, gekörter-sicher batte eines Menschen' Hand die Viper in das Zimmer durch eine Oeffnung deS Daches geworfen. Ic^i hatte Alleverloren. ... j Brüder! ufc habe eS geiragen — aber n^xin Haiupt Hane in einer Nackt sich silbergruu gefärbt. > -j Probtblätlrr an# dem mit Nächstem erscheinenden Werke: ..Älto und neue Sinn spräche und Hleichniß reden. Ein Buck für HauS^ und Schule. Als Beitrag zu gottesdienstlichen Vorträgen für die israelitische Jugend. Von Simon Szäntö. Vorst-bef einer HrziebungS-Anstalt für tstaelitifche Knabfnin Wien. Aus dem 1. tzapilel. v) ' Wirkung -(«.Hleichnt^,,. i >. Die kinderreiche Mutter. , > Der Rabbi dielt feinen Vorirag einst in der weiten Halle. . i Zu den Füßen sitzt der Jünger Schaar, die schweigend auf zum Meister siebt. j Er spricht von Geistern, die der Herr >so reich begabt. und die Gottes Willen den Erdenkin^ern melden. Sanft wie Tbau fließt feine Rebe — Wort an Wott und Satz an Satz gereihet.. wie Tropfen aus Tropfen zerfließet. und Welle aus Welle verrinnet. Es dehnt füh bin der Rede Kunftgewinde in weiten und st'kS weitern Bogen. Draußen drückt' des Tage- Schwüle, drinnen weht der Wölbung Küble, und der Jünger sitzt und — schweigt. * Keiner ftgt und. rühret sich, und wi^ des BacheS einsam Murmeln ziehet durch der Halle Räume des Rab» bi's Wort eintönig hio. Und draußen drüch M Tage- Schwüle, drinnen weht der Wölbung' Kühle, und der Jünger fitzt und -7schweigt. Und die Augenlider werden schwer unid finken leise nieder, und da- Haupt, das nickt so seltsam. -- Ist eS Beifall. den sie nicken? ist es Demuth, die da- Auge

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