Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 19 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 3)
- Language
- German
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> —75 waS hob ich verdient in de drei Monat? — will ich «ich gesund auf meine Fiße stehn — 700 baare DollärS klingende Minze bab ich verdient, un womit hob ich die Gescheffi gemacht? mit klane winzig klane Packetger bvb ich se gemacht, uo nur getauscht Hab ich Silber mit Silber wie en ehrlicher Mann. Nu die Geschichte iS gor einfach — bab ich Uid) ge» fercht in Anfang in 'en Wald;e gehn. *«»8 Fvrcht vor de wilde Katzen und Bären. Wie baißl wilde Katzen — will ich nick gesund auf meine Fiße stehn, wenn ich «ich schon drai Monat im Lande 'rumhandle und schön gesehen bab an ainziger wilde Katz, vielwrnizer en Kater. Aber waS sin das vor Menschen hier im Land, n Penstlvanien und Ohio und in Indiana und Kenlukki? — Gott der Gerecht. Menschen sinS wie de Kinder/ so «nschuldig wie die Teibcher. Die^Piutter hett ihri Fraid gehabt, wenn se'S hette sehn könriein, wie se den Paltel getraktirt baden un in waS ver schaine Betten' er geschlofen. Un mit waS hat der Baitel hauptsechlich gebandelt? — trogt entöl den Baitel, mit waS er gehandelt? — mit Juwelx»» Bischutterie un silberne Leffel hat er gehandelt, will ich nich gesund auf meine Fißi stehn, wenn er nich gehandelt bat mit Bischutterie und!silbetne Leffel. Aber den Voter muß ich doch in'sGehaimniß loffen — baS Englisch ist nemlick a ganz vorzigliche Sprach — un 's drickt die Sach so genau auS, wo'S sie beschreibt, daß mer'S im Dunkeln erkennen kennt. Zn Daijtschlond haßt'S Neistlber — wie haßt Nrifilbrr — roai rhu^ich .dermit ob's alt oder nei iS? wovor e verstenditzer Mann iS devor. der Amerikaner — der nennt » veitscheS Silber, Dschermen Silwer, wie se hier fagin, un wenn ich gekommen bin zu die Lait und hob ihi^en gebrocht Leffeln von Dschermen Hilwer, so haben se mich gewöhnlich gefragt — wie haißt Dschermen Silwdr -— iS daS waS besonderes ober was andere» al» Amerikanisches Silber? „Gott der Gerechte" Hab ich denn gesagt, „muß' doch'S Silber baißen, wennin Dschermaani »S. Dschermen Silber, un'wenn es in Amerika iS. Amerika, nisches Silber, iS do weiter kgn Unterschied al» det PrfiS — wir Dkitsche nehmen mit wenig Verdienst vorlieb, aber mer sin reell." Hob ich' doch dabei gehabt 700 Procear un die ainzige Unbequemlichkeit in der warten HotteSwelt, daß ich nich bin wieder gekommen ganz genau in rieselbige Gegend. - Un hob ich immer geglaubt, 'S wär.e Unglick daß unS Kaner kennt hier und mer Mt Credir hfltten wo so Unglick grod daS Geqenthal iS — iS e GotteS Wunder, - waS wir Jübven hier vor en Erebil bobbenl. Im Anfang en klanS Bische un nochhrr immer greffer un der Jtzig Löwenbaupt Hot schon 5 Sr'ädt, wie er sogt.^ wo'er nich mehr hinkommen derf, bei Mir fangt» aber erst a» un der Jtzig itz schon e ganzer gemachter Mann. ] Weh, wenn ich doch de Rochel hier hett und dhn Do» ter und de Mutter, «aber se missen alle noch herkömme» nach Amerika. Wie haßt Meseritz? — wa» Ihn ich »fr Meseritz? nit abgemolt mecht' ich sin in Meseritz. Un frogt 'mol den Beitel wu er san klan ^terbchr bingethon, mit dem er iS handle gegangen, un ipo ih» die Lait hoben uf die Srroß gesetzt, geschwinder aw er iS,' hinein gekummen? — Gotte» Wunder, der Dattel Hot V ' I ktan Wägelü e er mit feine e Ferschi — macht Eich Sühn gut ridber komm n Rosengarten ter — wo un setzen sich nich gewesen Stern un selber.bin. Gott eö grißk (£td dersehn ih de a belü un L lebendiges Pferd, un oben druf sitzt Packetger un kutschirt im Land herum wie Gott behüt den Doter un de Mutter — > ane Sorg um den Baitel. e» gehr Eirem grißr mer . de Rochel un der Simon soll mir san klan Handel un .der Stern un brr — aber sogt ehm nir von die Leffeln, Ddgewrsen bin, kennen se doch nir verdienen, nur Unannebmlichkaten aus — un wo ich "" bin, Gotte» Wunder, was brauch ich do den Simonl un den Rosengarten? do geh ich ül Eich noch emol, Boter und Ämter, un von Herzen un möcht ^ich gern emol wid- Eir - lieber Sohn Baitel. Anfragen und Antworten.. 8. Heit 14*,4 Jahren bin ich Lehrer-in kleinen. Gemeinden, natürlich zugleich Cbasan und Schächter,^ auch predige ich an den Festtagen, und zwar mit recht großem Beit'all mein« Zuhörer. Mein Gehalt bat stch nach und nach bis zu 120 Thalern jährlich mit freier Station erhöht. und kö öftern Wechse tntr ich auch ganz zufrieden sein, trotz dem n der Gemeinden. Allein ich werde älter. ich möchte mic einen eignen- Heerd gründen, und dazu er» glebt stch aar ich nicht bean Gemeinden, < inen definitiven <5ontract rinzugehen, und rtjfnn ste noch keine Aussicht. Eine größere Gemeinde kann pruchen, und die hartnäckige Weigerung der so zufrieden sind mit ihrem Beamten, macht selbst die kleire Stelle unfähig, eine Familie, zu gründen. Ich habe mir durch außerordentliche Sparsamkeit in den 14*/, Jahren ein Kapitälchen von 600 Thalern gespart, wa» nun? Z wll ich meinen Stand, »erlassen? soll ich GefchäftSmanr werden? und wa» soll ich ergreifen? . . . ' Plötzlich c bzuspringen, mein Bester, und vom Lehrer zum Geschäftsmann *u werden — kann man Ihnen nicht rc^khen. Das Kapitälchen, welche» der Lehrer IhaLerwer-* bM. kann der! Geschäftsmann leicht verderben. Man rätb Ihnen vielmebir Folgendes. In kleinen Städten pflegt e» all Leibbibliotveken und bucdhänblerischen' Gelegenheiten ztz! fehlen. Bleiben Sie vorerst Lehrer, und-suchen Sie sich die Erlauvniß zu einer kleinen Leihbibliothek nebst Schulbücherha» vel beim Lanvratb zu erwirken. Sie gehen nach einer grö fern Stadt, kaufen da einem Leihbibliothek kar einen Th il älterer Werke ab. einige- Neue dazu, eine Sammlurg gangbarer. Schulbücher von einem Antiquar und eini, lig und umnch ig an. und e» stellt sich bald ein kleiner Gewinnst ein, giebt. Dabei b ten al» Lehrer der dem Unternehmen eine sichere Unterlage auchen sie nicht im Geringsten Ihre Pflichzu vernachlässigen, werden vielmehr Biele» au- Ihrer Gei reinde einen Gefallen thun. Mit der Zeit dehnen Sie, e» auS, und könn pflanzen. Abe mit baar Geld Neue dazu. Fangen Sie die» vorsichauf die benachbarten Dörtet und Flecke» n e» spätes nach einem größern Orte vernur umsichtig, und klein angefange». und so wie. e» aber gut geht, »reist fortgefahrea. Nur i icht gleich »i» neue» Büchern, da kan, z»