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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 18 (1854) · p. Seite 71

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
18 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 71 (sequence 3)
Language
German
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71 < die obere Bergregion klare Luft und herrlichen Sonnenschein hat, während die Thäler bis zu einer genau abgegränzjen Höhe heran von einem festen, bald ruhigen, bald wallenden Nebelmeer übersiuthet sind, aus 1cm wunder» barschbn und klar die einzelnen Derggipfel^nh Rücken hervortauchen. Erhebt sich nun der Nordwind-,! so räumt er rasch den ganzen Apparat des großartigen Schauspiels weg, rollt die meilenlangen Nebelteppiche auf und wirft sie über die Berge.! 2. Lebe» überall. ^Wer die Ungeheuren Steinreviere der höheren Schweizerberge durchwandert, dem steinen "sie unendliit! öde und -todte Maffen. Aber hast Du die hundertfältigen Moose und Flechten und Gräser, die sestgedrehten Rosetten der Sarifragen, die läutenden Glöcklern der Eamp^anulaceen vergessen, die ihr heben an diese kalten Gebirge klammern und ihre Wurzeln in das verwitternde Gestein treiben? Bemerkst Du die Würmchen nicht, welche^ auch von der neugebildeten Erdschichte leben wollen, die! Spinnen. Ameisen und Wanzen, die aus den saunenwarmen Steinen hinlaufen, die Fliegen und Mücken, die sie umsummen, die Schmetterlinge und Silphiden, die sie umgankeln. die Käfer, die sie umschwirren, die braunen und grünen Ei» dechsen, die fröhlich sich auf ihnen Herumtreiben? Kennst Du die freundlichen Vögelchen nicht, dir gnrabe - ^irc ihre liebste Heimath haben, al? datausendfältig verschiedene Leben nicht.'danach seinen ewigen Gesetzen überallkrei^ wo Licht, Lust und Warme ihre Kraft nicht vetloren haben? Es giebt keine todte Stelle in der Wellt Gottes. Wo nur an den ungeheuersten Bergwänden <kn Gräs» chen, ein Farrenkrautchen, ein Tbpmianpflänzchen haften kanid. ist bereit- Quartier gemacht für'eine »ganze Folge von Thieren, von der Wanze odsr dem Käfersten, auf das die Spinn, lauert, bis zu dem intelligenten Habicht, der aus den insektenfressenden Singvogel niederstößt. 3. Da» Concert im Atpenwald. Welch' ein Jubel in den Alpenwälvern. Und doch um dieses Jubeln eine eigene Sache. Keine Nachtigall flötet ihre melodischen Weisen, kein Sprosser, kaum eine Grasmücke. kaum zur Seltenheit der treffliche Schwarzkopf — und doch tönen die.Berge und Wälder wieder von den fröhlichen Concenen. Guter Wille und sprudelnde .Lebenslust ersetzt fteilich oft den angebornen Wohlklang und die schöne freie Kunst. Schon ehe die rosigen Morgenwölkchen das Nahen der Sonne verkünden, ja oft ehe noch im Osten nur ein lichter Hauch ihre GeburiSstätte anzrigt, wenn noch die Sterne fröhlich am blauen Nachthimmel schimmern, beginnt von einer alten, hohen Tanne ein leises Kollern; dann folgen ekstige schnalzende, klappende Töne, die immer, schneller hervorsprudrln, — dann der Hauptschlag und endlich ein langer Faden wetzender Zischtönr. Der Urhahn falzt. Mit verdrehten Augen tanzt und trippelt er auf seine« Aste herum; unter ihm ruhen ftiedlich die Hennen ist» Gebüsch und sehen andächtig den närrischen Kapriolen des hohen Gemahls zu. Nicht lange treibt er fein Wesen allein. Etliche Rohrsänger im nahen Riede haben schon von Mit-, ternacht an ihre Weisen geübt, und werden n» so eifriger, als die Sonne fetzt naht. Da erwacht tzle Amsel, Siüttell den Thau von ihre« schwarzglänzendrN Gefieder, etzt den Sbnabel a« Zweige und hüpft höher hinauf am Ahornb« um. Sie wundert sich fast, daß der Tag schon der ‘ )ämmerung Herr wird und der Wald noch fortschlist. Zweimal, dreimal ruft sie über die Bäume hin» hinüber an die andere Bergwand und hinunter ins Thal, über' >effen Bachader ei» dünne Rebelstreiftu sich hingeletz' haben. Dann flötet sie «it Macht und Feuer ihre metaür ichen herrlichen^ Strophen, bald in munterm Humor, dal» in.tiefen. klagenden Lauten. Rasch erwacht nun im ganzen Reviere das Lebender Thier«;' zuerst nach der Amsel fören wir häufig! den melodischen Lockruf des Kukuks dur!> alle Wälder. Dünn», bläuliche Ramhsäu» len erheben sich fern in d<ts Tiefe au» den Kaminen der Dörfer; vo i dew Gehöften bellen bin urid. wieder die Hunde; eine Kuhglocke ertösttz alle Vögel erheben sich au» ihren bunte! ri Büschen, von der Erde, au» den Felsen; alles eilt in die Höhe hinauf, den Tag und die Sonne zu sehen un) den guten Vater zu loben, brr'ihnen wie» der da» fteivtge Licht gesandt hat. Wie manche» Nein«, arme Vögel rin lebt fröhlich -auf, und hat eine bange und angstvolle Sacht hinter sich!' E» saß auf seinem Zweige, den Knü^ ii» kuglige Gefieder »gedrückt, alS. im Sternen» scheine ein Daldkauz mit leisem Fluge durch die Bäume flog und' sic ein« Beute wählte. Der Steinmarder kam vom Thal« her, das Hermefin au» den Felsen, der Edelmarder her» nter aus seinem! Eichhornnest, durch die Büsche war der FuhS gegangen -H alle hatte es gesehei^plngst- »oll hatte ei gesessen und sich nicht zu regen getM^t und ein Paar ji nge Duchenblätter hatten es geschkrtzl und versteckt. Wie hüpft eS jetzt hervor und lobt dii Sicherheit »es Leben-' und den Schutz Üe» Lichtes! Inklaren, kräftigen Schläjentrüst der Buchfinke, in Hellen Strophen das Rotbkehlche, von dem . Wipfel de» Lärchenbfiumes, *jb«t Weidenzeisig im Erlenbnsch,' Ammer und Blptfink im Unterholz de» Dorwaldts. Und dazwischen trillert der Hänfling. kollert die, Tnnn» und Blaumeise, jubelt'der Distelfink, quikt 1er Zaunkönig, pipst das Goldhähnchen, rukst die Waldtaebe. trömmeln öle Spechte. Aber alle übertöal des M stlerS kräftige Stimme, die melodischer, Weise der Bämnle che und dau^nachahmdare Ließ der Sing», hroffel. Weich' ein Morge^concen in den grünen Hallen! m jüdische nem wtrtliö eine wahre Gemeinden gräulichsten, eintger we bildey^fich schuld! Di cher Lu^usst Ersatz, der wird, z. B. Et giebt fi überzeugt. Antwi P»fragru Antworten. ftr.H. Ich Habe ven dringenden Wunsch, Paß scheu Dolksblatte" einige Artikel über die edle ochkunst erschienen. Ts würde dadurch eien Bedürfniß. entsprochen werden, und geschähe Wohlthal für Manche. Ranchntlich in kleinen ist die jüdische Küche gräulich* ünd was am sehr ennuyant, denkt sie geht stets innerhalb teiger Gerichte jm Kreise umher. Und dann Leute «in!, daran sei der SchuHan-Aruch gebildete jüdische Küche entbehrt zwar man» eisen, und auch des Wildes, hat aber manchen von vorurtheilsfteien Feinschmeckern gewürdigt die Fjtth-Saucen, manche Mehlspeisen u. dgl. «schlere Durst, die /ehr. geachtet wird. Ich bi» löbliche Redacnon weiß dies zu schätze«, rt. Die Redaction weiß die Wichtigkeit der l;

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