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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 16 (1854) · p. Seite 62

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
16 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 62 (sequence 2)
Language
German
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62 daher meine Vomäge begann. faßte.das Zimmer kaum v»e Zuhörer. ur d^al^ ick erst einen ode^ znei gehalten hatte. mußt, ich bald nudp einem großen Stale suchen, hri nck' nicht mir der füllte. Ick harn den Aegrnstank gewählt, der un: am meisten am Herzen lag. Ich fand unsre GlauhenSg »offen überall rreu und fest i n der Hebung des Gesetz s. ihre 8edrer.mil der For Lung and Keststellpng desselben beschäftigt — das mar i, der Thar an sich eia Geg nstank rer' freute und 'Hui ichrüng — vafüi"-aher war er Keift nirgends, angeregt u d lebendig. Die böbere Lehr, unk die Saxunneü der M'rai waren d.r Betrachtung zan; enrzoaen: man se-re rorgus. daß ne vorbanren waren ohne er für notwendig ru achren. sich dagrik bekannt zu machen, ebne kaß Bedürrniß zu fühlen^ sich dackir zu deschatttgen. Darum war überal eine große Geiftesdürre, ^ine erschreckende Leere, deren Folge eine geistige Armurh kvnk Verkümnierung fein tftußre. wie ' sie" in Juda noch nicht da gewesen. Tie großen Denker spanischer Äbkuns^ waren rast gar nicht gekannt, und ich begann vader meme Vorträge mir den Schrirchn Alho'S. Bechai's. Aharhaael's, ging dann.zu Jeduda Halevi über, uttd schloß mildern großen More. Das beißt, p. ir o 1111 so! verfahren. Dies ÄllrS'war also etwas Nques. etwas Unerhörtes tür mfine Zubörer, und war es Inun dieser Grifft ihnenfaunt aeabnre Inhalt. der ihren Mastern gan^- nepe 'Aussichten bröffnere. oder die faßliche mk ergrei. feitde Form. Pie f^ck rbm zu-geben verstand, si waren'fo -chinzeriffen. und Entstammten sich an einand r so sehr,; daß Liebe und Verehrung nnch von alle« Seinn .iminng* i ten. Dies ermutbigte mich immer mehr, ick eMpfand-nne! nid gefühlte Berner igung^ schon glaubte ick mich tfrfmen, Per. j Hsrolr einer neuen ^elstrserhehnng in dieser Gegend zü werden , — ach. welche iel gen Hoffnungen erfaßten mich .-indem ich! m r einen > rmmer. loachsenken Wirkungskreis dacue . va »oUA* ich rief r gebeugt werken, al* i h erhoben j wirken. * > TaflLlle 3uhrfi in..NiSmeS. ne nicht ga i: ungebilder waren?<mein'rN Vonrä.uk» zuliefen unk von nicktS > Aykerm erfüllt niaren. ärgerte meinen zukünftig eu Schwiej gervarer. den Raßhi keS Orres. sehr; daß fe.allmälig c fein SchulbauS verließen, und nur eine sehr geringe Zahl umviffender $eute :>ei ihm auSharrren. schmerz! r ibn noch , mehr: urfc kaß ti ihm. Der wirklich nur bock»k einseitig.'!' und sonft völlig p »wissend war. unmöglich er chien. mit > mir ru wetteifern unk kie verlorene Schaar zu seinem! Sluhl zurückzufübr m. machte ihn rast irre, ftjb, ich Üngl-cklicher ahme taS kommende Ungewttter nicht, unk während ick für m«i ie klemeu Triumphe eine Stärke dkr Liehe zu haben glaubte, wußte-ich nicht, daß gerade da Haß-! und Zorn mir Bei>es zu entreißen gedachte. >46eun ich^^ zu meiner Braue ging." fiel eS mir.AnfanhSl nicht auf. daß mein Schwiegervater niemals mehr zugigen war; längere Zerr bemer ke ich nicht, haß Dina ic zevrückr. so unglücklich schien: trenn ich sie in meine Arme? schloß, so wurde sie heftig, lchdenschaftlick», ja sie weinte.1 obne daß jch die Ursache ersah. Ich war aber zu unbefangen, unk ln meiner Unerfahrenheu hielt ich dies tur^ ^iävchenart. So ging eS eine Weile. Da während d«S WimerS mehrere von deck. Spaniern verreist waren, so. baß diese kein Minjan Hanen, so pflegte ich die Synagoge der Franzosen zu,besuchen. 'Ich hatte wohl seit drei Wochen meinen Schwiegervater nur heim Gottesdienste gesehen, aus dem er ssD^immer früh und eilends entfernte. a!s er am Sabbath vor bas Rednerpult trat. Es war nicht ganz an der Sitte an diesem Lage. um desto zahlreicher batte sich das Publikum eingefunden. Roch muß ich bemerken, daß ich gerate in dieser Woche angekünkigr haue, daß ich in meinen Vorträgen nun. bald zum großen More Nehuchim*) kommen würde. Lange Zeit schweifte der Redner auf Dies und Jenes, erklärte in seiner spitzfindigen Manier Schrift- und Talmutstellen, die gar nickt zusammen zu gehören schienen: als er endlich elne kleine Pause machte, und nun mit einer überraschenden und imereffirenken Gewandtheit alle die einzelnen Stellen, die er angeführt batte, zu einer Spitze drängte, welche gegen die — Zrrlkbrer gewandt war. die, wie Heuschrecken, auS einer legend verjagt, über eine andre bernelen, wohin man sie nicht gerufen. . um Land und Leute autzuzebren ... Ich fühlte mich angeregt, denn er sprach frisch und lebendig, und ich ahnte^ noch gar nichts. Der kleine Mann schien zu wachsen un# in die Hobe zu geralben .... Da begann er mit kreischender Stimme: ....Und'Jbr, ist es recht von Euch, daß Ihr daS-Ackerfeld verlasset, auf dem Euch so lange daS Brok der rechten Lehre gewachsen ist. und nach dem Gifte greift, das man Euch reicht, weil es mir.Honig überstrichen ist und well es Euch neu scheint und weil Ihr es nicht kennet? Wie? das will, man Euch vortragen, .'»f dem neck beule der Bann Der größten und frömmste» Rahbinen Frankreichs ruvr. das werth ist, im Feuer der Hölle verbrannt zu werden, und wenn es auch den Namen Rambam s trägt? So verhöhnt man uns? Das ist der Tank für die Gastfreundschaft, mit der wir die Fremdlinge ausgenommen? Dafür wollen sie unsre heilige Religion in unserm »kommen Vaierlande schänden und enlwurze^,. nachdem sie sie in ihrem eigenen Lande zerstört hatten, unk dafür die Strafe unsre- GotieS ste genossen ..... Fluch. Fluch ihnen! keine Gemeinschaft mir den Bösewichtern: wer sie autnimmk. sündigt: wer sie suchk/frevelt: wer hei ihnen weilet, ist ein Miffethäter — kein:Frieke ist den Frevlern!"" — — Nicht ich allein, alle-Zuhörer waren wie erstarrt. Ich wußte im ersten Äugenhlicke nicht, waS ich thun sollte. Aber indenl meine innerste Seele sich empörte^ schritt mein Fnß unwillkübrlich v^r, und mein Mund öffnete sich, dem kleinen, hreischenven, stuckenden Manne, der dabet auf da- Pult schlug unk in die Höhe sprang, und Blitze. Schlangenblitze nach mir schleuderte aus den kleinen, aufgeriffene», grünen Augen, zu antworten. Die ich'vorschritt, wichen kie Leute vor mir aus; schon stand ich dem Pulte gegenüber. Aber kaum öffnete ich den Mund: „Wie? an heiliger Statte . . als-ein wüthendeS 'Geschrei einiger zerlumpter Kerle, die entweder dazu bezahlt, oder fanatisch anzestachelk waren? sieb erhob: ..Hinaus mit dem Spanier! histauS mir dem Ketzer!" und eine Fluth von Schimp/worten ertönte in der geheiligten Halle, und Fäuste erbobett sich, um sich an mir zu vergreifen. Jch blickte um mich, und sah'—- bleiche, kalke Gesichter, die sich fremd stellten, die sich feige zurückzogen. Niemand stanv bam). ) Da« große philosophische Werk von Matmovideo (Kam.

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