Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 14 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 3)
- Language
- German
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M 55 liefet derselbe die Ströme der Gefühle empfindet, welche durch die Herzen der drei Männer fick drängte», voll, reißend und doch kl-r — desto weniger verlangt qr Worte darüber. Aber wie sich die Drei ihre Leben-schlcksgle mittheil, len, dawollten wir hier wiedergeben. i Versuche, den Tempel zu Jeriisalei» nach dessen Zerstörung wieder aufzubaujen*). iu. . j Während die beiden ersten Versuche, den Teimpel auf seiner früher» Stelle wieder zu erbauen, von den Juden auSgegangen, fiben wir einen drillen Versuch! von einem röoiischen Kaiser selbst unrernommen werden und doch nicht gelingen. J Jahrhunderte waren über die Trümmerstätt^ dahingegangen; die Aüfstänve der Juden halreii' sich längst verloren. ihnen war daS römische Bürgerrecht geworden. Da bestieg mit Constantin daS Ehristentbum den römischen Thron, und al-bald begannen die Beschränkungen, die Bedrückungen, hie Verfolgungen. Diese sollten noch lange, lange Zeit wachsen — als plötzlich eine, leider!! nur zu kurze Zwischenzeit hereinkam. Julian war römischer Kaiser geworden (361). Obschon in seiner Jugend unter dem Drucke der Verhältnisse Christ,.waren ^eineLieblingSgedanken: die Unterdrückten jeder Nation und ReligionSclasse zu schützen, die philosophischen Wissenschaften, welche durch die christlichen Kaiser verdammt waren, zu fördern, das alte Heiventbum wieder herzustellen, aber mit Entfernung aller ausfälligen^ Anstößigkeiten, die sS so verächtlich und lächerlich gemacht. Vor Allem begünstigte er daher die Juden. Im Christenthume erzogen, kannte er daS Judenthum auS der heiligen Schrift, und sollte ihm um so mehr Verehrung, je mehr er sich von jenem zurückzog. Der Kaiser gestand selbst, daß ihn die barten Bedrückungen tief empört haben, . denen die Ju^en unter Eonstamius' Regierung auSgeseyt waren, indem ihre Religion von den christlichen Lehrern als gotteslästerlich (feralis, nefaria secta) gestempelt ward. Endlich wollte er sich die Juden Behufs de- PerserkriegeS. der ihn gänzlich beschäftigte, zu Freunden machen. I Leider! regierte Julian nur zwei Jahre (361—303); aber diese waren für die Juden des römischeist Reicheeine überglückliche. Nicht nur war ihnen der.Kaiser besonders hold, erleichterte ihren Druck, nahm von ihrem Haupte den Schimpf der Gotteslästerung, nannre den Patriarchen Hillel seinen ehrwürdigen Freund, und beehrte die jüdischen Gemeinden deS Reichs mit einem besonder» Handschreiben, sondern träf auch Anstalten, den Tempel in dem seit Chnstantin christlich gewordenen Jqrusajlem wieder aufzubauen. ' Hören wir daS merkwürdige Schreiben deS Kaisersan die jüdischen Gemein den. Atz lautete: 1 ,.An die jüdischen Gemeinden! | Noch viel drückender, als das Joch der Abhängigkeit in der »ergangenen Zeit war für Euch der Umstand, daß Euch neue Steuern obne Kundmachung aufgelegt waren. *) S. No. <p. Nach Gesetz, Sefch. d. Jude». und Ihr eine unzähl ge Menge Goldes in den Kaiserliche Schatz Haber l efertt i ififfen. Vieles habe ich durch Augenschein selbst wahr, genommen, noch mehr erfuhr ich, als ich die Steuer colltn »orfaud, die zu Eurem Schaden aufbewahrt wordm. Jh selbst hob eine Steuer auf. die Luch schon für die Zukunft zugedacht war. sind zwang damit den ftuael ein ^stellen. Euch einen solchen Schimpf ^anzuhängen, ^ch fett st, übergab die SteuerroUen. die ich in meinen Arhiven »orfand. dem Feuer, damft'. Niemand mehr solch' ütlen Ruf der Gotteslästerung (As4b«ia) Euch zuschleudern kk nne. Daran hat mein Bruder Constannus, d?r Rubmwür>ige. nicht so sehr Schuld, a!S die Barbaren an Gestnl ung, l ie Gottlosen an Gemüth, ^welche eine solche Schatzui g erfunden haben. Ich selbst habe sie mit eigner Hand n eine i tiefen^Graben gefdjleuöjtrt, damit bei uns nicht einmal daS Andenken an. ihren Untergang bleiben soll. Im 'Segriffe, Euch noch mehr Gunst zu bezeigen, Hab; ich »einen Brüder, den. ehrwürdigen Patriarchen Julo (Hillel). ermahnt, die von Euch sogenannte Sendsteuer zu ückzub Oken, damit Niemand mehr die Eurigen mit Ein reibun; solcher Ssbverauflagen ferner belästige. und d .mit ' >hr . überall .in meinem .Reiche der Sorge'entbob n sein sollet. Un», so der Rubel, genießend, könnt Ihr in rünstic ere Gebete für meiu R.zch an den allmächtigen! Deltsch »pfer richten. Der mich mit, seiner reinen Rechten f estützi hat. Es ist nun einmal so, daß Diejenigen, n eiche iji Kümmernissen leben, ttk!ge sind an Geist und nit )t wagen, die Hände zum- Gebet für das Heil zu streck n. Diejenigen aber, welche von! allen Seiten sorgenfrei sich mit ganzer Seele freuen, können inni. gere Gebete für das stimmen,der meine Wohl.deS Reiches zum Höchsten an- Regierung-aufs Beste fördern kann, wie ich es m>r vorgfesetzt. Diesollt «Ihr tpun. damit ich, wenn de f Pers rkrieg glücklich beendet sein wird, die heilige Stadt Jerusalem besuchen könne. die auf Meine Kosten erneuen wer'en soll, wie Ihr sie feit »elen Iah--, ren erbaut u sehn wünscht; in ihr wi l ick mit Euch vereint den Allmächtigen de» Ruhm geben."-—; Julian b ieb in! eß nicht beim Versprechen »eben. Obwohl mit de» Zurüstungen zu dem Perserknege vollauf beschäftigt, lc g eS i»m doch am Herfen, den Tempel "m Jerusalem au) den Trümmern erstehen zu lafHn. Er bestellte dazu einen einen Oberaufseher mit Ssiuuen AlppiuS aus An iochien -der früher Statthalter in'Britannien gewesen, und sLärft: ihm ein, beim Baln-keirtt Kosten-zu scheuen. Di« Stal Halter in Syrien und Palästina batten den Befe >1, Aly piu» mit afiem Röthigen au unterstützen. Echo» wäret die Baumaterialien vorhereiret, Arbeiter in Me ige ve 'sammelt, die mir dem Hitzwegräumen der Trümmer beschä tigt waren, welche seit per beinahe dreihunvertjä eigen Zerstörung auf der TeMpelftattt zu» fammenzehäu t läge l. Die Juden scheinen sich für den Tempelbau n cht inicreffirt zu habeck, denn hie jüdischen Quellen schr »eigen über diese Thatsache gay; und gar. und wa< die später m christlichen Berichtevom Eijer der Juden für du Bai zu erzählen wissen, -ist rein erdichtet., Die entfernt m Ge nänden sollen Gelder zutn Bau geschickt, Fra« a sogäc^hre» Schmuck-bazu verkauft und in ihrem S«hoo ie Ste ne zugetragen haben. Allein dieses AlleS war f hr mr chchig, dem» Julian batte. fftt Baustoffe