Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 14 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4908862-5999329-6000595--0132-4908933- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
s« um, Arbeiter reichlich gesorgt. Als ^efondjcrs bosbaft m sch,int der Zug. als batten die Juden mehrere Kirchen in Judäa uav den Nachba»ländern zerstön,, und den Ebri» ften gedrobr, ihnen so viel Böses zuzufügetn. als sie von Ls» christlichen Kaiftrn erlitten batten. Depn wäre ibnen ein, solche Wiederviergeltung "in den Sin^fsgekommen, so brauchten sie sich nicht aufs Droben zu beschranken. Auf Zuliays Rachsicht HLtzen si, mit Zoller Gewißheit rechnen können, wenn eS zu Tbätlichkeiten gekommen wate. SS ist vielimchr mit Gewißheit anzunrbmen,, daß die Hoffnung ausdViederdersteUung b,S jüdischen DtaarS, welche zwei'Revolutionen entzündet und so viele j Ovfer gekostet bakie. in den.Äemlnbern der jüdischen Ng^ion'tzanz erloschen war. Man frwarrete die Wiederherstellung der ftü- Heren Herrlichkeit »ur von der Erscheinung!deS Messias, em Tempel obne denselben mußte in der Anschauung der Zeit rurchgu.s ungereimt erscheinen, ü)iv nijch viel weniger konnte der- Kaiser als Messias betracht^ worden fein. Allgemein war' di§ Ansicht verbreitet, »ie lein. Ämora des vorhergehenden Gl schlechtes, R. Jose b, Ebanina. aufgestellt batte: „Goti babe das jüdische Volk in tzid qenomfl<i. daß sie nick über die M.iuer steige» (mit Gewalt den Lraal berstell n). .sich nicht gegen Tre herrschenden Päiker austebnen ollen,'sondern das Joch ttagen."' R. Lerj. ein Jünger R. Jochanrns, fügte bin-;u: „Gott-habe das Volk noch besonders Messiaszeit Sicht -stürmisch berbejzufübren/ I ' (Lckluß folgt.) geduldig .zu erbeschworen, die Die erste Stu -aß nicht von Alsdann klL; Nicht Roß. ^jcht Älcincu Gedichte nach alteren hebräischen Dichtern. . Z.a l ow o ' s T b r o rc! . Seo «i. 2 11’ i t u •* j sechs Stufen sind am Throne angebracht. Drauf liegt zü seder Seil' ein Leu zuV Dacht;' Und wie' der König Stuf' auf Stuf' -ersteiget, 'Sich Psticht n ch Psticht in Hellern Sptuck ibm zeiget, e läßt das Wort ibn hören! Weibern Dir das Herz.ibethörm! weite, warnend zu ibm st^nckt: cht Reiter sei'n Die Zuvärsichr! Die dritte w»per läßt den Ruf ergebest: Nach Gold und Silber soll Dem Sinn nid>t stehen' £* vierie mahnt ibn an die Richrerpsticht: Du sollst das Recht nicht heugen im Gericht! lDie fünfte: Keinem sollst zu Sieb' Du sprechen! Die sechste: Nimmer laß Dein Aug' bestechen! ." Und auf dem Thron ein goldues Zepter liegt. Auf dessen Spitze sich ein Täubchen, wifgi; Im Munde «rägkdies eine K-nigskrone, Daß. sitzt, des König auf dem hoben Äckrone, Uud seine Hand das goldne Zepter bebt. Die Krone über seinem Haupte schwebt. ' Und da ertött der Spruch ihm laut »rnd klar: Rur Unschuld reichet Dir die^Krone dar! Doch wenn'Hein Herz in Stolz sich überhebt: Die Taube Hammt der Krone Dir entschwebt!. DeS Wissen- Speicher. Bon 3R.' Stößel. Wirft Du in gute Speicher die Früchte Dir einspeichern, So kannst Du sie erhalten und Dich alsbald bereichern; Und lagerst Oel und Wein Du ein in gute Keller, Gieh Acht, sie werden immer besser, klarer, heller. Allein in schlechten Speichern bat eS nicht lange Dauer, Die Frucht verdirbt darin, der Wein wird dumpf und . sauer. Das Her; das ist der Speicher für M Wissens Rebensaft. Für Körner, eingebracht vom Feld der Wissenschaft; Das reine, fromme Herz, das ist die feste Trübe. Wo keiner wird daß Wissen in beil'gen Friedens Rübe; Doch iw reS Herzen- Bosheit muß Alles Dir verderben, Die Wein, der edelste, in schlechten, dumpfen Scherben. Die Vergeltung. Beracholh o-, 2. (s. No. 8 d. Bl) wird auch folgende. '?tzada gegeben. Dem Rabbi Huna waren von seinem diebischen Gärtner alle sein. Rebtti gestohlen, worauf er diesem die ibm zukommendeu Reben als Entschädigung zurückbebielt. Nicht lange daraue wurden dem Rabbi Huna 400 Faß Wein sauer. Da gingen Rabbi Jebuda, Bruder Rabbi SilaS des Frommen, und die Rabbinen zu ibm. Sie sprachen zu ibm: „Du mögest Deine Tbaten prüfen." Rabbi Huna t'wiederle: ..Bin ick etwa verdächtig in Euren Augen?" Sic antworteten: „Ist denn etwa vom Heiligen (gelobt sei Er!) anzunebmen. daß er Strafe auferlege ohne Recht? («^ «72 Jener entgegnere: „Ist Jemand unter Euch, der über mich ein Unrecht gehört, der sage es." Sie sprachen: „Wir hörten, daß Du Deinem Gärtner nickt die Reben gegeben." Da antwortete er: „Hat er mir denn Etwas von öeii weinigen gelassen? Er bat sie mir ja alle gestohlen." Sie erwiederten: „Dies ist wie die Leute sagen: Werden Stehler bestiehlt, bat den Geschmack davon empfunden «"Ttu? 2°22 «27; T2)." Da erwieverte Rabbi Huna: „Wohlan, so nebm' ich auf mich, sie ibm zurückzugeben."— Einige erzählen, der Essig verroch fich und wurde wiedkr Wein; Andere: der Essig wurde sehr theuer und für den Preis de- Weineverkauft. Wenn irgend Etwas, so können wir bierauö die überaus feine. Zartheit bewundern lernen, mit welcher daS Gespräch zwischen Rabbi Huna und denen, die ihm sein Unrecht (der Silbsthülfe) vorführen wollten. gepflogen ward. Nakhanfon in Magdeburg. Verantwortlicher Redacieur: G. Wlenhvld. B«u,.»o» ta — Druck vo