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Jüdisches Volksblatt · 1853-01-01 · 13 (1853) · p. Seite 51

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
13 (1853)
Date
1853-01-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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feen stampf feer Iuoen um da» ungeschmälerte Dasein ihrer Religion feer Unfeuldsamkeit, feer Feindschaft der Welt gegenüber» für feen immer erneueten stampf unfe ihren «immer erneueren Sieg .... Siehe, in langen Reihen ziehen die Kämpfer Huoa» seit damals bis jetzt an unS vorüber, aber Keiner strahlet Heller, als ihrer Aller Führer. Juda Mattabt . - . unfe so viele Kampfer, eben so viele Sieger find e-, und Niemand stehet klarer und einfacher unfe Mächtiger da. als feer Sieger Zufeai, feer HaSmonäer— feejin et führte unter feer Fahne feeS Geiste» da- Schwert feer Erde, bei ihm nicht bloS Gevank und Wort und Ertragung des Weh». ' feer Marler, sondern auch feie Wucht fefo Thal. Kampf, Schlag. Sieg .... Vor alten, grauen Zeiten. Da war ein grimmig Streiten, Da war ein großer Sieg — Held Juda Makkabä'r Stürmt über Syrer her . In mLcht'gem Gott,»sieg — ES siegt die Wahrheit wieder. ES stürzt feie Bosheit niefeer, Durch MattabLersieg — So laßt in allen Zeiten , Um Gott uns kräftig streiten: . Wir siegen solchen Sieg! Dje Gebetschnur. Jüngst kam id>| auf einer Reise, als lch dH Merkwürdigkeiten einer ehemaligen Juvenstadt besucht» auch in die sogenannte „Klaus." Weißt Du, ivaS feft» heißt, mein Aeser? Eigentlich: jüdische- Kloster. Abe»! e» ist ein Kloster, darin feie Männer mit ibren^ Frapen und Kinvern. der letzteren ist oft eine große Zahl, lebt»; -auch ist keine Regel und keine Otdnung vorgeschrieben! letztere auch nicht immer da zu sinken; nur sind vie Männer, feie <a Wohnung und Pertinenzien erhalten^ „Rahbiner'^ und müssen täglich eine besiimmle-Zeik „lernen." ES war ein' uralte-, eigemhümlicheS NKebLure, davon außen wie eine Pftnnigbude so klein, so r-rfallen^ so unscheinbar auSsieht. aber innen, sobafv 'man erst feie Thüre paffirt ist, feie noch auS zwei rheile i bestfebt, au» einer obern unv untern Halbtbüre, eröffnen sich j so viele Gänge kreuz und guor. darin so viele Thüien von Zimmern, Kammern. Küchlein. Klausen münde i, unb eS erheben sich so starke, stattliche, für Jahrbun »eite gewölbte Mauern und Bögen, daß man, wie viele rSewobner vatz weitläufige Hintergebäude zu verbergen i>ermögr. gat nicht zu übersehen im Stande ist.; i Doch nicht da- Gebäude unv nicht veffen Bftwohnef will ich beschreiben. Nur so viel sei bemerkt, festst Bvur lichkeiten unv Bewohner sehr wohl zu einander passen und in angemessenster Harmonie stehen. Wenn stch so ein Thürlein öffnet, unv in ibr erscheint ein Mann mit feem lan-t gen halb, schwarzen, halb grauen Barte, feen langen Hei« tenlocken von gleicher Farbe, dem Breftel aus feen»fHanpte, feem bleichen, gefurchten Angesichte, feer bugern Gestalt, feie nach vorn gekrümmt ist. dem strengen Blick, feer jkdoch am meisten nach innen gekehrt ist — wer erwartet cf! anderst als eine solche E» cheinung herauStteten und feie k ruinmen Gänge eilig hin uffchretten zu sehen? oder eS springt «ine Küchenpforte auf. und heran» stürzt ein kreischende» Weib, untersetzte » rund wie hoch, mit fechtenden Armen, eine Haubenmütz iber den ganzen Kopf, feie schon jlange nicht da» Wasser < emerkt, fie reißt stch feie schmutzige Schürz« im Affttl ab unv bindet, sie im Affect wieder um — auch feie» fällt nicht m f . . . 1 Endlich Lhrte mich feer Pförtner in die klein, Syna-, goqe der „Klaut." Sie hatte nicht» Außerordentliche», als daß sie mir Geschmack gebaut, wenn auch nicht mit Geschmack erbalre, ist. und für em so abgelegene» „Schülchen" sehr viel si berne Zirrratben und kostbare Vorhang« batte, aber Alle» von ältester Form unv schon sehr abgegriffen. Man ftgre mir, e»-rühre all' Diest noch von dem gabenreichen Spender her. dessen Stiftung nach Iabrhunderten noch fi viele Menschen ernährt. i feie, -rrjril sie auch nur feer Bei gangen heit angehören, in feer Gegenwart wahrscheinlich schlimm weggekommen wären. Mittt'n in derKlaussynagoge, über dem Almemor, bing eine rnnde silberne Kapsel an;wel feinen silbernen Kettchen vom Gewö be herunter. Da ich deren ^Zwe^k nicht ,errathen konnte, so öffnete fix mein Führer, und, siebe, darin lag ein S ück vergilbten, ehemal» schwarzen lLeder, riemen», ein S>ück einer uralten Gebetschnur (Ttyephillim). Er erz^l e mir dabei, wa» ich folgendermaßm wieder erzähle. / E» war im sondern öiraj feie war. welche den wußte nicht, von wannen diese Wuth, feie wie ein! Fieber Zahllose ergriffe^, welche niemal» mit Juden in: Anbindung gestanden, noch von wannen Viele de» Gestndel». Jabr 1432. als nicht blo» feie!Stafet, ganze Umgegend von Menschen «^gefüllt Juden Gewalt anthuzr wollten.' Man mit ferm sich feer Angriff eingefunfeen. gekommen, i Aber da waren sie, mit namenlosem Schrecken, mit grausamen Martern für feie Verfolgten, feie sich bald zu wirrrrFlucht nach'allen Gegerfeen bin veranlaßt sahen. Ein Mann, Namen» Wolfs, der Vorsteher feer Gemeinde, einer der reichsten,^aber a ufe feer redlichsten, ehrenfestesten Judm feer Stadt, hatte insbesondere viel auSzustehen. aber er hielt wacker bei feer G> meinfee uu». gab hin, wa» man veylangie, ertrug. waS ma r ibm -amhat. Dxr Mensch fängt niemals ttyt feem Schreck! ichsten an. er beginnt mit Neckereien, fährt fort mit Hobn. nil Schlägen, mit Plünderung, unfe endet mit Mord unv örand. Umgekehrt erträgt feer Mensch so Diele», weil dal Schwerste nicht zuerst und am einmal kommt, sondern nach unv nach ra» Uebel anfchwellt, bi» feer Mensch schon an Große» gewöbnk ist. Wolff haste seine bedeutendste Haue in Kleinodien —denn er war Juwelier — in ein iKästchen gckegt, und war entschlossen, so lange-auSzuharr^n, bis au» diese» und fein Leben igefäbrder wären. Er batte Deib und Kinder schon lange in eine ruhigere Gegendjt'ortgesanbr. und nur seiften ältestes Sohn. Joseph bei sich debalten als Stütze. An einem D onrage sollte die letzte Hanfe an vieVertllgung gelegt wer! en. Ein Christ, dem Wolff.vwt Gute» ge- .than, kam noch iu der Nacht zuvor heimlich zu ihm. um es ihm zu offen b»ron. Wolff nahm fein Kästchen und seineu Sohn, liefst der Sülle feer Nacht zu feen-Gleubensgenoffen umher, fei« .Noch zurückgeblieben, um sie.zu augenblicklicher Flacht zu ermahnen, kletterte dann mtt

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