Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1853-01-01 · 12 (1853) · p. Seite 46

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
12 (1853)
Date
1853-01-01
Page
Seite 46 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/4908862-5999329-6000587--0120-4908922
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

\ . qiföfert, den «aufm Weltkörper qmyt, und all deren Zusammenstellung und Orbtürng die Hand der slbstber wußk und weisest wählenden Gonbeil nachgewie en— so mögen die freundliches . Leser . unS deute auf dieser unsrer Et^w in eine ferne, ^schaurige» und doch ün der Herrlichk/u der göttlichen Werke reiche Gegcldl! folgen - an Orten, wo wir es durchauS-rnckt» erwg^'. wir ein^ Fülle von Leben, durch die wtkseste Etiioichtung! in einander gekettet, gewahrm, dgp unser Geist d'emüwig sich beuget vorüber außerorventlkchen Wahrheit. welch»» ie« scheb, der Mann Goller, vor so vielen Zabrtafsenden verkündete.' und die, je weiter-der Mensch vordrjngt, desto mehr als eine Wahrheit stib tewäbrr. Wir sollest bewährten rnzlilcheu Gelehrten in^.die * . nördlichen Polarqegenden unsrer Erde'). Wenn wik die Volargchende:«. - die, Gegenden nr äußersten Norden, m' ihren äußeren Erscheinungen lerracht,n. und ste düster. >iackenv> ickauervoll, öde, e.'vn ipütben«. den Stürmen beimzesuchr und . einer übermaßigeft Kälte ausqesetzk finden, welche hei unS dem Leben und! Allein» was daS Leben erbäkt, Verderben bringt; wenn.vir'den kurzen Sommer. den unenplich langen Wmker, die Monate lange Nacht, daS ewige Gis mit «einen-Bergen uär helfen erwägen: so stellen wir uns natürlicher Weu'e vor. daß hier die. T b ierw elf in einem geringen Mißt und in winzigen Gestalten vorhanden. sein muß. Mai sollte nttinen, daß nur zwergbafte^unv verkrüppelte Gattungen a» ihren traurigen, -öden Gestaden umber zerstreun zu jui> ren seien, und daß jedes Lebe». welchtS irf biete Einöden zudringen ' suchen "sollte.- kraftlos werden-und Ersterbe«« niüffe. Allein der allmächtige Baumeister der Nar ir. dess.n Wege und Macht die menschlichen Begriffe wer übersteigen. entwickelt bicr iu vollem Maße »seine un rtdroyf; lrchcn HültSmiktkl. (Srbat jene ngcklen Kelsen u id winterhaften Gewässer mit-einem unermeßlichen Neicklhume an -lebenden 'Wesen. wie' man ibi kaum unter per deftigsten Glutb der tropischen 'Sonn findet, -angetüllk. Er bat ne mit den größten 'aller le- 'benden Wesen ausgestakftt. gegen welche, w« io man ibre lingebruren Körp?s in Anschlag bringt, der illerbant und das Flußpferd, welche ibre furchtbaren Gest> lien in den morastigen Ebenen der beißen Länder uMrerbewe-' gen, fast Zwerge zu fein'scheinen. Tie kleineren Äanungen, wie der Häring,-werden in den Tiefen der livlärge» Wässer in Hau'en gefunken, welche durch ihre llnermeß' lichkeir in Erstaunen sehen. Selbst die Luft wird! rerdunkelt durch unzählige. Schwärme von Seevögeln.' Während sogar auf der Gefrornen Oberstäche des Landes Tbiere von besonderer Bäuars eine ihren Bedürfnisse»- änze meßne Nahrung finden^-Entwerfen.wir unS hiervon riu Bild. ' Unter den zahllosen Arten lebender- Wesen, welche die nördlichen Gegenden bevölkern,.ragt vorzüglich, die Elaste ~ bervor. ird ihr geböten der Eetaceeu, daS ist der Wallfischarlen, Ihre Große übenriffl die aller anderen Tbiere,. Bau ist ganz besonders. Sie sind Fische, und *) 1t»lk«cka»ge» t» de» Polar-See»; von dt» Profeffore» Leslie. Zrmesoa »»d Hugh N»rrav. Baumgärme'«.Buch. Handlung. doch zu ven Saugetbieren, sie bringen ibre Zungen lebendig.zur Welt, haben warme- Blut und keine Schuppen; fie haben ein Herz mir zwei Kammfrn und Lungen. Der eigentliche Wallfifch erreicht eine Länge von 60 Fuß, waein Gewicht von 70 Tonnen oder von beinahe 300 fetten Ochsen in stch begreitt. Es giebt aber eine sehr große Menge von Wallfischarlen. -Eine noch viel größere und .stärkere, bis zu- 105 Fuß Länge erreichende Art ist der Finnwal. Neben diesen sind es die-außerordenlli» gro. ßen Amphibien, welche sämmtliche Gestade dex Polargegenveil bedecken, die unsere Bewunderung auf sich ziehen. Namentlich zeichnet sich das Walroß auS.-ein ungestalteS. schwerfälliges Tbier, von 15 Fuß Lanze und 10 Fuß Umfang, mit zwei Fangzähnen von zwei Fuß Lange von einer wundervollen Weiße. ZahlloS find ferner die Seehunde. An die Hävimge haben wir schon oben erinnert. ibre Hausen fassen unermeßliche Schaaren, — Blicken wir aur das-Land, so seben wir in den Kelsen-und Eishöhlen das furchtbarste vierfüßige Tbier des Pols, den Eisbär. Dieser verwegene Tyrann, der Klippen und Schneegenlde res Nordens vereinigt in sich die Stärke de- Baren Mil der unzähmbaren Grimmigkeit der Hvane. Er erreicht die Lang? von 35 Fuß. Neben diesem ist der 'Wolf, der kleine niddliche, weiße arktische Fuchs, der grönländische Hund, das Rennkh.ier, das wenigstenin» Sommer hoch in den Norden binaufziehr, und endlich daS Kaninchen., welche eine ziemliche Grupp« Landtbiere bilden.' — Außer dem Wasser ist aber in diesen öden Kegen>den fast in gleichem Grave die Lufr mit angemeßiftn Bewohnern' bevölkert, welche sie fortwährend mit Tönen und Leben erfüllen. Allerdings schimmern diese Vögel nickt miÄ'fin glanzenden Gefieder deS Kolibri'S, noch lassen ste die sannen Töne der Nachtigall erschallen; sondern Mewen. Tau^erenten und andre Vögel dieser Art, dre stch' hier in Myriaden vorfinden, lassen die Felsen und Gestade res Nordens von ihrem wilden Geschrei wiederballen. Der Srurmv o gel trotzt den nordischen Stürmen. wenn diese am furchtbarsten tosen, und sitzt aus dem brausenden Kamme der berghohen Welle so rubig, als wenn er auf. der Oberfläche eines spiegelglatten See'S rubte. Tie Meeresoberfläche ist bisweilen so sehr von ibnen^bekeckl,' daß man keinen Stein werken kann, .ebne einen zu treffen Wenn ste ausgescheuchr worden, find augenblicklich unzählige Flügel in Bewegung. uttd indem -ste mit den Füßen gegen das Wasser anschlazrn, um, ras Fliegen zu erleichtern, verursachen ste einen lauten, donnernden Sckall. Der Schneevogel, die grüngraue Möwe, der Schwan, die GatiS. welche in unzähligen SchaarLn jährlich nach ven nördlichen Gestaden zieht, um dort zubrüten, die-Ente, welche einen noch böbern Breitengrad besucht. Vas Taucherhuhn, der Sanvpfeifeä. der Kibitz, das Haselhuhn, welche Letzteren das Jmrre von Grönland bewohnen, geben auch den geflügelten Bewohnern des -Nordens Mannichialkigkeit. Da find es-nun zwei Fragen, die sich unS aufvrängen. zunächst: wodurch ward eS möglich, daß diese u»ermeßliche Thierwelr bei einer so außerordezttlich geringen Pfianzenwelt, die meist nur in Moosen und Flechten ihren Bestand bat, eristire? Die Frage wird unS dadurch, beantwortet, daß. der Schöpfer hier eine ununterbrochene Stufenleiter unter -den Thieren geschaffen hat, y /

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.