Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 11 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/4908862-5999329-6000586--0115-4908918- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
-zeigte aber außer" Len Gvmnastal - Studien noch eins btsondere Anlage um malhemakifcken Zeichnen, und aus diesen»,Entwickeln fick «nie Vorliebe für-'' das Bat M>, die ihn nickt wie! er -verließ. Seine liebste Beschäfli wng 'war. arckitektonis«>e Bilder';» copiren. ,stck in Riste zu versenken und ne stck t» eikräkbseln, ja. selbst zu i rfin*' seiner Lehrer auf lungeye Stücke e Erstaunen . dadurch geweckt ward, selbst, daß,diese 1er mitgetheill, d den, und bald ei l öffentliches Gebäude,, bald ein länd- HHus,.bgld eine drücke und dergleichen-aus stck sstb t;» entwerfen. ES Hatten /seine Arbeiten die Aufmerksa reffit stck gezi^L. einer derselben theilt - gene'«n Balwekständigen mit. reffen gpnreS Es versteht stck von lrrbeile. reut Jüngling und seiner Mut-' e Richtung nur vorzeicknen konnten,' der "St xstegte daher seines Talents jange e.r nachzustreben, strengt. i Bernhard muckte ein glanzendes AbiiurievreneHnnen. Er erhielt ein "nickt gegeben worden: er rrhiell'noch 50 Thal» als letzte Prämie, aus den hofft, - aber es Städtchen, inshe zwanzigjährige .vollsten Blicken Aber waS n zum Bsuiach Zeuqniß rer Reife, wie eF feit Schulfouds. -Es war dies nicht stnvHmachte überall daS' größte Afffsebe» im^ onrere"bei allen GlaübenSgenosten.j Derüngliog ward von Allen mit denlliebe* iSgcseben —; er barte nur Fr»nindel in? - Tie innerste Liebe trieb Bernhard reine fehler und Sackkundige - drängten ihn dalßn. Abcr arm unk Jude? Wird' ibm eise Lebenscarri.-rc da gestattet, offen sein? Aber- Jedermann' nahm ihnen die Besorgnisse. ES war ,im Anfang -rrS’ JahreS _li47. Tie Frage stber die Gleichstellung der Luden, . Mf, so vielfach besprochene, war Ml Griffe entschieden! Es. k'NNte -keine unbefangene Stimme »gegen sich, me^r vrrlau eil lassen. .Aber auch die Hoffnung auf Verwirklichung i'areff von Tag zu Tag-gestiegen. Liefen doch aus allen teilen rer Monarchie von den fiä-rischen Eorpor kionen u ad. Behörden selbst die Petitionen darum bei der SraaiLr gierung. ein. und sicher war es, d> n dem vereinic ten Lazzk ag ein Entwurf;u einein Jstve rgeseve vorgele st werke« sollte, der die Ausschließung u> d .Beschränkl ng-der - üdcn vermiuderu würde. Unser B rnbard war a if der schule so baiman behandelt, so sr undlich begüiist gl wvrri». die Lebrer konnten nickt also ver'abren. o'ire der. lbstchken der höheren Behörden gciviß.zu fein, sie begriff n gar nickt, wie einem solchen Menschen, .wie utiV*r Bern ard war. und "der stck gewiß auS^eicknen würde. Hintere ine aus Glaubensrücki^ckten gemach: werden sol ren. - Also — 'Bernhard sollte das Baufjlcd studiren. Er war ddresr, nack Berlin abzugehen. . DjeTrennungSf iulde ha!-r geschlagen. - Dies war die Stutzte, wo die böc-ste S.li. keir und der -bitterste Schmer; int Mnrterherze a stcd v rschmolzen. Ach ste sollte nun flerrenrn von ibtzl -leben, ste sollte nicht mehr die Fülle Mi Mutterliebe! durch < Ü' diej kleinen Sorgen und. Mü^en am ihn betätigen, le sollte »du nicht mehr sehen. nif)t mebr an ihrlHer; dr» cken können ..... Ach. aber. »aS für ein Mansch war er'geworden, wie kräftitz. wiz ^lstbend, welch'tzeuchzende Auge, welche gereiche Stirn, iie sittlich! rein hlickte S ihnr auS dem ganzen Angestchte ... Ab» der € chmer; der Trennung wohnte noch in .tU Neck andern mi en und treuen Herzen. Die beste Stütze der Wtttwe B. Dar ein begüterter Bruder ihre--verstorbenen Matmes gewesen. Derselbe, obschon er selbst mebrer, batte, griff der Schwägerin tüchtig unter die Arms, und jetzt machte er es auch möglich, daß Bernhard studiven. konnte. ES ist dieS nicht zu häufig rer Fall. Aber waSnoch seltener, rer Mann achtete darum seine Schwägerin und ibr Kind nicht um ein Deut weniger, und behandelte sie in jeder Beziehung so zuvorkommend, alS »b ste von ihren silenten lebte. Bernhard war daher viel in des ObeimS Hause, und wuchs mit reffen Kindem^auf! Unter diesen war Josepbe, nur drei Jahre jünger als Bernbärd. zu einer reizenden Jungfrau erwachsen. und die kindliche' Zuneigung in eine innige Liebe übergegangen. Sie^tparen stch dessen bewußt, geworden, als der Abgang B.'S 'sich nabete, und eine schöne EiSparlie, wo B. Josephe fuhr, hatte die Veranlaffurrg gegeben, daß stß.kie jungen Leute auSsprachen und einander gelobeken. -Josephe sprach stch offen am Herzen ihrer Mutter aus, und diese theilte es ihrem Manne mit, und, siebe va! Nizmünd hatte etwas einzüwenven. ES versteht . sich, daß der. Serffandige Vater von nichts Entschiedenem eber wissen^ wollte. bevor- Bernhard seine Studien mit Auszeichnung voll.ndet hätte. Die^wenigrn Wochen nach riesen Erklärungen vergingen dem liebenden Paare sebr schnell. — die Trennungsstunde war da -raber der Jugend trocknet.die Sonne der Hoffnung schnell die Tbräne» aus dem Augj, wahrend'ras Alter weiß, was einmal vorüber, konmit nicht wieder. Bernhard war abgereist. 1. Vier Jabre waren verflossen. »Wir wollen iür Leid untz Freud' nicht' ausführlich sckUvern. Alle Erwarru»- gen, die gerechter Weise über Bernhard gehegt worden^ waren in Erfüllung gegangen. So oft er in den Ferien nach Haus, kam. kebne er männlicher. auSgebildtter. wis- 'feusreicher zurück. Daß er eine reinr, innige Neigung in seinem Hcdren-.-rrug, 'daß er sich von Beginn an feste, .sichre Ziele gesetzt, die er. nicht blos um /mm-, sondern um Mutter- und Braut willek anstrebte, daß er in der -Wabl seines Berufes seiner -Vorliebe, seinem Genius folgen konnte, all' DieS führte sein Schifflein vor den Klippen der Versuchung glücklich vorüber. Die Wirren des Jahres 1E-tÄ berührten und rissen ihn nickt bin, da er. voll Achtung vor Lehrern und Aelteren erzogen, meinte, dje Jugend müsse erst aus sich selbst envas Tüchtiges machen.'bevor ste dies ans der Welk machen könnte. Pier Jabre waren verflossen, und Bernhard sah mit Zufriedenbeit auf dieselben, zurück. Er batte sich, seinen Freunden und Lehrern genügt. Er war von Letzteren immerausgezeichnet worden; er batte selbst einem der Professoren bst'Herausgabe eines großen Werkes die Zeichnungen arbeiten müssen, wodurch er an Ebre und Mitteln, wie.au .Förderung sehr gewonnen batte. Jetzt hatte er seine StaatS - Eramina gemacht, und konnte^dem Eintritt ins -praktische Leben bald entgegensetzen. "\ Ausgerüstet mir den vortheilbaftesten PrüsungSzeugnisscn. der Empfehlungen bedeutendster Männer si^er, war er nach Hause zurückgekebrt. um einige Wochen^ stch bei den Sejnigen von den erschöpfenden Anstrengungen der letzte^ Zeit auszuruben und zu erholen. Ach, Gott hatte ihn sehr begünstigt, und er ffihlte dies in seinem kindlich