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Jüdisches Volksblatt · 1853-01-01 · 10 (1853) · p. Seite 39

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
10 (1853)
Date
1853-01-01
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
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9$ Hand.rettkn!" <Sif erwiederten ihm: „Du hist nicht würdig, daß Gott Deinetwegeil ein Wunder thu» sollt,." Im Augenblick, alfl sie zum Märtyrertode gefühtt werden sollten, traf der Befehl Hadrfan'S ein, veröden QuieiuS absetzte. Beide wurden in Freiheit gesetzt — der Tag.?er 12te Adar. wurde als Halbfeintag (lonr Tirjonus) ange gefeiert — Oui^tuS ward bald-daraus dinge« richtet. - . An den Bau Jerusalems und des Tempels sollte Hand angelegt werden, der Bau war dem zum Duden« thum übergelrelentn AkilaS anvertraut. Julian und Pappus 'stellten Wechseltische in Galiläa und Syrien, von Acco bis Antiochien auf', um die ausländischen Münzen, welche zum Tempelbau von den auswärtigen Juden einliefen, gegen gangbare zu wechseln. Aber bald sollten,die süßen Träume verschwinden. Kaum hatte der Kaiser Hadrian in seinem Reiche festen Fuß gefaßt, und die unruhigen. Völker beschwichtigt, als er feine Verheißungen zu schmälern und zu deuteln begann. Die Samaritaner, neidisch darauf, daß der Tempel zu Jerusalem, der Gegenstand ihres ewigen Haffes, sich wird«- erbeben solle, sollen dem Kaiser, daS Gefährliche solcher Wiederherstellung gezeigt habe». Hadrian verlangte, die Jut^n sollten den Tempel aps eine andre Stelle erbauen, oder i» eineul kleinern Mäßstabe. Bei der Nachricht davon bewaffneten sich die Juden von Neuem und kamen im Thals Rimmon zusammen. AIS man daH kaiserliche Schreiben vorlaS. brachen die Vülksmaffen in' Thränen ans. (£in neuer Aufstand schien Unvermeidlich. Aber der rech« Zeitpunkt war verpaßt.. Es gab eine Frieden-Partei im Volke, und an ihrer Spitze stand Rabbi Josua. R. Josua sprach zum Volke, in der Form, welche sich aus das Volk immer am wirksamsten zeigt, er trug eine Fabel vor. Ein Löwe harre sich einst an seinem Raube gesättigt, aber ein Knocken war ibm im Halse stecken geblieben. Inder Angst versprach er dem eine große Belohnung, , der ihm den Knochen herausziehen würde. Ein Kranich mit langem Halse vollbracht, eS, und verlangte siinen Lohn. „Sei frob,"!sprach der Lowe, „daß Tu Deinen Hopf un« versebrt auS "deS Löwen Racken gezogen." — „Lasset unS." sagte der Rabbi, „jetzt nichh so ungestüm, auf deS Kaisers Versprechen bestehen." DaS'Volk ging auS einan« der, aber mir/dem Gedanken, zy einer gelegner» Zeit kräftiger aufzurremr. ES wahrte nicht allzulange. * II. Zwölf Jatjrfj barten die Juden in heimlicher Weife den Aufstand unter dem Kaiser Hadrian horbrreiret. alS sich endlich ejn geistlicher und ein.kriegerischer Fübrer zusanlmengrfundetl halttn; jeneS war der eben, so tiefsinnige wie hochherzige R. Akiba. dieser Bar-Cosiba, ohne Zweifel von einer Stadt Costba oder Kcfib so ge: nannt, von R. Akiba mit dem Ebrennamen Bar-Hochba (Sohn des Stornos) betitelt*). Jetzt brach der Kamps wider den römischen Truck mit einer furchtbaren Gewalt los. 62 Jahre nach der Zerstörung Jerusalems. Da er aber den Gegenstand, den wir heute bespreche«, nur we- *) Die Meinung. daß ..var-Losiba" „Lügetzsohn" beiße, und dem Manne syiler alt Schimpfname betgelegt ««che», mied, nach Graetz, durch nichts bestätigt. > ir nig berührt, ft behalten wir es unS vor. diesen höchst interessanten un > merkwürdigen Aufstand ein andre- Mal unseren Lesern u erzählen, ihn, der an Größe »nd Furchtbarkeit den letz en Kampf deS selbstständigen ^uda'S fast noch übertraf.; Da die Cu’Utir über diesen Aufstand untes dem Heldenmütbigen B r-Eosiba nur spärlich fließen, so ist auch inrqendS etwas darüber aufgezeichnet, vah der Wieverbau des Tempels w ihrend desselben schon begönne« worden*). Bar-Cockba hctte 400,000 Krieger u» sich hersammelt,^ nach Did Kas ius sogar 580.000. Dieser furchtbaren Fluth mußten die römischen Statthalter und! Feldherren weichen, und k nnen Jahresfrist htme der> jüdische Heerführer '50 fest, Platzt und 945 offne Städte! eingenommen. Ganz 3 idäa mit Samaria und Galiläa müssen in der Hand der Juden gewesen sein. ganz obne Zweifel auch Jerusaler i, und sie mochten wohii an die Wieder- Herstellung deS Tempeldenken.'- Aber mitten in stetem Kneqsgktl'lmme , fortwährend j|on neuen römischen Legionen bemlruhig . hatten sie keme Zeit. Hanß an ein so umfassendes W rk zu legen. Auch mochte eS ^n Bauhol; gefehlt haben, welches vom-^banon bprbeigqchafft werden mußte, u >d dieses Gebirge blieb pon den Römern besetzt. Dennoch war sicherlich die Wiederherstellung deS Tempels und ln erneuere Glanz JerufplemS dnS höchste Ziel dieses Ka npfeS. Dafür zeugt. Volß die mbriggebliebenen Münzen deS Bar-Cezchba die Worte: > „zur ,Freiheit' JerufchalijimS" zur Inschrift haben. Dafür zeugt insonderheit die Wutb. welche der römisch« Kaiser in feine« Tennen nach >er Besiegung der Juden gegen Jerusalem und dje Tempe lstätte betbärigte. Er. ließ'über die Stadt und den Temr elberg den Pflug ziehen, , zum Zeichen, daß diese Plätze ni bt mebr angelmut werden dürfen — dieS geschah am Nl unten Ab. Er ließ di« Stadt an einem andern Orte g >nz in griechischer Weise neu baueich,<mit einer Cckonie >on ausgedienten Soldaten. Ph-niztern unb Syrern, besetz n und fortan Aelia Capitolina nennen. Der Name Je usalem gerierb bei den umwohnenden Heiden so in Vergessenheit. vaß über ein Jahrhundert später ein Statthafte 'von Palästina einen-Bischof, r^in sich „von Jerusalem" nc nnre. fragte,' waS daS fi eins Stadt sei. und wo ne denn liege. Ans demAonipclhnge wurde eine Bildsäule deS Kaisers Hadrian u«d eitt Tempel zu Ebren des cas itolinischen Jupiter, deS! römischen Schutz» qotteS. errichttt-, auch andere Göttnjjiatucnl. römischen, , griechischen gin> phöniziscken Götzendiensteverunreinigten Jerusalein. A > dem Südthore, daS nach Benl^bem kühne, wurve ein ® )weinSkopf in halberhabener Arbeit angebracht. Aüf dem Berge Golgatha vor Jerusalem war ein VenuStem >e! errichtet. Endlich wurd> dch, Juden bei Todesstrafe vesbolesi. die Ringmauern Jerusalems zu be- Berbot, welcheselbst der freuiDlichere Kuirreten cm ') via Vderpruch ist et bet Graetz. webn Sr S. «KL. erweist, daß der Ltederbau des Irmvels »icht begönuen worden, aber S. «8«. „i och Spuren det umerno»«enea DtMeraafbaaet." auf dem Tempelberg vorhanden sein läßt. s *•) Allet dies erweist dock wohl, daß in biese» Krta^e auch um Jerus lem ei» heftiger Kampf stastaefundtn. gegen die Bebanvtna- G netz «, daß ..Jerusalem i« diesem Krieg« durch«« keine Rolle gef lelt." Der'Feind mußte d«d tu Jenn'ale» den Mtttelvnnkt all t Widerstaudet «nd aller ßrpebnag her Inden a».

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