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Jüdisches Volksblatt · 1853-01-01 · 10 (1853) · p. Seite 38

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
10 (1853)
Date
1853-01-01
Page
Seite 38 (sequence 2)
Language
German
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i SS r den^Eohantm lf>t Zebevken Unk tir übrigen Prie ergaben . man'ließ nach wie vor die Ecken der Feld -z für di« Armen sieben -und bändigte ihnen ledeS zweiro )abr den Armenzebestten-ein. Man beobachtete daS Erl^ßjahr. soweit.es sich stuf den .Anbau der Felder erstreckte. | £ur$, man betrachterej daS jüdische StaakSwesen. wenn arlch den Augenblick gebrochen. als sortbestebenk. Mitde^grkfß' ren Sorgtad» wurden aber die Gesetze rer Reinigkett (der leritischen. wle man sie gewöhnlich unpassend nennt.) he« obachktt, die »och in ihrem Grunde nur" zu dem Tempel in Begebung standen. Das Kalender« und Kestweseniwurde vom Patriarchen t'Naßi) geordnet; von Jbm ginn auch die Einfühlung. festgesetzter Geberrormeln ^us. ' obwohl einige Geberslücke schon uralt, im lempej nebn dem Crftt in Gebrauch gekommen, so waren doch di« meisien Lbeil, des.Hauprgebetes (N'rx.-) hjS zu diesem - eitalter noch nicht tc»^ i'ertmiliTt; es blieb Jtdem überlasen, in welche Alerte er daS fassen wolle, was seine S<'!e bewegte.. ‘31. Gamliel aber ließ iür das täglich« G bet die sogenannten i* Benetnungen (r*z~2). «in fyx allemal absch^icßrn. Damit waren allerdings nicht clle Ge« setzlebrer „nperstanten: wenigstens von R.'Elieer wird, berichtet, er ^abe gegen die' Anordnung fester Ge;ett die Benrerknng gemacht: 'wer nach erttenl vorgesch «ebenen M uster! bete,' ressen Geh«! ströme nicht auS rem He^en. 2m AÜgemomen galt das Geber alS Ersatz de« LvserS und man ngnnle eo „den Opferdienst deS Hetzen .Ter öffentliche Gottesdienst lv«« eine ganr einiache Form; bestimmte Aorbeter gab eS nicht; Jeder, rer nur ras er« forderliche?klker und die Unbescholtenheit de- Ru:S batte,, durfte vorbmen: der Porbeter stand ror der heiligen Lade, in welcher sic Gesetzes,olle lag. und der Ausdruck für vorbeten wgr: ..vor die Lade treten."! Gerare>aber. indem man raS staatliche/gesetzliche »nd religiöse Lr^en rür völlig ununterbrochen hielt, intern man. soweit, es l genk möglich, keine Aenterung eintrtien ließ, hielt man uglerch die Stelle sterS offen, welche!oaS Heiligtbum eingenommen »aAe. Gerade darum »lieb der Wunsch, t,ii Tempel wj,rer erstehen;u sehen. g übend in den Her;en> dvr .Anden! Aus dbn. Trümmern des Tcheloruobnischen Tempels batte! sich »ach weniger als Dreivienet JabrbüMerten ein neue^ Heiligthum erhoben, welches gerade in seiner letz' teil Zeit einen außerordentlichen Glan; angelbani Warum sollt«, nachdem er rast sechshundert Jahre bestanden. und dann dort» die Brandfackel der Römer «n Asch gesunken war. dies, r Tempel nicht abermals seinen Ruir'N entsteigen könneDiele Krag« warten stch die Juten in den erst« Ja rbunverren lbrer Zerstreuung or'r g nug auf: sie hatten rre Hoffnung, dm glän;enden Mittel; aukt ihrer Natto» u id idres Glaubens wieder herzustellen nnbt.aur« gegeben: sie sahen darin das Symbol veS G ückeS, der nabenden Wiederherstellung-. man war noch. liebt dahin gelängt, riefe letztere lediglich von dem Eintril.ker außerordentlichsten Wunder zu erwarten^ sonderst yas Volk glaubt« noch. daß es selbst Hand an s Werk l^eE müßte, un» seinaLebr^ und Kübrer glaubte, eS auch. Die Versuche, den Tempel wieder zu.erbauen, wiederholten sich »aber mehrere Mas», (frjäblrti wir davon. r Unter dem Kaiser Trajan, der 28 Jahre nach der Zerstörung Jerusalems, auf den römischen Thron gelangte. batten sowohl die babvlonischen, alS auch die Juden in Aegypten. Evrene un» auf der Insel Cvpros die furchtbarsten Aufstände bereitet. Zu derselben Zeit griffen die jüdischen Emw^obuer dieser so weit auS eirOtNder liegenden Länder zu den Waffen. alS wollten sie ihren Feinden * zeigen. daß ihre Kraft noch nicht gelähmt, ibr Mukb ttoäj nicht gebrochen, und daß sie nicht gewillt { seien, die Schwäche und die Gesunkenbeit der Zeit thei« lend. ohne Widerstand unter der Masse - der unterjochten Völker umerzuqeben. ES fanden sürchtesliche Kämpfe statt. eS wurden aut beiden Seiten große Grausamkeiten geübt, und die siegreichen Juden ließen den Zügel der lang verhaltenen Rache schießen. Wie groß der Kamps war, kann man daraus entnehmen, daß in Enpern allein 240,000 Griechen gefallen sein sollen. Hätten die drei aufständischen -jüdischen Heere sich vereinigen können, wäre die Herrschaft det Römer, verloren gewesen so aber gelang es nach langen und barten Kämpfen, rie Juden in Evpern und Aegnprcn-zu bezwingen. Den Römern mußte zuletzt rer Sieg bleiben, weil ne mit überlegener .Zahl, überlegener Kriegskunst und besonders mit Reiterei gegen halbbrwaffnere Fußtruppen kämpften. BiS auf den Grund, wurde unter Ankerm dabei die uralte alerandrinische Synagoge, ein Wunderwerk der ägvplisch griechischen Baukunst, von welcher die Zeirgenossen sagten ..wer ste nicht gesehen, bar noch nicht das Schönste gesehen," zerstört. . Sie war wie eine Basilika gebaut, mit rmgS umher Iceusenten Säulengängen. Siebenzig goldene Sessel waren darin ausgestellt für die TO Aeltesten AlerandrienS. Jede- Gewerk und Gewerbe hatte in dieser Ovnagogr eine eigene Abtheilung, an welche sich die fremden. zugereisten Gewerksleute wenden und anschließen konnten. In rer Mitte dersklben war eine Balustrade von Hol;, woraus rer Aufseber stand. So groß war der Umfang der Svnagoge. daß Einer dazu ernannt werden mußte. eine Kahne :u schwingen, so ott die Zubörez^auf ren SegenSspruch des VorbeterS nur „Amen" einfallen selten. . Diese' Svnagoge zerstörte »I« römische Feldherr Turbo. „3m der Zei/." sagt« man damals, „ist der Glanz Israel'- erloschen." Don dem Gemetzel unter den afrikanischen Juden soll daS Blut in's Meer bis zur Insel *Evpern gtsiossen sein. Doch darüber schloß Trajan noch die Auaen jim Jahr 117 nach der geiv. Zeitrechnung). Kaum war Trajan rodt. alS die Flamnre des AurstanreS von Neuem loSbrach. Neben anderen Nationen erhoben stch diesmal die Juden, die noch im beil. Lande wohnten. D'.S Tdal Rimmon. oder die Ebene Jesreel. "der Schauplatz so vieler Siege ^nnd Niederlagen in alter unk neuerer Zeit, war der Samnielplass der Aufständischen: Julian .und PappuS hießen die Anführer. Der neue Kaiser Hadrian ließ stch auf llnterbanklungen ein. und da die Juden einige Male gegen den Feldherrn Ouietus in Derkust grkommeir. so versprachen vie>'e die Waffen zu strecken, wenn der Kaiser den QuieluS entferne und erlaube, den Tempel an seiner früher» Stelle wieder zu erbauen. Eben, war QuieluS im Begriff, die gefangenen Julian und PappuS binrichten zu lassen. Höhnisch sprach er zu ihnen: „Wenn Euer Gott so mach- 4ig ist, wie Ihr behauptet, so möge er Euch aus meiner /!

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