Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 6 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/4908862-5999329-6000580--0090-4908898- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
22 * verrietb. und zwar von jüdischer Abkunst. Der Linerrat an den -Kutscherschlag, und trug bescheiden, ob :er Herr ,rlauh«, daß sie.bei dem Kmscher'Platz häbmen, am dem Wetter etwas schneller zu entkommen, 'äo'ck daz^. va sie Badegäste' wären. Herr Fels machte em^abwehäeode Geberv«, indem er vor sich bin murmelte: ^.Das seolre noch, mit so vielen Perwnen^aUf dem -Bock in R eirckufahren, was sollen die -eure von 'mir senkest!"!. . . Die Frau nickte dem Ebeberrn Seftaligend zu. Weniger di^ Töchter! Luise mri^e: „Das machte doch eigentlich nichts aus." Friederih: „ES sind Glgubensgenoffcnj und leiden vom Regen sehr.',' Herr Felssagte: „Geradik darum, ich kann nicht mit einer Kracht Juden anmarsch rt konnten, alF wsire ick ein Spediteur oder Einwande ungsage l« für die Söbne Israels." Kur;, der Wägen rar vorüber, und die jungen Männer mupk<n Zusehen,, wi^ sie wei er kamen . . . Bald.,bellt.- eS sich aut. aber der Weg war sebr feucht unk kotbig' geworden. Nlckl lärme.- und der Wa gen paffirre «in Dörfchen. Als er vor Idem ©a bofe vorüberfubr. sprang, ein Kellner heraus. lund fru^: ob die Hnrschast wohl tw Gränn mir lvr.n Tecktern nach dem naben N. ineiurbmen ,rolle, sie kannten -rrftbr gut zu. Fuß belmkebren. „Wen?" rrug ^rr/Fel:'. ---s..Weir?" seine Gemahlin. «—- ,/§^en.?c" die TöcknzV. — ^Die Frau ©rinn V." — „Sehr getn!" lauro/fdie etn-hmmige Amnjo'rk. Und der Herr Fels stieg au^, lud penonlich die Frau Gräfin «q, und nachdem diese und drei Töchrkr müb-. sank in der Kutsche untcrgebrachr waren, schwangt sich unser Fels . selbst, aur kra Beck. . Was roal S, dam die'Frau ©rösin und ihre Töchter' mir ygnen, geschmutzte» Kleidern eintrangen, was, daß man sich zusanfmcnguetsljfen mußte, daß man selbst naß uud beschnlutzr ward, was eS den ©cwLnrern und bem Buy de^ Dauren t nsah, daß sie schon vor dem Wetter nicht vielsmebr get; mußten —"— war es doch von g' äslichcn daß man naß ward ...*. . Ein so! beS Glück. kgß Man ugrkaben Kleidern, solche Bekanntschaft gleich beim Eintrittfh B. zu macht n! - Man war dort; die gräfticken Äam?n. die unterwegs schon cin-H'erz und eine Seele wärest, nähmet» den herzlichsten Abschied: — ..was ras kür'herrliche Menschen, sind! so so . . . Mail rickckke sich ein.!man stand rrüb. aur. kleidete sich fein an,;o» nach dem Brunnen, spaziene bin und her, kebrle nach Hause zurück, nahm den Kaffes ein, und bespiruck die Kur. »ic am folg mden Tage beginnen sollte. Gc'gbn Mittag ^ing .die Fan ilie,. nachdem abermaks Toilette gemacht worden. nach dem Kuraale zuA.Table -'bitte. Als sie »iit Geräusch eingrrreren waren, standen die beiden jungen Herren, deren gestern die Miisahn versagt worden, sehh fein. gekl> iderX nicht weit von der Pforte. AIS die.Fapnlie FelS lähey^kam, -erkannte man einander, aber^Fhls ^und seine efährnnnm wandten sich ab. Sie nahmen Platz a» der Tafel - - ha! welch' Gegenüber! Die grasiichen-Dnmen Üf.. umgebe^ von einem Schwarm andrer hochadliger Person«. Man war sehr erfreut, ( man m.ad>R die graziösesten Verbeugungen, ma'n rief Worte, deS Entzückenhinüber — aber 1 die Frau Gräfin war taub, und hörte sie nicht, blind, sind fab sie «sicht. Luise und Friederike sprachen die Fräulein 3£. an —p abtt diese drehten sich um; die Eine nahm ein ©las i«z biBtHöhe. stierte hindurch, und folgte bann dem Beispiele'der Schwestern. Man war sehr verstimmt; aber wjo half es Dir Bekanntschaft man mußte sich darein sinden . .. war zu Ende. ' Wir find weit davon" entfernt, unseren. Lesern eine Schilderung de- Badeleb/ns her. Familie Felzuzumuthen. Es fehlte auch wirklich an allem Jnrereffanten, noch dazu, da die beiden Freiwerber auch nicht erschienen, so daß Vater Fels selbst darum an seilnen Correspondenten schrieb. EineS Tagemachte Herr Fels mit feinen beiden Tkchlern einen etwaweilen Spajiergang, dein der Arzt befahl ftjn Bewegung an. Man erstieg einen ziemlich hohen Berg, der zu einer Reihe starrer Fel-klippen führte; in du . Tiefe rauschte, ein Bach über Blöcke. Der Pfad wurde rauber. entlegener, einsamere -Jetzt wahen sie über die Klippen hinaus, und der Pfad ging;un Aicfyacf binuitter in die Schlucht, sehr steil, mit Steinge^Il bedeckt, «eder Schritt mußte währgenommen werlsin. -Schon barten sie ihn-zur Hälfte zurückgelegt. die beiden Mädchen blieben steben. „Vater, latj uns hier einen Augenblick tv^rlen-, »velche wild romantische Gegend!" Das war sie. Tief unttn der brausende, schäumende, ko Lende Bach, den 'rnän jedoch nicht-sehen kohnte vor dch» überbängenden. Gestein; ringsum bis in diel Wolken starrende Frlswänve, wie mit dem Meißel bebaueN; nur der fine schmale Pfad gangbar auf rer schiefen Fljche "der „Spurre;" auf-den höchsten Kamen hie und ha, eine Tafnne, eine Birke: ^darüber gespannt ein blauer! Himmel. u»uer welchem langsam und ln außerordentliches Höbe ein Adler mit ausgebreiteten.Schwingen dahinzog. ..Sieb, den Raubvogel!" ruft Luise ihrer jünger» Schwester zru I Diese richtet kaS "Antlitz-in die Höbe, die Sonne wirft ibr! blendende Strab- 'len tn die- Augen, sie strauchele sie rutscht,, sie fällt, sie, rollt binab . Furchtbarer SchreckmSschrei entfährt d'en Lippen de^ Vaters» der Schwester!, .Friederike! Fnedenke! Gott erbarme, sich!"'. . . Si sehen sie nicht mehr, sie hören sie nicht mehr, sie ist aber den Abbanz gefallen .... was ist aus ihr ^worden? ..Hülfe, Hülfe!" kreischen sie — aber wer soll helfen i ider Einfamteil, m du Felfenöke! Sic ringen die Hän>e, sie laufen den Psar bin, den Pfad der, sie wollen h immer, sie wollen hinauf. was*lhun? , . . Schrecklich, Momente!'. . . Immer geschrieen, hört eS Niemand? . . . Da ireren zwei junge Männer him,r einer.Kelsenecke hervor und ttlen auf den Hülferuf hertei. Man erkennt sich. ES waren die zwei GlaubenSge»tssen, die man vom Wagen abgewiesen, von -denen man sich im Salon abgcwenvet. „Was ist. gesckebkn?" Kamrs haben sie eS gehört. so spricht der älteste: „Michaels elle zurück, bole Männer. ,'Selle. Hebebäüme und/' stüsterte er ibm.zu, „vergiß für den Nothfall lune Tragbahre nickt!" Michael schreitet mit von dannen. Ter Andre legt Hut. Stock und Rock ab, un» beginnt lmit Umsicht. aher schnellstens brnunterzukletterrt; er krieckj auf allen Vieren., nickt kümmert er sich um Dornen und i scharfe Steine, die seine Hände und Kniee verwunden, jevpu günstigen Stein, jeden kleinen Strauch besitzt er. vorsichtig windet er sich durch eine Spalte über den Abhang -iach droben sie- ' Yen der Datn und die Schwester und! ringen die Hände und getrauen sich nicht zu athmen, zchnmal kreischen sie auf, weil sie firrchten, der Jüngling set verloren — jetzt ist er in der Thal verschwunden, und Luise wirst stch an die Brust ihre- Vater-, ihr Körper zirckt cvnvulsivisch auf ) .