Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 4 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
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15 i Hause deS Rabbi gewesen, aber natürlich »IchtS gefunden. und,frug um die Ursache. Der Bescheid lautete: zwei Männer hätten die Anzeige gemacht, daß L^r Rabbi in der Nacht den Segen über Ehristenblut sprechen werde. Der Vorsteher-überzeugte'die Commission, daß so etwas nach den Satzungen der Schrift und des JudenthumS nicht über Thierblut, viel weniger über MeNfchenbsut 'geschehen dürfe; jene beiden Männer, alS sie erfuhren^Udaß der Rabbi geflüchtet und die Sache auSgekvmmen sei, machten sich aus defll staube, und die ganze Beschnloigung zerschlug sich. Rabbi Aschkenasi hatte sich nach Regen», bürg begeben, und schrieb von dort nach Prag, daß sich seine Familie nach Polen begeben solle, da erlauf Reisen zu gehen gedenke. Zwar lud ihn die Gemeinde in Prag durch einen Abgeordneten zur Rückkehr «in, I da er beim Gerichte vollständig Lerechlfertigt sei. Aber der Rabbi Ureigene sich, indem er sprach:' eS verlange ihn nicht, in -einer Stadt zu verweilen,, wo freche Äenschen nach seinem Leben trachten. So verlor Prag diesen bedeutenden Mann, aber sein Andenken lebt daselbst fort,- da er Seli» choth zur Zeit einer epidemischen Krankheit verfaßt hatte, welche den alten Prager Machsorim beigedrückl find, und . in manchen Fällen noch jetzt gebetet werden,! j: D. 1832 zur Choleraztit. ' Jetzt reiste nun der Rabbi von Regensburg nach Italien, besuchte die portugiesischen Gemeinden in Venedig, Livorno und Neapel, wurde überall mit großen Ehren empfangen, und predigte aller Lkten mit außerordentlichem Beifall. Don^Neapel setzte er nach Sicilien, "von da nach der Türkei über, und verweilte eine längere Zeit in Adrianopel und Konstantins» pel. Don hier fuhr er über die Dardanellen nach Asien, durchwanderte Syrien, pilgert« nach Damaskus. Merkwürdiger Weife vermied er das heilig! Land, indem er sagte: dahin dürfe nur der gehen, welcher eS, nicht wieder verlassen wolle. Don Damaskus begab c£ sich vielmehr in'S- Innere von Asien nach Bagdads und zog von dort durch die arabische Wüste nach Aegypten, woselbst er' fast alle portugiesischen Gemeinden besuchte, wie Kair o, wo er, wie er in seinem Werke 'N'nrmr schreibt, ein Krokodil im Nil gesehen, daS einen Reitzr I sammt seinem Rosse verschlang, und Alerandrien. ESwar Anfangs sein Plan, durch Nordafrika mach Fez und Marokko zu pilgern, aber die Hindernisse auf diesem Wege waren damals zu groß, darin ergriff ihn auch die Sehnsucht nach seiner Familie, und er beschloss umzubeugen. Zn Alerandrien schiffte er, sich daher nach Europa ein; aber ein schrecklicher Sturm waif ihn nackt und hülfloauf hie Znsel Zypern. Glücklicher Weise befand sich auch hier eine portugiesische Gemeinde, deren von der Regierung eingesetztes Haupt Don Joseph hieß, und eben so reich wie gelehrt war.. Unser jRabbl ward von diesem fürstlich empfange», und da -das Wetter fortwährend stürmisch war, ließ ihn Don 'Joseph drei Monate nicht auS seinem Hause. Während dieser Zeit verfaßte er eine kritische Erklärung zu« Buche Esther, und narmte eS dem Don zu Ehren rp?' npb D; es ist sehr selten. (ES erschien 1576 in Cremona, 1711 in Hamburg und später wieder in.Offenbach.) AlS daS Wetter sich gebessert, reiste Rabssk Aschkenasi, mit Geschenken reich beladen, nach , seiner HeiMaih über hält und - 1583 schien. De m im Gemeinde Pose Krakau, ereilte. 1-j87. Neapel, Deutschland nach Polen, dr< ijahriger Abwesenheit k im er glücklich und wohlbehalten bei'seiner Familie an und der £Ruf feiner Äelehpsavskeit und Erfahrung ha> te sich durch drei Welttheile aüSgebreilet. Er erhielt. glei & na<> seiner Ankunft den Rkf alS Rabbi nach Gnef n, ei irr der ältesten ^emeißdeni Polens, und .;. trat dttse'S Amt in feinem Lösten Jahre anl Hier beendigte er sei : berühmte- Werk 'n MJT3 (,,bij Werke Got» z tdh) im I lhre 3340, daS ist 1380, welches eine Erläuterung der geschichtlichen Stellen der fünf B. Mos. ent-. Ein Zweikachpf j , ' R.ich J-fevhSd, | ■ Wahre dev Belagerung vo». I Tnsalem .durch .die Römer uni» TjtuS, als schon die Hillen veS Tempels. Niedergebra mt >nd nur noch daS «ne e Gebäude in der Gewalt du Jüdin war, begab sich Fol;e»deS: Ein Ilde, kl'in von Gestalt, unans hnljch und schwäch-' i lich, auch nuS geringem Stande, NarienS Jonathan,! trat an da > Grc bmal beS Hohenpqieste:S Zochanan', fast , ' dicht an hi: Reijen der Römer; er chmsihtte auf' die Römers al! RLiber der Welt, die ihren Leih für rmrge Groschen tl glich in Dene^g und 13^4 Jn Krakau et« Jahre 15s4 wurde.e< Rabbiner in der rhielt' aber hal^d einen Ruf nach oo. ihi aber der Tod in seinen, tzbsten Jahre in ihren Herrn , verkau ten, und forderte Jedweden on il nen zum Zweikampf heraus, iven»^ er Herz hätte. Do i den Römern ttat la,ge Zeit Niemand > hervor; di: Ein n verlachten den «inz gen Mann, aber! Diele verdickten- »iermit nur ihre Furch^, dßnn sie bedachte» wohl, velche Muth und welche Todesverachtung müsse es! sein, di: sollten Mann zu solcher That triebe. AlS nun aber I es kle ne Mann nicht aufhörte, auf die Feigheit bei Römer zu st mähen, die sich doch für Hold auS allen Weltgege»dtn z »sammenfchleppen fließen, um Ändere in dieselb« Skluverel zu stürzen^ unter > der ’;fle selbst schrnachteter —> va sprang endlich ein gewisser PudenS. auS der R iterschwadron hervor, ein rsestüstarker Mann, erbittert ül er di« Schmähreden beS>Jgde». und weÜ er mfr dem kl'tnen 8egner leicht fertig zu werden glaubte. Sd fochten der Niese und her Zwerg, und der kampfge» übte Röme hatti bald im Handgemenge die Oberhand — aber stehe da! der schwächliche Jude, vost seinei» Feuer» eif!er beseel, draffig so mächtig' auf den riesigbn'Römer eia, daß e: ihn mhlisigS mit seinem Schwerte niederstreckte. Dünn setze er den Fuß auf den Todtch^ schwang daS blutige Hhwertlmit der. Rechten, milder Linkenden Schild", fro hlockte gegen das römische Hre^, verhöhnte de» Gefallenen spotvete den Römern in'S Achgpsichr, und fordere aber« talS.znn Zweckampf heraus. 'Poch kein Röm r wagte eS, aber ein Eeaturio, PriSh^S. ließ feiger. Leise eine, Pfel vom Bogen fliegen, her den tapfer» Jssden durhbohre, daß xt auf hg« SHßeSzeiche» stichU' T^Pferkeü, den Leichnam seines Feinde«^ fiel, und sem Lehen auS thmet Selbst aus den Rewe» der Römer erscholl qi jbUllg »de- Geschrei über die That de- PrißkuS. r-!