Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 1/2 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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djx man auf Letchenbausen ersteige» fornitt. 4^>er die zitrrn hielten -überall Stand, viele ^on den tapferen Dertbeidigern fielen, viele empfingen. Wunden, aber Niemand, pe^ließ die Mauer. Die Römer vermochten negen solche Tapferkett nich'tS.' Ja. als gegen Margen dir Mau-r nachgab hem unausbörlichen Anprallen deS WlvderS —-da hatten die Gelag-nen ZereitS neue schanzest aufgevorfen. ' Pie Nacht ging vorüber, utjb — der Löwe ‘»ei Juva hatte seine -Höhle noch nichts verlaffchr. LeSpasiSN-gab am Morgen fcinsn Kriegern eine kurze [ Rast, dann lübrte er sie zu' neuem l^tur'm: In ^ohlge- Vrtneren Reiben, die abgefeffenm.RSiter, ganz mit Nüstun-, gen bedeckt und lange Sperre verstreitend voran dann her Kern rer-Fußvölker, hierauf die Bogenschütze», dre ^chleukerer, das Geschütz. lückteir^fis zur Mauer, wo diese gestürzt war. - Plötzlich schmetterten die Trompel'N aller hegio? n. und da- Herr erbeb ein surchibares Z chlachrgeschret; ans..dieses Zeichen flogen von allen Se len die Geschosse und verdunkelten die Lust, ^lber die Inder sprangen tapfer bervor und dieben nieder: wer flor ihn er stcknd. plber' sie glänrcndsten T baten konstken nicht verl indern. baß fie inl KanE's^ Ermüdeten, während für die diönicr . immer neue, srimre Truppen ^eintrarm und für di« hinab« geworfenen andere berautttßegcn. Endlich bildete l '.diese Mann ' an Mann sestgeschlöffen, l»ir den Schilden' nach oben sich deckend, ein undurchdringliches Ganzes, ulld-rktch- teu. nne Ein. Lerb geschaarr. dicht a» die^ Mauer. In dttscr fürchterlichen Lage ließ Josepbus plötzlich ptt-'-dic geschlossenen Glieder der Rö »er ßedend'eS 5 >cl hin ^bschittken. Bon allen Seilen, ward das bereit gibaltene. . ^schnell erbitzte Del »der die Römer gegossen und ' derw deissen^Gefäße ngchgeschleuder!. Da lösten Rci die sie sich die' er balbverbrannren -Soldaten Und unter üirchrbaren Schmerzen walzten ste »ch die Mauer hinab: Denn d^s Del floß unter der Rüstung ach ganzen Leche hinunter und verzehrte dao. Fleisch wie ^esns" Klamme, 4md der Getroffene konnte sich unter dem Harnisch nicht ttoir dem —Brande befreien. Aber die Römer lwurden von dm Qualen ilwer Kanierakm nur ergrimmter, räumten u^id nieber^ die Getroffenen vor flch fort ufid ruckten vost Neurm an. £a schütteten die Juden'Miv neuer List gekochtes griechisches Heu auf die Breuer ltr Sturmbrückm. daß Üie Stürmenden apsglikkriz und fi.^en» oder, daj sie sich nicht ballen koünven. leicht von den Juden hinunletcgeßürzr wurden. So wahne der Kampf bis zum Abeno-, und, obfckon er für die Jok'aparer so gefährlich geworden endete «["mit dem. Rückzüge der Übel zugerichleten Römer.?iese Schlacht fand um zwanzigsten des.DasiuS (Iuntz) statt, und batte den Römern vreke.Manflschafk gekostes -Bon VeN^Jorapatern nzgren nur sechs umgekommm. jevoch über 300 mit Wunden aus de» Pefechb getragen. D^n da ab ' waren die Kämpfe unbedeutender,^ und die Römer be. fchäftigten sich nur. den Delagerungöwall zu erbLLtN^ dak ' «r mvlichtli^Mauer überragte, und 80 Fuß hoh^,^ ringS mir Eisen bedeckte Thüxme zu erbarm, von wo auS die geschützt ew-Äugreffer dieDenheidigez: von der Mauer ver- ,. treibm konnten. So warm 47 Tcktze auf die .denkwürdige Belagerung vergangm, wo eine einsame Dergveste von ungsLbtm Bürgern gegen eine Armee von 69,000 der tapfersten Römer vsrhheidigt wurde. Bon welchem . Geiste die Belaqerlm beseelt warm, ergiebt sich daraus, daß ein gefangener Jude aus Jolapai allen Qualen der Folter- -frotzle und lächelnd den KreuzeStod litt, obne den Römern, die ihn mit Feuer peinigten, daS Geringste über dm Slau^ der Dinge in der Stadt zu vtrratben. Denstoch hatte die letzte Stunde Jotapat'S geschlagen. Ein (Überläufer kdnr aus der Stadl und, bot sich dem römischen Feldherrn an, ihn zu einenStunde in die Stadt zu bringen, wo er keinen Widerstand finden würde. Klein wäre die Zahl und gering die Kraft bkr Verthcidiger noch. Durch heimlichen Uebersall um die letzte Nachtwache, wo die'Juden sich sicher hieltew^und sich Ruhe gönnten, wurde die Stadt seine Beute werden. Bespastan beschloß dem Berrakher zu trauen.' Um die bezeichnet^ Stunde näherte man sich leise der Mauer. Titus mit' der löten Lrgivn stiegen zuerst hinan, .stießen die Wachen nieder,, betraten still die Stadt. Tie Burg ward genommen. Schon standen die Römer mitten in der Stakt, und die Uebersalle« nen hatten noch keine. Ahnung. Die Römkr kannten kein Erbarmen, keine ^chompig. Mordend drängen fle daS endlich erwachte und zu,aMmenlaufende 'Bo!k den Abbang hinunter, daß sich rie noch Kampffähigen nicht vertbeidigm können. Dielq vou den auserle/enen Tapfern lödlen sich 'selbst: Die Römc^ machen AtteS^nieter, p?as sie erreichen tonnen., Sie spüren Tagelang in den Schlupfwinkeln nach,, ^verfolgen rie in unlerirrischen Akigen und Höblen Versteckten, und bringen Alle, die fi<! finden, Frauen und kleine Kinder ausgenommen, um. .40,000 Juden verloren in der Delagcrung und bei der Eroberung das Leben, nur 1200 Gefangene wurden zusammengebracht. Bespastan ließ die^tadl schleifen. So ging Jotapat rm 13ten RegiernngSjahre Nero's am Neumond veü Panemus (Juli) uNier. ,? Aber daS Trauerspiel war noch-nkcht'^gän; zu Ende. Josepbus'. hätte stch nach' der Eimsabme der Stadt durch die Feinde getchlichen, war in eine tiefe Zisterne binumerg^spr.ungcn, von der man seitwärts in eine weite Hoble, r«e von oben nicht bemeickbar war, gelangte. Da fand er 40 angesehene Männer versteckt, inil vielen Lebensmitteln versehen.. Man konnte dort lange ausbar« ren. Abeu Jöscphus batte Weiteres im Schilde. Er verließ dFs NachzS den sichern Versteck, miler dein Vorwand^ einen Weg zur Flucht zu erfpaben. Aber statt dessen ward, er ^on - einem Weibe dm Römern nackgcwiesen. Jetz/ knüpfte Bespastan, der vielen Werch auf JofephuS zu'glücklicher Beendigung deS Kriegelegre, durch die angesehensten Männer. Unterhandlungen mit JosephuS.an, und dieser ließ stch hurch daS Versprechen guter Behandlung leicht--bestimmen, die Höhle zu verlassen. Aber die Männex, die bei ihm waren, und die zum Tode entschlossm, welkten ihm. „Du willst," riefen ste ihm zu, „aus ■'HffttT'gum Leben als Sklave das Tageslicht se^m? Wohlan, A'iUst-dU freiwillig sterben, so/endest du als Feldherr, willst du nicht, so stirbst du als Verrärher!" Und mit gezückten Schwertern drangen sie auf ihn ein. Vergebens wollte ' Jofephus sie bereden, ihr Leben zu schonen, da sie doch gerettet werden könnten, wenn sie sich den Römem -ergäben. Sie wollten als Helden sterben, als freie Männer, und da sie dies auder Höhle heraus nicht mehr un Kampfe. vermochten, so sollte eS durch ihre eigene Hand gefchehm. Da kam JofephuS auf eine neue Ast. Scheinbar ging er auf ihrm Plan ein. „Wohl-