Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 1/2 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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tfit schleud»ten £anjrn und ©trinwaffm von großem Gewicht, die DaWsten Schwärme von Meilen »eüst Feuer. Die Juden mußten die Mauer verlassen, aber! sie machten Ausfälle, rissen die Bedeckungen^veg, hieben die Arbeiter nieder, zerstörten Theile deS Damms und steckten die Pfähle mit dem Flechtwprk in Branv. Endlich ließ JosephuS die Stadtmauer, dem aufwachsenden Damm gegenüben erhöhen. Er ließ- Zaunpfäjhleauf dem Stadtwalle einrammen, und frisch abgestreiste Ochsenhäute darüber spannen, welche den geschleuderten Steinen nachgaben und vor dem Feuer schützten. Hinter diesen stellten sich sicher l ie Bauleute auf und arbeiteten Tag.und Nacht an der Dauer, bis sie 20 Ellen hoch wlar. Dadurch ermuthigt, ersieulen die Belagerten ihre Ausfälle; täglich gab eS Gefechte zwischen einzelnen Hauses, Kriegslisten jeder Art, Einäscherung der Werke, bis VeSpastan einfab, daß auch tiefe Angriffsweise zu nichts führe, sondern dast-«r eine ordentliche Belagerung bewirken müsse, um die Stadt durch Mangel zur Uebergabe zu zwingen. Er ließ daher aÜe Zugänge besetzen, so daß hie Stadt von aller Kommun katson vöflig abgeschnitten war. Aber die Jotapater hatten Lebensmittel in Ueberfiuß.! Nur an Wasser fehlte eS? denn in der Stadt floß keine Quelle, und man mußte strl mit Regenwaffed begnügen. . Aber in der Jahreszeit,, 11 welcher die Belagerung statt fand, regnete eS selten ode: nie. Man ließ daher daS Wafferimr in bestimmten Portz >n,n austheilen, was -gewöhnlich daS Verlangen danach ae^Krkt. Wohl konnten die Römer bis auf den Platz sehen, Mo bas Wasser vermessen wurde, und zerschmetterte» viele Äenschen beim Wafferholen dilrch dir Wurfmaschinm, die bis dähin reiyten. Aber pnj VeSpastan die Hoffnpng auf talvigen Wassermangel in"der Festung zu nehmen^ hingen die Pelagerten in Wasser gerauchte Decken über die«Mau», daß diese ganz und gar davon-troff. Daher wandte sich VeSpasian wieder zur Waffengewalt, was den Juden, auch ehr willkommen war, da sie lieber im Kampfe fallen, als durch Hunger und Durst 'umkommen wollten. ' Gerap von ihnen ging daher diesmal der Angriff aus, nachdem JosephuS den Versuch gemacht hatte, mit den angesehenIfteN .Einwohnern zu fliehen',, das Volk aber ihn daran verhindert hatte. . Die Juden machten so verzweifelte Ausfälle, und warfen Alles vor sich nieder, baß VeSpasian feinel schweren Truppen zurückzog, und die arabischen Bogenschützen, die' syrischen Schleuder» und Sieinwerfer, so wie endlich daS grobe Geschütz gegen sie anwanvte. Es kam so weit, daß Defpasian sich eine Zeit lang eher für deH Belagerten, alS für den Belagerer ansah. Unterdeß hatt:n die Römer den. Damm bis an die Mauer geführt, und, §S sollte der „Widder^' angewendet werden. ES war^d es ehr-unze--. heurer Balken, wie ein SchiffSmast, vorn < n der Spitze mit starkem Ersen in Gestalt eine- Widder! opfes beschlagen, in der Mitte mit dicken Seilen an iaem andern großen Querholz, daS auf starken Pfählen uhtej, wie an einem Wagrbalken.aufgehängt. Eine Men, c von Arbeitern zog den Widder rückwärts, und stieß ihn^ mit vereinter Kraft wieder-»ach vorn, wodurch del Kopf in die Mauer getrieben ward. Kein Thurm, keine Mauer konnte den fortwährenden Angriffen der Maschine widerstehen. Jetzt rückten di^ Katapulten und Ballisten or, und rei» ntgten in Veririn mit den Bogensr^tzen un! Gchleuberern die Mauer Gerüst dei die Mauer Bald aber die Stelle nun der D abprallten, von Dertheidigern; dann schleppte man das Widders herbei. Beim ersten Stoß' erbebte und ein Wehsgeschrei-erhob 'sich in der Stadt, ieß JosephuS mit Spreu gefülltf ^äckegerade'aus. binabsenkrn, wo der Widder hintraf; und wo idder spielen sollte, wurden die Säcke von den Brustwehren herab den Stößen entgrgengebalten, daß sie ohne Schaden zu Ihun. . Diel Römer hinwie. derum erstnndn ein Gegenmittel,, sie verfertigten lauge Stangen r,it scharfen Sicheln, womit sie die . Säcke ab- - schnitten. Als hierauf die neue. Mauer den Stößen nachzugeben be |ann, machten die Belagerten neue Anstrengungen. .Sie ttafen die nöthigen Vorkehrungen, unf mit dürrem H lze und Feuerbrändern versehen einen neuen Ausfall zu machen. Zuvor aber vollbrachte ein Jude ei»' Wunder v m Tapferkeit. Eleazar, Sohn des SamäaS von- Saab in Saliläa, trat auf die Mauer, »hob einen ungeheuren Stt in, und warf^ihn mit-solchem Geschick und mit solch» Gewalt von der Brustwehr auf den Widder) daß » der Ma chine gerade den Kopf abschlug. Hierauf sprang er hinab, mitten unter die.Feinde, nahm den Kopf und trug ihn zur B auer. Don kein» Rüstung gedeckt, ward er*, von fünf stfeilen durchbohrt. Er aber, dessen Unbekümmert, »st eg noch die Maurrziinne^ stellte sich dort mit dem Widderkopfe stolz auf, daß ihn alle sehen konnten, > und in bilden Heeren ein Schrei d» Bswundirung fich^' erhob, bi i er sammt seinem SiegeSzeichest todt von d» Mauep sie. Jetzt brach JosephuS mit pyc ganzen Schaar, die Festerb ände trug, vervor. Voran zwei Männer,-Brüd». Retir 4 und Philipp, die sich, mit solchem Ungestüm, auf die E olvaten dn tOten Legion warfen, daß sie die g^eiheü du chbrachen und Allem die Flucht jagten. Maschine^, chutzdäcker, W»k</ G»Sthschasten wurden ver- ~ * branni. di« Schanzen verschüttet. Endlich traf gegen Abend einer >«; bdischen Bogenschützen den Destiasian selbst mit einem Pfeile in den Fuß.. ES entstand!hierdurch unt»' den S öme n eine' allgemeine ^Bestürzung; als aber der Feldherr, seinen Schmerz überwindend/ sich Allen zeigte und sie zun Kampfe ermunterte, da erhob sich ein ällgemeines Rt chegeschrei nnh eine furchtbare Sturmn «cht be- - gann, .so! schreckenvoll für die Belagerttn/ wie ke ne. —- Berichten jsir ausführlich darüber i! Die R!»mer stürmten die ganze Na^t)> und mit um so größer» Erfolge, alS die Belagertem F^uerbrände un- ' rerbalten t mßten, -ihn llch pertheidige'nl'ju fönn-n., wo-- durch sie z, m Ziele der Geschosse .dienen ktzsinterr. die ihnen ab» unsichtbar blieben. Die Gewalt d^r Katupuften und Skorpion» durchbohrte Mehrere zugleich, ^die sausenden Steinmaffer zerrissen die Brustwehren, lzemchmelterten die Ecken der Tbürme. Um die Wirkung de^ Geschosse beurtheilen z» können, nur Einiges. Ein«!«,! der nicht wett vom JosephuS stand, wurve öon einem Swine d» Kopf abgerissen, und fast */4 Stunde wett geschleudert; leine schwangere! Frau, die ebrn aus deck Himsr getreten^»«» traf ein Etein auflden Bauch, und schmutz»» ihr i^ngeöornes Ku d eine Strecke weit fort. EL war ein furchtbares Get!fe, in deck sich der dumpfe ^oh, den di^ die Mau» hi, ahxöllenbep Leichen d» Sttetdende« verursachten, daentsetzlich^'Geschrei der Weih» > in der SÜadt,. da- Stihr m der Verwundeten und Stfrb enden mischte». Da, wo g kilmpft ward. strömte Blut, von der Mäuer.