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Jüdisches Volksblatt · 1853-01-01 · 1/2 (1853) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
1/2 (1853)
Date
1853-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 •mit Herrlalt bir Gottheit per.wahnwitzigen römischen Kaiser und deren Kultus inden Tempelzv Jerusalem, kiese geheiligte Anketungsstatte des einigen, ünkörperlicken Hot. teS, und in die Betbäuser der Inden einmbren, und' die Bildsäulen der Kaiser daselbst aus Altäre stellen wojllertt Da ßrach die Wukb deS jüdischen Volkes,, geleitet 1 von höchstgestellten Führern, los, und schlug die Römer mit ' großem Verluste aus. rem 'Lanke binauS. Der Stattbal. '. ter von Evrien. EestiuS Gallus, der. Mit einem starken Heere gegen Jerusalem, geeilt war. mußte vor den Juden in schimpflicher Flucht sich zurückziehen, 6000 Römerlwaren gefallen. Am achten. Marchescbwast deS JahreS 66 - oaH der gewkbnlichLN Zeitrechnung achmete kein Römer . mehr un eigentlichen Juräa. \ i Der 'Kaiser, gerade, in Griechenland reiste^^wthüe feinen er^vbtesten Feldherrn. VeSpasian, zur' Bekämpfung der Juden; 6^000' der tapfersten Kerntruvpen führte dieser nach, Svr.en.^Mit woblberschnettut Plane wollte DeSpafian zlkerst die jüdischen Provinzen erohern. Jerusalem inuner nabdr und näher umzingeln,, um 'diese Stadt, aller Hülssmittel beraubt, zu unterwerfen oder zu vernichten. Dreier-Feldzüge (67, 68 unv 69) bevuröte er hierzu. erst im vierten Jabre rückte sein Solln'Titu? gegen Zium. Galiläa, die nordwestliche 'Landschaft. sollte ibm zuerst zut Deute werden, und leider! erleichterte, ihm' da der jüdische Feldherr dieser Provinz, mindestens zwischeu Juden und Römern schwankende, JosepbuS/ der nachmalig« <8eschicktsschreiber der Judön, aber auch Par» teigänger der, kaiserlichen Flavier, tojir ersten Schrttte. Seppboris-war durch die. rtir wollt» sagen, Unvotnck- , tigkeil des Joiepbus in die Hand; der^Römer gefallen. BcSpastan marschirte vtzn - PtolemurS (daist Äcco, jeht Mt. Jean d.'Acre) ab. - Die leickten HülfStruppen und Bogenschützen erönneten den Zug. um plötzliche Uebettälle veS FeinkeS zurückzuweisen und verdächtige, zu Hinterhalten gelegene Wälder zu . durchspüren. ' Dann folgte eine Abtbeilunq schweres Fußvolk, mit Reiterei, unp eine zahlreiche Ro^e, welche die- Werkzeuge zur Errichtung, tines Lage^S trug, Rack, diesen kamen die Pionirr, weicht die Wxgi marfchsäbig zu macken, die Wälder zu lichten, daS schnelle. Fortkommen der Armee zu befördern barten. Heyt folgtf bas Gepäck des Feldberrn und der übrigen Heerführer. von vielen Reitern qeveckt. Es kam ver Feldherr mit tuSerlesenem Fußvolk, Reiterei unp den Lanzemrägern. gefvlkt von der Reiterei der Legionen (Regimenter), Heren jede |120 Mann zu Pferde zahlte. Aür ne-fvlgrew die Maulthierr mit den Belägeruz^smaschmen und dem'Geschütz. Die nächste Stelle harten die Feldzeichen um den .Avsee gesckaarl, ven^jeve^Legivn führve; und i'un vehkün- 'deren die Trompeten das. Hasptberr tu ftchs Mann. do- > hem Zuge. Dahinter kam der Dienerrroß der Lezipnen. (der Train, öie Marketender ugd Krämer, tzeren Marsch d»rch die auS leichtem und schwerem FußvSlr und gahltrityr Reiterei bestehende Nachhut gesichert ward. Durch daS zweideutige Benebmen / des JosephuS war kan jüdisches Heer in Galiläa vorhanden, um diese PronTng zu verthridigen. Die Partei, welche keinen Wider», ßayd gegen die Römer wollte, mochte nicht'fechten, und' die 'Patrioten hatten ihn verlassen. So waren eS lediglich einige..Städte, welche vem römischen Felöherm zu schaffen machen fennfVfi^ Zunächst gerietb pie Stadl GabUrci. welche alle streitbaren Einwohner verlassen halten, in die Gewalt der Römer. Die" Zurüc^ebliebenen fiekdn, 'ein Racheopfer,' sämmtlich dem Schwerte der Römer, dl, Stadt und die umliegenden Dörfer wurden ein Raub dee Flammest. Bespafian wandte sich gegen die Bergfeste Jotapat. Jotapatwar^nur eine mittelmäßige Stadt; aber sie lag auf einem Felsen, rings umgeben von so tiefen Schluchten, daß daS Auge schwindelte, wenn man hinuntersehen wollte. Nur an der Pordseite war die Stadt zugänglich, weil sie -da an die auslaufende Seite elneS BergrS gebaut war; aber hier batte man eine sehr starke Schanze mit Thür« men errichtet. Auf dieser Schanze waren FelSblöcke, Wurfgeschosse, Pfeile, Schleudern und Vertbeidigungsmittel aller Art angehäutt. Von anderen Bergen ringöum verdeckt,. blieb die Stadt unsichtbar, bis man vor ibr stand. Der waren die Dertbeidiger dieser stattlichen Bergfeste? Keine Veteranen, keine eingeschulte Garnison, keine bewährten Krieger — nur die einfachen Bürger der Stadt, verstärkt durch viele bahiw-geflüchtete Patrioten.der Pro- -vinz/ Schon früher batte der Unterfeldherr Placzdutz einen Streifzug gegen Jotapat unternommen, um eS zu überraschen. Aber die Bürger hatten-rechtzeitig Nachricht erhalten. warfen sich den Römern kampfgerüstet entgegen, unv drängten diese schnell zurück. Viele verwundend: ' Von den rauchenden Trümmern Gabara's bis Jotapat waren nur Zwei Stunden Weges; aber die römischen Pionire brauchten'vier Tage, uiy die Hindernisse auS dem 'Wege zu räumen, welche Natur und List geschaffen hatten, -und einen breiten Heerweg zu eröffnen. 'JosephuS batte sich unterdeß nach Jotapat begeben. In der ersten Woche 'des/ Mat begannen die Belagerungsarbeiten der Römer, daS römische Lager war auf einem Hügel nicht weit von Jotapat aufgeschlagen, die Stadt von einer doppelten Trupvenlinir gänzlich umzingelt. Schon am folgenden Tage .griff Vespasian mit großem sttachdruck an. aber ebenso energisch vertbeidigten sich die Juden, deren allein an di-sem Tage 660 verwundet. <7 getövtet wurden. Dies wiederbolre sich' an jedem Morgen. Fünf Tage lang dauerten unausgesetzt -die Stürme der Römer, die Ausfälle der Belagerten, heftige- Gefecht um die Mauer, ohne daß die ^Zudm «W vem großen Kriegsherr der Römer sich beugten,-oder diese der schwierigen Belagerung Müde geworden. Dort. Verzweiflung, hier Scham, auf beiden Seiten glänzende Tapferkeit. O wenn damals der Partherkönig Vologefes, der mächtigste Herrscher und Feind der Römer in Ästen, über den Eupbrat gesetzt, t»nd die Juden, statt in Parteien Zerrissen und in Fraktionen getbeilt, rin ordentliches KriegeSbeer'-gabilbet unv daS römische Heer in den Schluchten JorapttS uberfallen hätten — welch' ein Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit! ... ES sollte . nicht sein — dke belagertest Jotapater blieben ihrem Schicksale überlassen. ' Da die Bestürmung der Stadt zu keinem Ziele führte, so beschloß DeSpasian' Wälle aufzuwerfen, um von da auS öie Stadt zu beschießen. Es wurden ungeheure Massen von Holz und Gleisten herbeigeschafft,- Flechtwerke über Paüssaden ausgespccknt. um die von der Stadtmauer hergbgeschlruderten Geschosse abzuwehren, ein Damm aufgeführt und <60 Wurfmaschinen aufgestellt. Die Katapul-

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