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Jüdisches Volksblatt · 1853-01-01 · 1/2 (1853) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
1/2 (1853)
Date
1853-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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I 8 in den Dingen, die Veränderungen in de» Dingen. J<de- Ding hat baber seine eigene Ze«. Di« Zeit a!S etwa- Allgemeinegiebt egar nicht. Um aber,tin allgemeine- Maß zu haben für die Zeit, und weil jene Um, brehungen sowohl regelmäßig, alauch mir Äeränderungen der Verhältnisse für alle Erdengeschöpfe verbunden find — darum haben die Pirschen den Tag , die Äsche, den Monat, daS Iaht als Äaße der Zeit angenommen, so wenig auch sonst die wechselnden Zustände der Drnge, die Veränderungen der Ding,, .alfo die eigentliche 13fit, sich an diese Zeitmaße kehren und binden. Und dennoch, -sehen wir genauer zu, so stnd auch alle wechselnden Zustände der Dinge regelmäßig, stnd in böherm Sinn« einem regelmäßigen Wechsel unterthan: denn Geburt, Kiadheil, Zugend, ManneS-, Greistnalter, Tod —/sind sie nicht der regelmäßige Wechsel der Zustände? ist Hebung und Senkung, ist Wach-thum und Abnahme, ist Wachen' Und Schlaf nicht der regelmäßige Verlauf der Zustände? . . Der Leser verfolge dieselbst-- ja ,1 nubt bloß die angenommenen Maße der Zeit, auch die Zeit selbst alS Äech« sel der Zustände, als Reibe der Veränderungen, ist regelmäßig iy ihrem Verlaufe. Und so ist der regelmä-- ßige Wechsel der Zeit ein überaus ^ieft4 Gedanke, und unsre Weisen thatrn wohl, diesen Begriff an den bestimmten Tag zu knüpfen. ' Und ferner. DaS göttliche Gericht, diegöttlichd Vergeltung, djeS ist Allerdings ein Begriff, der vom Judenlhume nicht zu trennen ist. Daerste Kapitel der b. Schrift fetzt ihn voraus, dazweite u«d dritte Kapitel sprechen ihtz aus, in jedem AuSspruch her Dch^ist dringt er hervor — und daletzte Blau de- Talmuds. ünd das letzte Wort deletzten Rabbinen predigen vom Gerichte, von der Vergeltung GottcS. Wie nothwenvig alfp, Viesen Begriff in dem Bekenner des ZuventhumS immer lebendig. zu halten, ^vie angemessen, ihn darum einem bestimmten Tage einzufeNken, ihn mit einem bestimmten Tage des Jahrezu vereinbaren fiventifiziren), so daß dieser i Begriff an diesem Tage mir .ast seiner Mächtigkeit vor die Seele der Zuden trete! Aber siehe! Das göttliche Gerecht, die göttliche Vergeltung, worin äußern, worin belhätigen sie sich? Eben in jenen wechselnden Zuständen, in jener Reihe von Veränderungen der Tinge, welche die ngentliche Zeit ist. Wie diese Veränderungen verlaufen, welche.Richtung sie Nehmen, wie sie auS einander hexvorgehen und dennoch, auf einander wirkend, bestimmten Anstoß erhalte» — daist dje göttliche Vergeltung! ES fährt nicht »er Blitz vom Himmel, um den Frevler zu verzehren — aber von innen entzündet sich, und von. außen wird angefacht da- Feuer, daS dennoch den Frevler verzehrt. — ^zu? bestimmten Zeit. Und fürwahr, so unregelmäßig, so an kein Zeitmaß gebunden diesegöttlich« Gericht erscheint, bald früher, bald später, bald offenkundig, bald verborgen vmc sich gebend — im höhern Sinne ist eSsehr regelmäßig) und in Hebung und Senkung, in Wach-thu» und Abnahme. in Werden und Vergehen, in Geburt und Tod so sicher und. gewiß,'daß eS unausbleiblich ist, daß eS wie nach einem innerlich nothwendigen Gesetze »or sich geht. Und so hat mit einem tiefen und sichern Grifse lkle Tradition den Begriff des göttlichen Gericht-, »er von Gott geleiteten Vergeltung mir dem Begriffe de- Wechsels /der Zeit verbunden, weil sie in der Liefe Sine sind, und - sie beide' einem und demselben Tage einge» pflanzt. * Und dieist die Herrlichkeit dejüdischen Neujahr-tage-, . daß er nicht bloß ein hölzerner Wegweiser, am Kreuzwege zweier' Srdumläufe ist.^für den noch dazu gar kein Nothwendigkeit-grund vorhand>n., daß er, der Wegweiser, gerade an dieser Bettstelle eingevfählt ist, und an. keiner andern — sondern daß ihm,_ »tm jüd ischen Neujahr-tage, wie zwei höchsten, bedeutungsvollsten Begriffe: Wechsel der Zeit ipch göttliche- Gerichts eingesenkt sind, die sich in stch^agen.und unttennbar sind. Darum ist der jüdische Neujahr-tag wirklich von der Re^ .ligion sestgestelltj darum hinwiederum zu einer Säule der Religion geworden. Du aber. Zsräelil, halte den Gs danken der göttlichen Vergeltung fest, wie Deine Religion, ihn geschaffen, unwandelbar, so wirst D» auch festhalten am Neusiqhr-rage Deines Religion! Die Belagerung von Jolapat.*) .A»» Lck * Wenn der Stamm Israel'- irgend einjer Verherrlichung bedürfte, so würde sie ihm im.reichsten Maße die Geschichte seines Untergangals selbstständigen Volkebitten. Während die meisten Völker^ während Persien,' Griechenland und Pom ruhmloS unftrgingew und den kräftigend Feinden kaum einen bemerkeq-werthen Widerstand leisteten, kämpfte dakleine, krfegeSunkundlge noch dazu dczrch innen» Zwiespalt zerrüttete Völkchen dtt Zuden mit einer Mächtigkeit und Au-vauer, und zu einer.Zeit, 'wo Romaine seltene. Ruhe genoß, und seine-. Weltherrschaft allein »on dew Pikten unp-Hkoten im Nor- - den Englandbestriften sah. ohne DundeSgenossen^ ohne irgend eine Hülfe fünf Jahrelang, daß i» der Thal, dasterbende Zuva sich einen ewig frischen Ltjrbeerkravz um die erbleichende Stirn wand . . °. j - Und wiederum in der lhatenvolleu Geschichte dies«-' Untergangsieht die Belagerung von Jpt'apat alein so öewunver engSwürdlger Vorgang da, daß die Geschichte > aller Kriege ibr .Gedächtnis bewahren muß. Was eine Handvoll fü: Religion und Vaterland begeisterter Männer. wa-, em gegenüber, die Tapferkeit ,und der StÄz einekriege« gewohnten Heerevermag, dafür liefert die» - seS furchlbaie Lreigniß der Beispiele viele |— den Entscheid zwisch n dieskn beiden konnte, wie oft, nur der Verrätst unl die ^Zntrigue geben. j s Lasset u lauf diesem, blntgesättigtess Bioden einen Augenblick ven »eilen .... wir stehen auf den Gräbern der Tapfersten > nsrer Väter .... Noch st nd der zweite Tempel auf der Höhe Morijah'S. Dre zehn römische Prokuratoren haften;- seirdetkkder Zwist der 4 aSmonäer selbstmörderisch ’Öcr| Feind in das Land gerufe l, unsäglichen Druck über dje Juden m Palästina gebr >cht; hattey die Geduld des Volkedurch AuSsaugung. V trhöhnmzg, Beraubung seiner schönsten Rechte im eigenen Lande H6 auf- Arußerste erschöpft; hatte» •) »ach Joseph»». Salvador ». A»d. > j.

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