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Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden · 1913-05-01 · 13 (5.1913) · p. Seite 8

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Journal
Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
Volume
7 (1913)
Issue
13 (5.1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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VIII, Wie dem jedoch sein möge, die Heiligung des Sabbat ist ohne Frage zugleich eine Heiligung der freien Arbeit. Jene besteht nur unter Voraussetzung dieser,, denn für den Sklaven besitzt weder die unfreiwillige Arbeit, noch die unfreiwillige Ruhe einen höheren sittlichen Sinn und Inhalt. Die Einsetzung des Sabbat ist für sjj£h allein die höchste sittliche Bewertung, ja Verherrlichung der freien Arbeit. Dieser Anffassung verleiht die Thora dadurch kräftigen Ausdruck, dass sie an einer Stelle, an der sie die Feier des Sabbat einschärft und ihn zum Zeichen des zwischen Gott und Israel geschlossenen Bundes erhebt (II. B. Mos. 31, 16 ff.), sich nicht damit begnügt, von Gott zu bezeugen, dass^er nach Verrichtung der sechstägigen Schöpferarbeit „ausruhte" (I"QtM, sondern hinzufügt, t^sn, welcher onomatopoetische Ausdruck buchstäblich genau der deutschen Wendung entspricht: er „verschnaufte" sich. Die Konsonanten sind in beiden Sprachen dieselben, nur ihre Reihenfolge ist verschieden, worauf ich bereits an einem -anderen Orte aufmerksam gemacht habe. Die Thora würde sich aber nicht unnötigerweise so weit vorgewagt haben, das Ausruhen Gottes durch die onomatopoetische Maleroi auf das Stärkste zu versinnlichen, wenn sie nicht damit die Absicht verfolgt hätte, das erquickende Gefühl des von seinem Werke aufatmenden Arbeiters selbst Gott empfinden zu lassen, womit aber die Arbeit auf ein Niveau der Weihe gehoben wird, über das hinaus eine Erhöhung derselben nicht mehr denkbar ist. Auf derselben Absicht beruht auch der Sabbatpsalm, Psalm 92, dessen Titel ganz unberechtigt erscheint, wenn man darin eine Verherrlichung des Sabbat sucht, der gar nicht darin erwähnt wird. Wohl aber findet sich darin die Verherrlichung der von Gott geleisteten schöpferischen Arbeit. „Denn erfreuet, Ewiger, hast du mich durch deine Arbeit, über die Werke deiner Hände juble ich. Wie gross sind deine Werke, Ewiger, wie sehr tief sind deine Gedanken!" So kann der Sabbat nicht besser verherrlicht werden, als durch die Verherrlichung der Arbeit. - - ix. i ■ Dieser Prozess vollzieht sich aber auch dadurch, dass der ursprünglich mit einer schimpflichen und erniedrigenden Bedeutung behaftete Ausdruck T3^-, Knecht oder Sklave, für däsT Ergebenheitsverhältnis des Menschen gegen Gott verwendet und dadurch geadelt wird, wie etwa im Englischen das Wort „knight" aus seiner ursprünglichen, aus der Schreibung ersichtlichen Bedeutung „Knecht" zu der des Edelmanns und Ritters erhoben erscheint. Gott sagt: „Denn mir sind die Kinder Israels Knechte, meine Knechte sind sie" (IV. B. Mos. 25,55). Damit hat Gott die in Aegypten zu Knechten erniedrigten Angehörigen des Volkes Israel zu Rittern geschlagen. Moses wird „Knecht Gottes" genannt, und bei den Propheten ist diese Benennung der beliebteste Ehrentitel des Volkes Israel. Mit dieser Wendung im Zusammenhang steht die Uebertragung des ursprünglichen Ausdrucks für das knechtische Dienen ("T?y) auf die' Gottesverehrung. Die Septuaginta gebraucht dafür ein Zeitwort, das eigentlich bedeutet: um Lohn, Sold

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