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Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden · 1913-05-01 · 13 (5.1913) · p. Seite 5

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Journal
Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
Volume
7 (1913)
Issue
13 (5.1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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— 5 — und zu selbständiger freier Arbeit zu erziehen, als in der erwähnten Vorschrift enthalten ist? Es darf aber aa,ch nicht übersehen werden, wie die Thora die Arbeit durch das Beispiel Jakob's zu Ehren bringt. Ein Erzvater, den wir nur als einen Mann der Arbeit kennen lernen, der von sich sagen kann: „Am Tage verzehrte mich die Hitze, und die Kälte bei Nacht, so dass der Schlaf von meinen Augen wich" (I. B. Mos. 31,40) und der dies alles tat und litt, um für sein Haus zu sorgen und sich selbständig zu machen (das. 30,30) — ein solcher Erzvater musste seinen Nachkommen wohl als ein nachahmungswürdiges Vorbild erscheinen und die freie Arbeit im Gegensatz zu der sklavischen, unter der sie jahrhundertelang in Aegypten geschmachtet hatten, bei ihnen zu Ehren bringen. Diese wenigen Striche mögen gbnügen, um den einen der pädagogischen Wege zu zeigen, welche die Thora verfolgt, um das Volk zur Freiheit und zu freier Arbeit zu erziehen. i V. Der andere Weg, der zu demselben Ziele führt, dieses aber in einem noch glänzenderen Lichte erstrahlen ,lässt, ist die Exemplifikation der freien Arbeit durch Gott selbst. Die Schöpfertätigjkeit Gottes ist das unübertroffene und unübertreffliche Ur- und Vorbild der freien Arbeit, wie Aegypten das des Gegenteils. Die erstere ist deshalb der logisch notwendige Ausgangspunkt der Thora, was auch die literarische Kritik dazu sagen mag. Nicht aber die Zeichnung des Weltbildes ist ersichtlich die Hauptsache der Schöpfungsgeschichte, sondern die schöpferische Tätigkeit Gottes, die schlechtweg und wiederholt!"DK^ti> Arbeit, freie Arbeit — .im Unterschiede von rm^JJ) ursprünglich Dienst, knechtische Arbeit — genannt iwird (I. B. Mos. 2,2 u. 3). Ihr entspricht folgerichtig die Aufgabe des Menschen im Paradiese. Es wird ihm erst ein solches durch eigene Arbeit, denn nicht ein Schlaraffenleben sollte der Mensch im Garten Eden führen, wie sich die Griechen das Leben im goldenen Zeitalter ausmalten, sondern er sollte „ihn bearbeiten", — miy!' ist der typische Aus^ druck für den Ackerbau — „und warten" (I. B. Mos. 2,15), woraus folgt, dass die nachherige Bestrafung Adams nicht in der Arbeit an sich liegen konnte, die ihm auch im Paradiese oblag, sondern in ihrer geringeren Ergiebigkeit und der damit zusammenhängenden grösseren Schwierigkeit. Deshalb vollzieht sich die verhängte Strafe bei dem Manne nicht unmittelbar, wie bei der Schlange nnd dem Weibe, an ihm selbst, sondern es wird ihm gesagt: „Verflucht sei der Erdboden deinetwegen" (das. 3,17). Mit diesem Verdikt, das die grössere Plage, die Dornen und Disteln und den Schweiss zur Folge hat, wird aber weder Adam, noch die Arbeit verflucht. Eher darf man behaupten, dass die Thora mit dem Schweiss den Gedanken Hesiods (Werke und Tage V, 289) vorweggenommen hat: „Vor die Tüchtigkeit haben die Götter den Schweiss gesetzt." Ein Gedanke, der seine Erläuterung findet in den Worten des Predigers (5, 11): „Süss ist der Schlaf des Arbeiters, er esse wenig oder viel, den Reichen aber lässt sein / f

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