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Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden · 1911-10-01 · 9 (10.1911) (Apologetische Sondernummer) · p. Seite 9

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Journal
Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
Volume
5 (1911)
Issue
9 (10.1911) (Apologetische Sondernummer)
Date
1911-10-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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An dessen letztem Tage lässt uns die religiöse Sitte in unseren Gotteshäusern an hervorragender Stelle der Andacht verlesen Jesajas Schilderung vom Frieden8reiche Gottes auf Erden,' die da schliesst mit den Worten: „Nichts Böses, nichts Uebles geschieht auf meinem heiligen Berge, denn voll ist die Erde der Erkenntnis Gottes wie das "Wasser füllet des Meeres Tiefen." Am Erlösungsfeste schaut der Jude aus auf die Zeit der Erlösung der Menschheit von den sittlichen Uebeln, von Hader, Zwietracht, Hass und Unfrieden. „Dein Reich komme, lautet das Gebet des jüdischen (wie" des christlichen Gläubigen wie des Atheisten"*) |— denn solches ist die Sehnsucht aller Religion und aller Ethik. f Aus der apologetischen Literatur. L Die Menschenopfer der alten Hebräer und der benachbarten Völker \ tob P. Dr. Erarlstns Mader S. D. S., Professor der Exegese am Priestersenimaf zu Tivoli bei Rom — Freibarg i. B. Herdersche Yerlagshandlnng 1909. — Im Jahre 1842 hat G. F. Daumer eine weitschweifige gehässige Schrift veröffentlicht: „Der Feuer- und Molochdienst der alten Hebräer als urväterlicher, orthodoxer Kultus der Nation". In diesem Buche trat der Verfasser mit der Behauptung auf, dass der Feuer- und Molochdienst, cfen die Bibel häufig erwähnt und mit aller Schärfe bekämpft, der ursprüngliche Kultus Israels gewesen sei. Gleich nach dem Erscheinen dieser Schrift sind jüdische Gelehrte dieser falschen Ansicht entgegengetreten, indem sie nachwiesen, dass der -Molochdienst wohl zu verschiedenen Zeiten bis zum Exil bei den Juden Eingang gefunden hat, aber stets nur als fremder Kultus, den die biblischen Schriften mit aller Entschiedenheit bekämpften. Nichtsdestoweniger hat sich der wissenschaftliche Aberglaube vom Moloch-Kultus als einem im Judentum anerkannten bis zu dem, heutigen Tag erhalten, insbesondere haben protestantische Theologen unverdrossen diesen Faden weiter gesponnen, den Moldchdienst als nationalen und orthodoxen Kultus in Israel au behandeln; — In neuerer Zeit (im Jahre 1905) hat wiederum ein katholischer Gelehrter, C. Mommert mit einer neuen Schrift „Menschenopfer bei den alten Hebräern" dieses Thema mit der gleichen Tendenz behandelt. Was gegen diese Anklage von jifdischer Seite geschrieben wurde, ist unbeachtet geblieben. *) Steiathal, Allg. Ethik S. 227. t

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