Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Volume
- 4 (1910)
- Issue
- 6 (1.1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenz 1909. Am 17. Oktober d. J fand die dritte Hauptversammlung des Verbandes der Deutschen Juden in Breslau statt. "Wiederum warenan 400 Vertreter des deutschen I Judentums versammelt, um zu bekunden, dass sie die "Würde ihres Glaubens gleichermassen wie ihr deutsches Staats"bürgerrecht wahren wollen. - — Im Gegensatz zu der Frankfurter Versammlung war diesmal naturgemäss der Osten des Reiches, stärker vertreten als dei^Westen; aber alle Landesteile hatten eine s^hr würdige Repräsentation gefunden, und so nahm die Tagung eiien imposanten Verlauf. Eine nach Tausenden zählende Zuhörerschaft füllte die mächtigen Räume des Breslauer Konzerthauses, und mit besonderer Genugtuung konnte' man es begrüssen, dass diesmal auch die staatlichen Behörden durch die Person des höchsten Beamten der Provinzialverwaltung vertreten waren und so dartaten, dass sie sich nicht länger der Bedeutung verschliessen, die dem Vertretertag einer so grossen Gruppe deutscher Staatsbürger innewohnt. Der Oberpräsident der Provinz Schlesien war zugegen und folgte mit besonderer Anteilnahme "clen. beiden grosseR Vorträgen über Tue Lage der Juden in den Ostmarken. Diese Vorträge des Justizrats Breslauer-Berlin und des Landtagsabgeordrieten "Wolff- Lissa, die mit einem religionswissenschaftlichen Vortrag des Rabbiner Guttmann- Breslaü den Hauptinhalt der Tagung bildeten, führten zu den einstimmig angenommenen Resolutionen, die an einer anderen Stelle dieses Blattes verzeichnet sind. \ Am Abend des- 17. Oktober beschloss ein Festmahl, das die Breslauer Gemeinde den auswärtigen Vertretern gab, den Verbandstag; anderen Morgens aber ward für einen engeren Kreis die. Arbeit noch einmal aufgenommen durch eine Sitzung der Korrespondenten. Aus allen wichtigen Landesteilen War zumindest ein Vertreter zur Stelle, un,d "so konnte die von Herrn Justizrat Breslauer, dem ersten Schriftführer des Verbandes^ geleitete Aussprache doch mancherlei für die Gesamtheit unserer Mitarbeiter Bedeutsames zu Tage fördern. Als. die wichtigsten Punkte für die Aufmerksamkeit der Korrespondenten in nächster Zeit werden hervorgehoben: Die Entwicklung der Ostmarkenpolitik in ihrem Verhältnis zur jüdischen Bevölkerung sowie die Praxis der Regierungen in Bezug auf die Naturalisation jüdischer Ausländer. Aus den Erörterungen